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Binz baggert die Düne weg

Binz Binz baggert die Düne weg

Am Fischerstrand wird der Strand breiter / Genehmigung des Amtes verwundert

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Der gebürtige Binzer Carsten Oergel zeigt, bis wohin die Düne in seiner Jugend reichte.

Quelle: Foto: Uwe Driest

Binz. Für aufgeregte Diskussionen in der Bevölkerung und den sozialen Medien sorgen derzeit Bagger in der Düne am Binzer Fischerstrand. In dem nördlichen Abschnitt zwischen Kurplatz und Granitz verbreitern noch bis Mitte kommender Woche Baufahrzeuge im Auftrag der Kurverwaltung den Strand. Weil sie dabei große Teile der Düne abtragen, sorgen sich Beobachter.

OZ-Bild

Am Fischerstrand wird der Strand breiter / Genehmigung des Amtes verwundert

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Strandsanierung

Mit 500 000 Euro fördert das Land die Beseitigung von Sturmschäden und die Sanierung von Strand und Düne.

Weitere 700 000 Euro stehen für die Restaurierung der Strandzugänge sowie -aufgänge und der Mauer am Kurplatz zur Verfügung.

4 Kilometer Strand zwischen Prora und Binz wurden saniert. Die Arbeiten enden kommende Woche.

„Sonst hieß es immer, dass man auf keinen Fall die Dünen betreten darf und auch der Bau von Sandburgen untersagt ist und nun das“, meint ein Urlauber.

„Wir haben nach dem Sturm von Anfang Januar mit der Landesregierung ein Paket verabredet, das uns jetzt ermöglicht, Düne und Strand in der touristischen Funktion wieder herzustellen“, sagt Kurdirektor Kai Gardeja. Damit meint er nicht allein das Beseitigen der Sturmschäden, sondern auch den Rückbau der Düne. Der Strand sei in den vergangenen 20 Jahren immer schmaler geworden, weiß Ulf Dohrmann (CDU), Vorsitzender des Betriebsausschusses, der die Maßnahme unterstützt.

Grund dafür seien auflandige Winde, die immer mehr Sand aufgetragen hätten, erklärt Matthias Wolters, Leiter des Staatlichen Amts für Landwirtschaft und Umwelt (Stalu). Dieser Effekt habe die Düne zusehends in Richtung Wasserkante wandern lassen. „Jetzt profilieren wir die Dünen, um den Strand zu verbreitern und zu erhöhen.“ Auf den Strand soll nun eine Steigung von 30 Grad aufgeschüttet werden, damit die Welle an Kraft verliert, bevor sie die Düne erreicht. Die werde dann nicht so schnell vom Wasser angegriffen. Zusätzlich werden die Dünen anschließend mit Strandhafer bepflanzt. Die Maßnahme sei unproblematisch, weil es sich um eine sehr breite Düne handele, so Wolters. 40 Meter soll das Bollwerk an jeder Stelle mindestens breit sein, um seine Funktion für den Küstenschutz nicht zu gefährden. Diesen Spielraum nutzt das Ostseebad nun auch aus. „So schmal, wie die das jetzt zurückbauen, ist die Düne noch nie gewesen“, sagt Carsten Oergel. Der gebürtige Binzer betreibt eine Seite für Binzer und Binzer Gäste im sozialen Netzwerk. Dort waren Erinnerungen an Kurdirektor Sebastian Schenk wachgeworden, der in seiner nur einjährigen Tätigkeit widerrechtlich Steine vom Hundestrand hatte abfahren lassen, um Land zu gewinnen und die Strandreinigung zu vereinfachen.

Dass die Düne sich auf das Wasser zubewegte, bestätigt indes auch Norbert Diener, der bis 2011 stellvertretender Kurdirektor im Ostseebad war. „Wir wollten die Düne immer schon auf das alte Maß

zurückstutzen.“ Als ab Ende der 90-er Jahre immer mehr Gäste kamen, sei der Strand zu schmal geworden. Sonnenhungrige hätten sich mit Strandmuscheln und Decken zwischen die Strandkörbe gezwängt.

„Deswegen wundere ich mich, dass das jetzt vom Stalu genehmigt wurde,“ so Diener. Damals sei die Regelung getroffen worden, wonach fünf Reihen Strandkörbe vor der Düne stehen dürfen. In der ersten Reihe entstanden dann die „billigen Plätze“für Selbstversorger. Diener bestätigt aber auch, „dass die Düne jetzt weiter zurückgebaut wird, als sie ursprünglich war“.

Das Ostseebad nutzt die Gunst der Stunde für die umfassende Maßnahme, die auch den neuen Ortsteil umfasst. „Wir begannen an der roten Kaimauer in Prora und sanierten den vier Kilometer langen Abschnitt bis zum Kurplatz“, so Gardeja. Auch eine neue Einzäunung und die Sanierung von Strandzugängen sei Teil der mit 500 000 Euro vom Land geförderten Maßnahme. Für die Sanierung von Kurmauer und Treppen im Bereich des Kurplatzes stünden weitere 700 000 Euro zur Verfügung. Die Befürchtung, künftig könnten auf der gewonnenen Fläche hunderte neuer Strandkörbe Verhältnisse wie am Mittelmeer entstehen lassen, will Ulf Dohrmann zerstreuen: „Wir wollen die neue Fläche nicht mit Strandkörben voll stellen, sondern die Liegeflächen entzerren, damit wieder Platz für Aktivitäten und Spiele entsteht.“

Uwe Driest

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