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Rügen Binzer baut Ausflugslokal am Selliner See
Vorpommern Rügen Binzer baut Ausflugslokal am Selliner See
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00:00 05.05.2017

Die Fahrrinne wurde bereits im letzten Jahr ertüchtigt, nun soll der eigentliche Hafenausbau am Selliner See beginnen. „Der Zuschlag für den dritten und vierten Bauabschnitt wurde erteilt, nächste Woche geht es los“, informierte Bürgermeister Reinhard Liedtke.

Die Firma Züblin, die auf Wasserbau spezialisiert ist und schon beim Neubau des Baaber Hafens und der Seedorfer Brücke den Hut aufhatte, wird die Spundwände und die Steganlage für die neue Marina bauen. Diese Arbeiten sowie die Oberflächengestaltung des Bollwerkvorplatzes sollen noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. Zur Saison nächsten Jahres soll dann der neue Wasser-Wander-Rastplatz mit 80 Liegeplätzen für Segelboote und zwei für Fahrgastschiffe sowie öffentlichem Sanitärgebäude und Hafenmeisterbüro seiner Bestimmung übergeben werden. Um die Zuwegung von der Bundesstraße 196 zum neuen Wasserwanderrastplatz am Selliner See zu gewährleisten, wird zudem eine Zufahrt über die Straße „Am Bollwerk“ gebaut. Bauherr und künftiger Betreiber des Hafens ist der kommunale Eigenbetrieb Kurverwaltung Sellin. Zum maritimen Ensemble am historischen Bollwerk, das komplett saniert wird, soll künftig auch ein neues Ausflugslokal gehören. Dies soll auf dem gemeindeeigenen Grundstück errichtet werden, das zur Erbbaupacht vergeben wird.

Für das neue Gebäude gibt es nun einen Investor, so Sellins Bürgermeister. Die Gemeindevertretung habe sich in ihrer letzten Sitzung für Jürgen Breuer aus Binz entschieden. Der Bauunternehmer hat mit etlichen Häusern in prominenter Lage in Binz und Sellin bereits mehrfach seine Visitenkarte abgegeben und wollte auch den umstrittenen Wohnturm in Prora bauen, der per Bürgerentscheid abgelehnt wurde (die OZ berichtete).

Breuers Konzept habe überzeugt, so Liedtke. Das Gebäude werde sehr transparent aussehen mit viel Glas und großer Terrasse. Geplant ist auch ein Spielplatz. Der Investor habe aber seine urspünglichen Pläne abspecken müssen. Statt vier Ferienwohnungen im Obergeschoss sind nun drei vorgesehen. Zudem wurde die Höhe des Gebäudes gedrosselt. Das soll dort errichtet werden, wo derzeit noch die alte gastronomische Einrichtung steht. Der Flachbau auf dem 1635 Quadratmeter großen Grundstück wird demnächst abgerissen.

Für den Hafenausbau erfolgte im Februar 2016 der erste Spatenstich. Das rund 5,1 Millionen Euro teure Projekt bezuschusst das Wirtschaftsministerium MV mit rund 4,6 Millionen Euro aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“. Rund die Hälfte der Baukosten ist allein in die Ertüchtigung der zwei bis 2,80 Meter tiefen Fahrrinne geflossen. Diese wurde auf eine Länge von 3380 Metern und eine Breite von 20 Metern ausgebaggert. 61 000 Kubikmeter Nassbaggergut wurden aus dem See geholt. Damit die Wasserbauer genau wussten, wo und wie viel gebaggert werden muss, half die moderne Computertechnik. Die Fachleute hatten dazu eine selbst entwickelte Software an Bord. Das Nassbaggergut verließ immer per Schute den Hafen mit Kurs nach Peenemünde. Dort wurde die Ladung gelöscht und auf eine Deponie transportiert. Die Wasserbauer arbeiteten teilweise auch am Sonnabend und waren sieben Tage nonstop auf dem See – inklusive Übernachtung in einer Kajüte. Dann wechselte die Zwei-Mann-Besatzung für die nächsten sieben Tage.

Die Sanierung des Bollwerks, dessen Geschichte vor rund 100 Jahren begann, war gleich nach der Wende ein städtebauliches Ziel der Gemeinde. Mit der neuen Marina soll eine Achse von der Seebrücke zum Hafen geschaffen werden. 14 Jahre lang hatten sich die Gemeindeväter mit der Planung beschäftigt, 14 Aktenordner waren zu diesem Thema gefüllt worden.

Gerit Herold

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