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Blutroter Märchenkrimi

Stralsund Blutroter Märchenkrimi

„Szenenhüpfer“ feiern erfolgreiche Premiere im STiC-er Theater

Stralsund. Peng! Die Tochter fällt zu Boden. Tot. Ihre Mörderin: Die eigene Mutter. Dabei fängt im Märchenkrimi „Rot wie Blut“, dem neuen Stück des STiC-er Theaters in Stralsund, alles recht harmlos an: Der Märchenprinz ist ermordet worden, der Täter soll gefasst werden.

Anfangs macht das Stück, dessen Darsteller zwischen neun und 14 Jahre alt sind und das am Mittwochabend Premiere in der Eisengießerei feierte, den Eindruck eines heiteren Jugendkrimis, der dazu noch in der Märchenwelt spielt.

Doch je weiter das Stück fortschreitet, desto düsterer wird die Handlung. Als Täter schleicht immer wieder eine Gestalt mit Maske und schwarzem Umhang (Dennis Raffael Müller) über die Bühne, gejagt von einer Kommissarin (Lola Hainke) und dem tapferen Schneiderlein (Michael Berg) als Privatdetektiv. Zum Schluss spitzen sich die Ereignisse zu, eine Geiselnahme endet tragisch...

„Die Schlussszene stellt den Konflikt eines jeden Elternteils dar“, erklärt Jakob Fasold Theaterpädagoge am StiC-er-Theater und Gruppenleiter der Schauspielgruppe „Szenenhüpfer“. „ich will das beste für mein Kind, aber was ist das Beste? Lasse ich mein Kind einfach Kind sein oder bereite ich es darauf vor, später ein produktives und erfolgreiches Leben zu führen und baue damit auch einen Leistungsdruck auf?“, sagt der 32-Jährige und erinnert sich, schon öfter erlebt zu haben, dass Eltern ihre Kinder zu sehr unter Druck setzen. „Das kann unglaublich schaden und genau das wollten wir darstellen.“ Denn die Kommissarin verbietet ihrer Tochter von Anfang an jegliche Märchen, damit sie sich auf die Schulaufgaben konzentriert. Und als das nicht fruchtet, fängt sie einfach an, eine Märchenfigur nach der anderen umzubringen.

„Mit unserer Interpretation haben wir uns sehr weit vom Original entfernt, das eigentlich ein Happy End hat. Mit der Verschärfung wollten wir die Moral des Stückes umdrehen, weg von der Vernachlässigung des Mädchens hin zur Kritik am Leistungsdruck, dem sich die Kinder immer häufiger stellen müssen.“

Von Moritz Werthschulte

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