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Rügen „Botschafter“ bestanden ihre Prüfungen
Vorpommern Rügen „Botschafter“ bestanden ihre Prüfungen
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00:09 31.03.2015
Glückliche Robbenbotschafter nach erfolgreich bestandener Prüfung mit ihren Betreuern Francesca Alf, Lioba Schwarzer und Bernd Hoppmann (v. l., hinten im Bild). Quelle: Bildarchiv Biosphärenreservatsamt Südost-Rügen
Putbus

Rügens Robben haben neue „Lobbyisten“ gefunden: 15 Mädchen und Jungen wurden vor wenigen Tagen offiziell zu so genannten Robbenbotschaftern ernannt. Sie gehören künftig zu dem Kreis von Kindern und Jugendlichen, die die Mitarbeiter des Amtes für das Biosphärenreservat Südost-Rügen unter anderem bei der Beobachtung der Entwicklung des Robbenbestandes und der Aufklärungsarbeit in der Bevölkerung unterstützen.

Ein entsprechendes Projekt haben die Umweltorganisation WWF Deutschland und das Biosphärenreservat im Jahre 2011aufgelegt. Gefördert wurde es in den ersten beiden Jahren von der Norddeutschen Stiftung für Umwelt und Entwicklung, seit dem vergangenen Jahr ist der WWF alleiniger Träger. Zehn Kinder und Jugendliche hatten sich im ersten Durchgang zu Robbenbotschaftern qualifiziert. Gemeinsam mit den „Neuen“ werden sie die Mitarbeiter der Reservatsverwaltung bei den regelmäßigen Kontrollausfahrten am frühen Sonnabendmorgen begleiten.

Zuvor mussten sich die jetzigen Botschafter aber theoretisches und praktisches Wissen aneignen. Wie nennt man die Speckschicht der Kegelrobben? Warum können die Robben auch im trüben Wasser und bei Nacht gut jagen? „Diese und zwölf weitere knifflige Fragen zur Kegelrobbe und zur Ostsee, dem Lebensraum der geschützten Tiere, mussten die 15 neuen Robbenbotschafter richtig beantworten, um die Prüfung zu bestehen“, sagt Stefan Woidig vom Amt für das Biosphärenreservat. Die Schüler hatten im September vergangenen Jahres ihre Ausbildung begonnen. Innerhalb von 6 Monaten wurden ihnen ausschließlich in ihrer Freizeit sowohl die theoretischen Grundlagen als auch ihre praktische Arbeit nähergebracht, heißt es in einer Pressemitteilung. Die künftigen Botschafter lernten die Ostsee als Lebensraum der Kegelrobbe kennen, erfuhren viel über ihre Schützlinge und die Geschichte der Kegelrobbe in der Ostsee, die aktuellsten Forschungsergebnisse und warum Arten- und Tierschutz nicht dasselbe ist. Auch Monitoring-Ausfahrten und Fachexkursionen gehörten von Anfang an zum Ausbildungsprogramm.

Dass sich das gelohnt hat, zeigte sich bei der Überprüfung des Wissens. Nach einer Stunde Prüfungszeit und anschließender Auswertung der Ergebnisse wurde verkündet, dass alle Teilnehmer die Prüfung erfolgreich bestanden hatten. Gemeinsam mit den anderen Robbenbotschaftern werden sie bei ihren Ausfahrten mit den Reservatsmitarbeitern bei der Zählung der Tiere helfen und mögliche Störungen der Robben, etwa durch Bootsführer, dokumentieren.

Fünf Mark pro Kopf
300 Kilogramm kann eine ausgewachsene Kegelrobbe wiegen. Sie gilt als das größte Raubtier, das in Deutschland in freier Wildbahn vorkommt, mittlerweile auch wieder vor Rügen. Eine Kegelrobbe vertilgt pro Tag bis zu zehn Kilogramm Fisch. Ihr Name leitet sich von den kegelförmigen Zähnen ab. Sie war einst auch in der südlichen Ostsee zu Hause, wurde hier aber vor rund 100 Jahren nahezu ausgerottet, weil Fischer in ihr einen Nahrungskonkurrenten sahen. Für jedes erlegte Tier erhielt der Schütze damals fünf Mark.



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