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Rügen Smiley soll Autofahrer bremsen
Vorpommern Rügen Smiley soll Autofahrer bremsen
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16:11 14.03.2019
Nach Moritzdorf führt nur eine schmale Sackgasse, die von zahlreichen „Autowanderern“ frequentiert wird. Quelle: Uwe Driest
Sellin

Zu schnell, zu laut, zu gefährlich: Den Moritzdorfern reicht es jetzt. Täglich fahren Autos die schmale Dorfstraße entlang, die sich nicht an die vorgegeben Geschwindigkeit halten. Die Trasse ist als verkehrsberuhigter Bereich (Spielstraße) ausgewiesen, in dem eine Geschwindigkeit zwischen 5 und 15 km/h eingehalten werden sollte. Doch viele Fahrzeugführer, vor allem des Lieferverkehrs, ignorieren offenbar das Schild und fahren schneller als die zugelassene Schrittgeschwindigkeit.

Auf der Einwohnerversammlung der Selliner Ortsteile im Februar in Neuensien hatten Einwohner von Moritzdorf eine Petition zur Verkehrssituation auf ihrer Straße übergeben. Den von 16 Anwohnern unterschriebene „Dringlichkeitsantrag zur Gefahrenabwehr in der verkehrsberuhigten Zone im Ortsteil Moritzdorf“ hatte Mathias Scheibe, Vorsitzender des Ortsteilausschusses, entgegengenommen. Bereits seit Mitte der neunziger Jahre habe es immer wieder Überlegungen von Seiten der Einwohner gegeben, die sogenannte Spielstraße sicherer zu machen, auch bezüglich der Lärmbelästigung durch hohe Rollgeräusche, heißt es in dem Schreiben. Die meisten Häuser des Dorfes hätten keine „Pufferzone“ zwischen Hauseingang und Straße, die im gesamten Ort auch von Kindern zum Spielen benutzt werden dürfe.

Messungen des Ordnungsamts Mönchgut-Granitz hätten vor zwei Jahren ergeben, dass diese Geschwindigkeit deutlich und von den meisten Fahrzeugführern überschritten worden sei. Ein Antrag aus dem Ortsteil bei der Verkehrsbehörde des Landkreises zu polizeilichen Messungen und strafrechtlicher Verfolgung sei „wegen Personalmangel“ abgelehnt worden. Wenn Einwohner Fahrer von Lieferfahrzeugen, Taxen und Privatautos ansprechen, habe das nur vorübergehende Wirkung und Hinweisschilder mit der Aufschrift „Achtung Kinder!“ würden ignoriert, sagt Anwohner Uwe Sitz.

Das Thema beschäftigte auch den Tourismus- und Verkehrsausschuss der Selliner Gemeindevertretung auf ihrer jüngsten Sitzung. Weil Schilder nicht ausreichen würden, könnten vielleicht große Blumenkübel zur Verkehrsberuhigung beitragen, schlug Ausschussmitglied Thomas Dorissen vor. Doch dafür sei die Straße zu schmal. Auch höhere Bodenwellen seien als Stopper ungeeignet, so der Tenor. Ein größerer Hinweis, dass am Ortseingang ein kostenloses Parkplatz zur Verfügung steht, würde auch nicht viel nützen. Denn in 70 Prozent der Fälle seien es Belieferer und Kurierfahrer, die zu schnell im Ort unterwegs sind. Abhilfe könnte deshalb eine freundliche Art der Verkehrsberuhigung schaffen: der sogenannte Verkehrssmiley. Dieser habe eine gute psychologische Wirkung, befand Ausschussmitglied Kai Ohl. „Es funktioniert. Ich gehe immer auf die Bremse, bis der Smiley lacht und Danke sagt.“

Den meisten Verkehrsteilnehmern ist es oft gar nicht bewusst, wie schnell sie fahren. Mit einer digitalen Geschwindigkeitsanzeige werden sie darauf hingewiesen. Die Tempoanzeigen stehen meistens an Schulen und Kindergärten, Kranken- und Altenheimen. Zu schnelles Fahren wird mit einem traurigen Gesicht (Sadly) gestraft, das Einhalten des Tempolimits wird hingegen mit einem Smiley oder dem aufblinkenden Wort „Danke“ belohnt. Auf diese Strategie setzen auch die Göhrener. Nach dem Ausbau der Berliner Straße vor drei Jahren haben sie am Ortseingang, wo die Tempo-30-Zone beginnt, so eine elektronische Anzeigetafel aufgestellt, die sich bewährt.

Dass diese nun auch in Moritzdorf dafür sorgen soll, dass Raser bremsen, wollte der Ausschuss als Beschlussempfehlung in die Gemeindevertretung geben. Doch dies sei gar nicht notwendig, informierte Ordnungsamtsleiter Frank Jakob. „Die Gemeindevertretung muss das nicht beschließen“, so Jakob. Die Kosten für die Anschaffung eines Verkehrssmileys würden sich auf schätzungsweise 1500 Euro belaufen.

Uwe Driest und Gerit Herold

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