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Rügen Bürgerinitiative fordert mehr Schutz für die Altstadt
Vorpommern Rügen Bürgerinitiative fordert mehr Schutz für die Altstadt
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07:30 17.03.2017
Prägt das Panorama der Sassnitzer Altstadt mit - der Neubau der Ostseeresidenz, den nicht nur manche Alt-Sassnitzer als so genannte Bausünde in dem historischen Ensemble empfinden. Quelle: Udo Burwitz
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Sassnitz

Die Bürgerinitiative „Ein Herz für die Altstadt“ in Sassnitz fordert einen besseren Schutz des historischen Enselmbes in dem Viertel, das als Wiege von Sassnitz gilt. Die Initiative verfolgt das Ziel, dass die Altstadt als Flächendenkmal ausgewiesen wird und hat sich mit einem entsprechenden Schreiben an die Untere Denkmalschutzbehörde des Landkreises gewandt. Auf Einladung von Bürgermeister Frank Kracht diskutierte die Verwaltungsspitze am Mittwochnachmittag mit rund 40 Anwohnern des Viertels und Hafenstädtern im Rathaus über Vor- und Nachteile so einer Ausweisung.

Der Status eines Flächendenkmals würde eine zusätzliche Sicherheit für den Schutz des Ensembles bieten und die Gefahr von Bausünden bei Neubau-Projekten minimieren, begründete Jörg Piecha, der selbst in Alt-Sassnitz wohnt und zu den 45 Mitgliedern der Initiative gehört, deren Vorstoß. Frank Kracht hielt dagegen, dass die Entscheidungsgewalt über Bauvorhaben gegenwärtig allein in der Kommune liegt. Bei einer Ausweisung der Altstadt als Flächendenkmal sei dies nicht mehr der Fall. Bauamtsleiterin Claudia Klemens erläuterte, dass für die Altstadt eine strenge Sanierungs- sowie Gestaltungs- und Erhaltungssatzungen erlassen sind.

Alt-Sassnitzer kritisieren, dass trotz der strengen Vorschriften in der seit 1991 als Sanierungsgebiet ausgewiesenen Altstadt Vorhaben wie die Ostseeresidenz gebaut werden konnten. Den Namen trägt ein moderner Neubau, der nach Abriss der Ruine des ehemaligen Wiener Cafes am Fuße der Altstadt hochgezogen wurde und der nicht nur von Anwohnern des Viertels als Bausünde empfunden wird. Stefan Grunau, langjähriges Mitglied der Stadtvertretung und des Bauausschusses räumte ein, dass die Erteilung der sanierungsrechtlichen Genehmigung für dieses Vorhaben ein Fehler gewesen sei. Aus denen müsse im Hinblick auf weitere, geplante Neubauvorhaben wie in der Marktstraße/Ecke Bergstraße gelernt werden.

Über eine Ausweisung der Altstadt als Flächendenkmal, die laut Bürgermeister etwa 15 000 Euro kosten würde, hat die Stadtvertretung zu entscheiden. Frank Kracht schlug am Mittwochnachmittag vor, dass der Bauausschuss gemeinsam mit Mitglieder der Bürgerinitiative und Beteilung der Unteren Denkmalschutzbehörde des Landkreises das Vorhaben in noch einmal genau ausloten.

Udo Burwitz

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