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Buntspecht und Buchfink im Blick

Sellin Buntspecht und Buchfink im Blick

Schüler unterstützen die Ranger jetzt auch freiwillig in einem neuen Projekt des Biosphärenreservates

Sellin. Mit gespitzten Ohren und geschärftem Blick streifen Stella und Mette durch das Unterholz der Granitz. Sie sind Buntspecht, Buchfink und Kohlmeise auf der Spur, die jetzt ihre Reviere abzwitschern und geeignete Bäume für Bruthöhlen und Nester suchen. Auch die Klassenkameraden der beiden Fünftklässler der Selliner Christophorusschule, Finn und Saron sind mit Leiter und Klemmbrett unter dem Arm im erwachenden Wald unterwegs. Und hier kennen sie sich schon aus.

Als Junior Ranger schlossen sie sich bereits in der dritten Klasse den Mitarbeitern des Biosphärenreservats Südost-Rügen an, ein schulbegleitendes Bildungsprogramm, das 2008 für Kinder und Jugendliche in Kooperation zwischen EUROPARC Deutschland und den Nationalen Naturlandschaften ins Leben gerufen wurde. „Ziel ist es, die Kinder und Jugendlichen für die Natur zu begeistern, sie für die biologische Vielfalt zu sensibilisieren und sie an deren Bewahrung beziehungsweise am Natur- und Umweltschutz aktiv zu beteiligen. Dafür sollen sie sich unter fachlicher Anleitung von Rangern und Umweltpädagogen regelmäßig in möglichst allen Altersgruppen und über einen langen Zeitraum treffen können, um gemeinsam die Natur zu erleben, zu bestaunen, zu erforschen und im praktischen Naturschutz tätig zu werden“, sagt Stefanie Dobelstein und verweist damit zugleich auf das jüngste Kind ihres Sachgebiets im Putbuser Biosphärenreservatsamt: Das Junior Ranger Plus Projekt.

„Weiterführende Gruppen für größere Kinder und Jugendliche, sogenannte Junior Ranger Plus Gruppen, gab es bisher leider nicht. Seit zwei Jahren arbeitet das Sachgebiet für Bildung für Nachhaltige Entwicklung daher an der Weiterentwicklung des Junior-Ranger-Projektes entsprechend den eigenen Zielen des Biosphärenreservates. Wir möchten ältere Kinder und Jugendliche zu ehrenamtlichen Naturschützern ausbilden“, so Dobelstein.

Während die Junior-Ranger- Plus-Kinder der 5. und 6. Klasse ihr Wissen über das Biosphärenreservat und seine Tier- und Pflanzenwelt vertiefen werden und dabei die sinnliche Erfahrung in und mit der Natur im Vordergrund stehen soll, werden die Junior-Ranger-Plus-Jugendlichen den Rangern bei ihrer umfang- und abwechslungsreichen Arbeit über die Schulter schauen und ihnen hilfreich zur Hand gehen.

Dazu gehören die Unterstützung bei Monitoringaufgaben (zum Beispiel Wasservogelzählung, Brutvogelkartierung, Spülsaummonitoring), Gebietskontrollen aber auch bei der Landschaftspflege (zum Beispiel Wiesenmahd, Weidenschnitt, Pflege der Streuobstwiesen), dem Artenschutz (zum Beispiel Bau von Brut- und Nisthilfen oder Insektenhotels, Amphibienzäunen) und der Unterhaltung von Wanderwegen.

Die Treffen der Junior-Ranger-Plusgruppen sind einmal im Monat und setzen freiwilliges Engagement sowie Lust und Neugier an der Natur voraus und das bei jedem Wind und Wetter.

Während sich die Junior-Ranger-Plus-Jugendlichen in der Regel während der Schulzeit am dritten Sonnabend des Monats im Biosphärenreservatsamt in Putbus treffen, um von hier gemeinsam mit den Rangern Thomas Papke, Steffen Sprenger und Michael Kolberg ins Gebiet zu starten, treffen sich die Junior-Ranger- Plus-Kinder in den Gruppen vor Ort.

In der vergangenen Woche holten Axel Knoblich und Bernd Hoppmann ihre Freiwilligen nach Schulschluss in Sellin ab. Wenige Schritte weiter, am Waldrand der Granitz spielten sie ihnen mit Hilfe eines Ting-Stiftes die Stimmen verschiedener Vögel vor, um Buntspecht, Buchfink und Co nicht nur optisch einwandfrei zu identifizieren, sondern auch des Gesanges nach.

„Die ersten Buchfinken-Männchen sind da, richten sich ein und besetzen ihre Reviere. Mit ihrem Gesang suchen sie ihre Weibchen, und wenn sich die Paare gefunden haben, legen sie mit dem Nestbau los“, erklärt die elfjährige Stella aus Göhren. Und auch Mette aus Thiessow liebt ihr neue Freizeitbeschäftigung. „Die Ranger sind witzig und wissen viel. Sie erklären uns, wie alles zusammenhängt und wie man zum Beispiel aufgrund von Farbe, Flügelform und Stimme die unterschiedlichen Vogelarten identifiziert. Heute markieren wir Bäume mit Nestern und Bruthöhlen und werden dann immer mal wieder vorbeischauen und sehen, wie sich die Paare eingerichtet haben und ob es Nachwuchs gibt.“

Eine Aussage, die Axel Knoblich durchaus stolz macht. „Unsere Kids hier wissen schon unheimlich viel und interessieren sich. Das ist toll an dem neuen Projekt. Wer freiwillig die Arbeit der Ranger unterstützt, möchte ja etwas lernen. Es macht somit auch uns Spaß.“

Von Steffi Besch

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