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Bußgeld für Schwarzfahrer gefordert

Göhren Bußgeld für Schwarzfahrer gefordert

Kontrollen am Hanglift in Göhren werden verschärft / Fahrgastzahlen sind gestiegen

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Den Preis von einem Euro pro Fahrt zu zahlen, sind offenbar nicht alle Fahrgäste bereit.

Quelle: Foto: Gerit Herold/oz-Archiv

Göhren. Kassenautomat bedienen, Billet für einen Euro bezahlen und ziehen und ab durch das Drehkreuz – so sollte es sein. Doch etliche Fahrgäste des Hangliftes in Göhren ignorieren dies einfach. Sprich: Es gibt immer noch viel zu viele Schwarzfahrer. „Wir gehen von zehn Prozent aus, aber wie hoch die Zahl wirklich ist, ob sie vielleicht noch höher ist, wissen wir nicht“, ärgert sich Bürgermeister Wolfgang Pester. Um die Kosten für eine Fahrt in Höhe von einem Euro einzusparen, werde der Schalter missbraucht, der eigentlich nur für Rollstühle und Kinderwagen vorgesehen ist, die nicht das Drehkreuz passieren können. Es wurde auch schon die Technik ausgehebelt, weil mit Kaugummi der Automat verklebt wurde.

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Kontrollen am Hanglift in Göhren werden verschärft / Fahrgastzahlen sind gestiegen

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Jetzt sollen Überwachungskameras installiert werden, die das Verhalten der Fahrgäste aufzeichnen. „Die Erschleichung einer Transportleistung ist strafrechtlich verfolgbar“, betont Kurdirektor Jörn Fenske. Allein die Kontrolle sei aber das Problem. Im letzten Jahr war in der Saison extra ein Mitarbeiter eingestellt worden, der auch die Tageskurkarten im Ort stichprobenartig prüfte. Doch die Kontrolle müsste über einen Ordnungsamtsmitarbeiter vorgenommen werden, um auch Bußgelder aussprechen zu können. Den würde die Gemeinde Göhren auch bezahlen. „Das hat der Amtsausschuss aber bisher abgelehnt“, so Pester. Zudem sei in der Satzung des Amtes für den Aufzug auch noch gar keine Regelung verankert worden.

Im Oktober 2015 hatte der Lift seinen Dienst aufgenommen. „Betriebswirtschaftlich gesehen sind wir immer noch in der Markteinführung“, so Fenske. Hinsichtlich der verkauften Karten sei noch kein Optimum erreicht. Dazu soll auch noch mit Vermietern aus dem Ort gesprochen werden, die auch Karten an ihre Gäste verkaufen sollen. „Für dieses Jahr erwarten wir einen super Wert“, so Fenske. Seit dem letzten Jahr könne man ein „sicheres Produkt“ anbieten: Seit Juni lief der Aufzug nach etlichen Ausfällen kontinuierlich. 87753 Fahrten wurden 2017 insgesamt gezählt, durchschnittlich 242 Fahrten am Tag. Silvester wurde mit 872 Fahrten der Maximalwert erreicht. Im Jahre 2016 lagen die Jahresfahrten noch bei 67989 (Tagesdurchschnitt: 186 Fahrten).

Damit der Lift kostendeckend ist, sind 130000 Fahrten im Jahr und 372 am Tag notwendig. Kosten und Einnahmen belaufen sich demnach auf rund 130000 Euro im Jahr. Mehreinnahmen darf die Kurverwaltung als Eigentümer und Betreiber des Aufzugs laut Fördermittelrichtlinie die nächsten zehn Jahre nicht einfahren. Den rund 1,7 Millionen teuren Aufzug, den die österreichische Liftbau-Firma ABS Transportbahnen errichtet hat, hatte das Wirtschaftsministerium mit 996000 Euro gefördert. Zudem muss erst einmal auch der Verlustvortrag aus der schwierigen Startphase ausgeglichen werden. Denn der Lift hatte zahlreiche Kinderkrankheiten. Lange lief es nicht rund am Hanglift, immer wieder traten technische Probleme auf, so dass der Aufzug nicht fuhr. So hatte man mit Spannungsschwankungen zu kämpfen, durch die der Computer ständig Neustarts auslöste. Dann war einer von zwei Sensoren öfter mal aktiviert worden, sodass der Lift aus Sicherheitsgründen auf seiner Tour stehen blieb. Der Bereitschaftsdienst der Kurverwaltung musste die Anlage zurückfahren – und den Lift samt Fahrgästen wieder zur Station. Weil es bis zu drei solcher Einsätze am Tag gab, wurde der Lift aus Personal- und Kostengründen zeitweise außer Betrieb gesetzt.

„Wir haben uns jetzt ein Reparatur-Set angeschafft, damit wir sofort reagieren können“, informiert Wolfgang Pester. Weiterhin gebe es einen Wartungsvertrag mit einer Firma aus Stralsund. Ein Energieberater soll zudem einen Weg finden, wie der gewonnene Strom bei den Talfahrten eingespeist werden könnte. „Bisher nimmt uns keiner den Strom ab. Das ist sehr kompliziert“, so Pester. Möglich wäre auch die Anschaffung von Akkus.

Kleine Macken hat der Schrägaufzug immer noch ab und an. So ging am 30. Dezember zehn Minuten lang gar nichts. Und auch am Mittwoch und Donnerstag dieser Woche stand der Aufzug wegen Reparaturarbeiten still. Die Kabinentür war defekt. Seit gestern früh fährt der Hanglift nun wieder.

Gerit Herold

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