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Caffiers Pflichtjohre för junge Lüd un Suhler Simsons

Caffiers Pflichtjohre för junge Lüd un Suhler Simsons

Ick weet gor nich, wurüm sich eenige Politikers dorœwer uprägen, dat sich junge Lüd een eenziges Johr lang för de Allgemeinheit insetten sœlen? Weggern wür dit schaden?

Ick weet gor nich, wurüm sich eenige Politikers dorœwer uprägen, dat sich junge Lüd een eenziges Johr lang för de Allgemeinheit insetten sœlen? Weggern wür dit schaden? Int Gegendeel, mehn ick, dorbi künn doch woll väl Godes bi rutkamen! De Füerwehren, dat THW, de Lüd von dat Friewillige ökologische un soziale Johr künnen sich to väle niege Mitmakers däächt freugen. Vör allen Dingen œwer wür för de jungen Lüd dat dägliche Läben un so mancher Beruf ganz anners utsehn warden, as se sich dat in ehren eegnen Droom mit allerschönste Farben utma’lt harn.

Güng dat nah mi, denn müsste dit Pflichtjohr vör (!) de Berufswahl liggen. Dormit nahdäm nix Verkiehrtes utsöcht un de Liehr gor afbråken wat. Ick heff œwer noch eenen ganz annern Grund, dat de jungen Lüd dit eene Johr för ehren Beruf ganz nödig bruken künnen: Weil se denn schon ehren Moped-Führerschien maken koenen. Denn grad bi uns up Rügen kann de Bus nich oewerall henn. Dor is dat Moped ok hüt noch eene gode Hülp.

Wurans ick dorup kamen bün? Een oller Defa- Film mit de berühmte Volksschauspälerin Agnes Kraus hät mi dorup brœcht. Kœnen ji juuch noch entsinnen, wenn Schwester Agnes up ehre Suhler „Schwalbe“

angebruust kehm un glieks mit ehre Berliner Kodderschnut in de Gäng’ wier, denn müssten wi uns vör Lachen unsern Buuk fasthollen. Harn grötere Schölers dit ok mit beläävt, denn kreech ick upn Schoolhoff öfters ok to hüren: „Se kunn mi ja ehre Maschin schenken un sich eene niege toleggen! Verdeent doch genooch!“ Anne Dierns wiesten enn öfters eenen Vagel. Doch dat Janken nah een Moped bleev. Hüt ok – mit eenen Unnerscheed: de Utwahl is riesig, de Pries sünd ganz anners – un de Qualität äbenfalls.

Kam ick jetzt nah Thüringen – miene Kinner wohnen dor – un kiek in Suhl vörbi, denn kunn ick dat Hülen kriegen! De groten Warkhallen leer, de Schieben kaputt: „...In den öden Fensterhöhlen wohnt das Grauen, und des Himmels Wolken schauen hoch hinein...“*

Alles Mœgliche un Unmœgliche is nah de Wende versœcht worden, in denn’ niegen Markt Foot to faten, doch to „schlichter“ Letzt müsste de Betrieb 2003 upgäben un väle Ehemalige in de Arbeitslosigkeit orrer in Rente schickt warden. Wat äben to disse kapitalistische Wirtschaftsort mit dorto gehüürt.

Grad dorüm is dat doch nödig, dat de Mätens un Jungs ok schon in anne Firmen un bi anne Arbeiten väle Erfohrungen sammeln kunnen, sich also leichter ümstellen, leichter wat Nieges liernen kœnen!

Dormit se äben nich arbeitslos warden! Nee, nich mit Pflicht, orrer gor mit Zwang! Väl mihr friewillig ut eegne Insicht. So as dit doch för all de klor is, de eenen medizinischen Beruf liernen müchten orrer nahst mit lütte orrer grötere Kinner arbeiten willen, dat se so tiedig, as moeglich, sich schon eenmal bi een Praktikum een eegnes Bild von ehren tokünftigen Berufswech maken sullen.

Wer von Lütt up an een Musikinstrument so god spälen deet, dat se/he dit eenes Dags gor to eenen eegnen Beruf maken mücht, de weet von alleen, dat bit dorhenn noch manch Steen in dissen Wech liggen deet, denn’ man sülben wechrühmen mütt! Dorbi helpt keen Hokuspokus, dor helpt bloß eent: Öben, öben, öben, weil noch keen Meister von’n Himmel follen is. Nee, Herrr Caffier för all diese jungen Lüd is een Pflichtjohr* gor nich to gebruken!

Nokixel: *hoch hinein – Das Lied von der Glocke (Schiller); *Pflichtjohr – mussten Mädchen in der Nazizeit ab 1938 absolvieren.

-wika-

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