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Chaos auf B 196: Straßenbau und Baumpflege nerven Autofahrer

Sellin Chaos auf B 196: Straßenbau und Baumpflege nerven Autofahrer

Auf der Trasse zwischen der Inselmitte und der Bäderküste gehört Stau seit Wochen zum täglichen Programm / Die missliche Lage soll erst Ende Juni ein Ende haben

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Hier war kein Fachmann am Werk. Dieses Schild weist gleich hinter dem Abzweig Seedorf auf die Baustelle der Baumpfleger hin. Das Tempo-50- Gebot wird ein paar Meter weiter gleich wieder aufgehoben, durch das reguläre Tempo-80-Schild.

Quelle: Chris-Marco Herold

Sellin. Freie Fahrt für freie Bürger – auf der B 196 ist das Vergangenheit. Für den aktuellen Ist-Zustand sorgen Straßenbauer, die den Trassenabschnitt zwischen Sellin und Baabe ausbauen und die Autofahrer zu Umwegen durch die Siedlung am Wald zwingen. Verschärft wird die Lage seit Wochen zudem von Baumpflegern, die erst die Straße halbseitig sperren und sich dann an den Alleebäumen zwischen Sellin und Lancken-Granitz abarbeiten. „Wenn sie in dem Tempo weiterarbeiten wie bisher, werden sie im Oktober noch dabei sein und wir weiter im Stau stehen“, vermutet Hennry Hänsel. Dem Baaber ist längst der Geduldsfaden gerissen: „Baumpflege an der B 196 ist für mich das Unwort des Jahres.“

 

OZ-Bild

Für einen si- cheren Verkehr ist Baumpflege unumgänglich.“Ralf Sendrowski, Straßenbauamt

Quelle:

Ralf Sendrowski kann den Ärger der Autofahrer, zu denen auch immer mehr Touristen gehören, verstehen. „Aber die Arbeiten sind unumgänglich notwendig, da Totholz und bruchgefährdete Äste entnommen werden müssen. Wir müssen schließlich unserer Verkehrssicherungspflicht nachkommen. Und in diesem Zusammenhang müssen wir an den Alleebäumen einen größeren Rückstau abarbeiten“, sagt der Leiter des Straßenbauamtes Stralsund.

Dass die Baumpflegearbeiten seit Wochen andauern, begründet Sendrowski so: „Wir haben der Firma aufgegeben, bei Staubildung die Arbeiten für etwa eine Stunde einzustellen, um Staus abzubauen.“ Und noch eine Anweisung soll vom Amt herausgegeben worden sein: „Weiter haben wir veranlasst, die Arbeiten möglichst in verkehrsschwächeren Zeiten durchzuführen.“

Doch die Realität ist seit Wochen eine andere. Anfangs begannen die Baumpfleger dann mit ihren Arbeiten, wenn sich zu den automobilen Rüganern auch noch die Touristen gesellten, die zu ihren Insel-Ausflügen gestartet waren. Inzwischen sieht es anders aus. Die Baumpfleger beginnen später, arbeiten aber bis zum späten Nachmittag beziehungsweise frühen Abend. Dann kommen die Rüganer von der Arbeit, die Touristen von ihren Ausflügen. Beide treffen sich im Stau.

Davon kann Sandra Neumann ein Lied singen. Am Mittwochnachmittag war sie gegen halb fünf von Bergen aus auf dem Heimweg nach Göhren. „Bei Serams hatte ich das Stauende erreicht. Die Fahrt nach Hause hat zwei Stunden gedauert“, sagt sie. Ansonsten benötigt sie für die etwa 25 Kilometer lange Strecke etwas mehr als eine halbe Stunde.

Bis Oktober, wie von Hennry Hänsel vermutet, werden die Baumpfleger an der Bundesstraße 196 nicht im Einsatz sein. Denn ein Ende, wenn auch kein schnelles, ist in Sicht. „Ich schätze, dass die Arbeiten noch ein bis zwei Wochen andauern werden“, sagt Amtsleiter Sendrowski.

Durchgängig freie Fahrt für freie Bürger auf der B 196 wird es wohl ab Juli geben. „Bei einer Baustellenberatung haben die Firmen der zwischen Sellin und Baabe tätigen Arbeitsgemeinschaft versichert, dass sie bis Ende Juni mit dem Ausbau fertig sind“, sagte Sellins Bürgermeister Reinhard Liedtke zu Wochenbeginn.

Chris-Marco Herold

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