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Rügen Chaos vor Bergen: B 196 voll gesperrt
Vorpommern Rügen Chaos vor Bergen: B 196 voll gesperrt
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04:01 12.03.2013

Die Wischerblätter schaffen es kaum, die Frontscheibe freizuhalten. Trotz Durchblick können Autofahrer nicht einmal zehn Meter weit sehen. Waagerecht peitschen Sturmböen die Flocken über die Bundesstraße 196 und türmen sie auf der Fahrbahn meterhoch auf. Massive Schneeverwehungen haben den Berufverkehr gestern zum Wochenstart auf Rügen teilweise lahm gelegt. Mehrere Dörfer im Amtsbereich Mönchgut-Granitz waren von der Außenwelt abgeschnitten. Schulen brachen den Unterricht zu Mittag ab.

Gestern Morgen kurz vor 6 Uhr auf der B 196 zwischen den Abzweigen Buschvitz und Kaiseritz: Genau auf diesem Abschnitt der Hauptverkehrsader zwischen der Inselmetropole und der Bäderküste, wo die Straßenmeisterei Bergen in der vergangenen Woche die Schneezäune abmontiert hat (OZ berichtete), schlägt der Schneesturm mit voller Wucht zu. Jetzt rächt sich die Demontage der Schneefänger.

Meterhohe Schneewehen auf der Bundesstraße werden für Autofahrer auf dem Weg zur Arbeit zum unüberwindlichen Hindernis, einige stecken fest, nichts geht mehr. „Kurz vor 6 Uhr musste die B 196 zwischen den Abzweigen Buschvitz und Kaiseritz voll gesperrt werden“, sagt Torsten Bluhm vom Polizeirevier Bergen. Im Akkord kämpfen Räumfahrzeuge des Winterdienstes, unterstützt von Landwirten aus den umliegenden Dörfern, gegen die Verwehungen. Sogar Schneefräsen werden eingesetzt. Auf der Bundesstraße bilden sich lange Autoschlangen. „Erst gegen 7.30 Uhr konnte die Vollsperrung aufgehoben werden“, gibt Bluhm am Vormittag Entwarnung. Trotzdem geht es nur im „Schneckentempo“ voran.

Zu dem Zeitpunkt sind im Südosten der Insel noch ganze Dörfer von der Außenwelt abgeschnitten. „Die Gemeindestraße von Lancken-Granitz in Richtung Neu-Reddevitz ist dicht“, informiert Hans-Peter Woldt vom Amt Mönchgut-Granitz kurz vor Mittag, dass die Räumtechnik immer noch im Einsatz ist, um die einzige Anbindung für die Dörfer Dumertevitz, Gobbin und Neu-Reddevitz sowie Burtevitz und Preetz wieder frei zu bekommen.

„Unsere Busfahrer sind heute Morgen auch nicht nach Groß Zicker und Gager durchgekommen“, weiß Michael Lang, Sprecher der Rügener Personennahverkehrsgesellschaft (RPNV), zu ergänzen. „Einzelne Orte an Nebenstrecken haben die Busse am Morgen nicht anfahren können, überall gab es erhebliche Verspätung“, gibt er kurz vor Mittag einen Überblick über Beeinträchtigungen im Busverkehr und eine Warnung raus: „Weil laut Vorhersage der Wind am Nachmittag wieder zulegen soll, haben wir Schulen empfohlen, die Schüler nach der sechsten Stunde, also gegen 13 Uhr nach Hause zu schicken“, so Lang. Schulen halten sich daran, der Unterricht wird abgebrochen. „Wir schicken die Kinder um 13 Uhr nach Hause“, so Kathleen Dettmann, Sekretärin an der Regionalen Schule in Garz. Auch am Gymnasium in Bergen werde so verfahren, heißt es auf Nachfrage.

Die Reederei Hiddensee hat dagegen gestern Morgen den normalen Fahrplan wieder aufgenommen. „Die Wetterlage hat sich so weit beruhigt, dass unsere Schiffe wieder zwischen Rügen und Hiddensee verkehren können", sagt Marcus Klein, Pressesprecher der Weißen Flotte, zu der die Reederei Hiddensee gehört. Die hatte am Sonntag wegen des Schneesturmes aus Nord-Ost den Fährverkehr auf eine Abfahrt in jede Richtung reduziert (OZ berichtete). Die Wassertaxen blieben auch gestern aber an der Leine und verkehrten nicht. „Es hat sich Eisschlamm in den Hiddenseer Häfen gebildet", begründete Klein.

Udo Burwitz

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