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Rügen „Am Fenster“ war auch im Puff ein Hit
Vorpommern Rügen „Am Fenster“ war auch im Puff ein Hit
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15:36 13.01.2019
City beim Konzert im Putbusser Marstall am 11. Januar 2019 Quelle: Maik Trettin
Putbus

Das Kerzenlicht auf der Bühne flackerte elektrisch. Das war jetzt vielleicht nicht die „Candlelight“-Atmosphäre, die sich ein unbedarfter Zuschauer unter dem Titel des City-Konzerts am Freitag im Putbusser Marstall vorgestellt hätte. Doch für Kerzenscheinromantik sind die Bandmitglieder um Toni Krahl in der Regel die falschen Musiker. City macht Rock, nach wie vor, Lieder, die man laut mitsingen kann, mit Texten, die auch in einem Gedichtband nicht deplaziert wären. Das schätzen die Fans nach wie vor. Rund 350 Besucher kamen Freitagabend in den Marstall, wo sie in Wohnzimmeratmosphäre fast auf Tuchfühlung zu den Rocklegenden gehen konnten. Fritz Puppel, Klaus Selmke, Manfred Hennig, Toni Krahl und auch der „Teufelsgeiger“ Georgi Gogow – sie alle haben jahrzehntelang deutsche Musikgeschichte geschrieben. Viele Fans sind der Band treu geblieben und mit ihr „gereift“. Jüngster Besucher war der sechsjährige Johannes. Er war mit seinen Eltern und Großeltern gekommen. Schon zum zweiten Mal erlebte Burgunda Wännrich aus Putbus die Rocker im Marstall. „Die Stimmung ist diesmal besser als vor zwei Jahren“, schätzte sie ein.

Szenenapplaus für Textzeile bei „Kinder“

Ganz so wild wie vor Jahrzehnten ging es am Freitag weder auf der Bühne noch im Publikum zu. Musik machen und genießen, das geht mittlerweile auch sitzend und bei Kerzenlicht. Und doch sprangen immer wieder Leute aus den Sitzreihen auf, jubelten, klatschten, tanzten, vor allem bei den älteren Hits. Szenenapplaus erntet die Band auch mit einem Titel, den sie sich nur „geborgt“ hat: „Kinder“ stammt ursprünglich von der Liedermacherin Bettina Wegner. Die Schluss-Zeile „Leute ohne Rückgrat / ha'm wir schon zuviel“ trifft heute den Nerv vieler Menschen offenbar ebenso wie vor 40 Jahren.

Liebe und Menschlichkeit in Zeiten der „Hasspeitschen“

Wer nur auf „Am Fenster“ lauerte, für den hätte der Abend schnell zu Ende sein können. „City“ spielte ziemlich früh am Abend die ersten Töne dieses deutschen Rock-Klassikers, damit die, die lediglich darauf gewartet hatten, nach Haus gehen könnten, wie Krahl frotzelnd anbot. Darauf ging niemand ein. Die Zuhörer hätten auch einiges mehr verpasst als den vollständigen Titel, den sich der Saal als Zugabe erklatschte. Nicht nur die „politisch korrekten“ Lieder, wie der 69-jährige Frontmann der Truppe sie nannte, sondern auch die über die Menschlichkeit und die Liebe. Die seien gerade in „Zeiten, in denen die Hasspeitschen knallen“, besonders wichtig. Auch die Episoden aus der „City“-Geschichte, die Krahl zwischendurch erzählte. Der erinnerte sich an frühere Auftritte auf Rügen, unter anderem mit „Karat“ oder an ein Konzert auf der Ralswieker Bühne mit dem „trinkfesten“ Kollegen Matthias Reim. Und dann war da noch der Besuch im Hamburger Puff während eines Gastspiels in der BRD: Die Platte mit „Am Fenster“ hatte jede der dort tätigen Damen auf ihrem Zimmer, wie sich herausstellte. Der Abstecher ins Rotlicht-Milieu endete mit einer Autogrammstunde.

Maik Trettin

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