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DDR-Bürger waren Champions im Kleingärtnern

Kammin DDR-Bürger waren Champions im Kleingärtnern

Der kleine Ort Kammin besticht durch seine Vielzahl von Datschengrundstücken. Die gibt es seit geraumer Zeit.

Kammin. Der kleine Ort Kammin besticht durch seine Vielzahl von Datschengrundstücken. Die gibt es seit geraumer Zeit. Denn in keinem Staat der Welt hatten sich so viele Bürger der Kleingärtnerei verschrieben wie in der DDR: Auf geschätzten 3,4 Millionen Datschen bauten die DDR-Bürger Gemüse und Obst an oder züchteten Tauben, Wellensittiche und Kaninchen. Das Leben auf der eigenen Parzelle entschädigte für das beengte Wohnen im Plattenbau, ersetzte die Urlaubsreise und kompensierte die Versorgungsmängel an frischen Lebensmitteln. Dabei ist die Idee der Kleingärten so alt wie die Industrialisierung, die eigene Parzelle auf dem Land bot Zuflucht vor der Enge und dem Dreck der rasant wachsenden Städte.

Die typische DDR-Datsche bestand aus einem schnell erreichbaren und möglichst am Ufer eines Gewässers gelegenen Grundstück, auf dem ein Bungalow errichtet wurde. Nach Gründung der DDR waren die Kleingärtner nicht gern gesehen. Ihre vermeintliche Kleinbürgerlichkeit galt es im Sozialismus zu überwinden. Doch Kollektivierungsversuche scheiterten. Schließlich wurden die Kleingärten 1959 toleriert, ab den 1960er Jahren gefördert. 1977 wurde angesichts der zunehmenden Versorgungsengpässe die Parole „100 Kilo Obst auf 100 Quadratmetern Kleingartenland“ ausgegeben.

Mit einem Netz Ankaufsstellen wurden Früchte aus den Kleingärten abgezogen, um den allgemeinen Bedarf zu decken. Das führte dazu, dass mancher Kleingärtner sein Gemüse an der Annahmetheke teuer abgab, um dann seine eigenen Erzeugnisse im Laden billig zurück zu kaufen.

S. Gilbert

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