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Rügen Da staunt der Eisenbahnfan: Chinesen puzzeln mit Kleinbahn
Vorpommern Rügen Da staunt der Eisenbahnfan: Chinesen puzzeln mit Kleinbahn
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00:00 26.02.2016
Dieses vierteilige chinesische Telefonkarten-Puzzle zeigt den Rasenden Roland am Haltepunkt Garftitz. Quelle: Günther Klebes
Die Rügensche Kleinbahn in China? Eisenbahnfreund Günther Klebes aus dem fränkischen Erlangen ist auf kuriose Fundstücke gestoßen. Dabei handelt es sich um mehrere Telefonkarten mit einem Nennwert von je 30 Yuan (rund vier Euro), die zusammengesetzt zwei Züge des Rasenden Rolands zeigen.

Schnäppchen gemacht

30 Yuan ist der Nennwert jeder der vier Telefonkarten, die zusammengelegt eine Ansicht des Rasenden Rolands ergibt. Umgerechnet sind die 30 Yuan nach dem aktuellen Wechselkurs 4,176 Euro wert. Günther Klebes hat jede der insgesamt acht Telefonkarten für etwa 40 Cent ersteigert.

Bei der Suche nach neuen Marken und Karten für seine Sammlung entdeckte der 67 Jahre alte Franke diese Unikate kürzlich bei einer luxemburgischen Internet-Auktion. Der Verkäufer selbst war auch aus Asien. Die Karten stammen aus dem Jahr 2009, als es in Deutschland längst keine Motivkarten mehr zum Telefonieren gab. Klebes bot als einziger und ersteigerte die acht Karten für knapp je 40 Cent das Stück. Da war der eingeschriebene Luftpostbrief aus der Volksrepublik China teurer als der Inhalt. Dann hieß es lange warten, bis die Post endlich beim Zollamt abgeholt werden konnte. Doch dann begann für den Sammler erst der Spaß, der mit einigem Spürsinn verbunden war.

„Ich versuche bei jedem Motiv auch herauszubekommen, wo es aufgenommen wurde“, erklärt er. Vergleichsbilder in seiner umfangreichen Bibliothek gibt es genügend. Ein Fan des Rasenden Rolands verriet ihm dann auch die Einzelheiten zu den Abbildungen: Zunächst handelt es sich um die 1953 gebaute Lok 99 1782-4 in Garftitz. Angehängt ist der Gepäckwagen 97-42-63 (Baujahr 1914). Das andere Foto zeigt die ebenfalls 1953 gebaute Lok 99 1781-6 in Posewald. Sie zieht den 1895 gebauten Packwagen 974-471.

Es komme häufig vor, dass auf Briefmarken und Telefonkarten aus dem Ausland Bahnen sowie Lokomotiven europäischer oder amerikanischer Herkunft abgebildet seien, so Klebes. „Die schauen sich im Internet um und verwenden Bilder, die ihnen gefallen. Lizenzen oder Urheberrechte spielen dabei keine Rolle“, erklärt er. Und es werde nicht nur in China so verfahren. Auch für Sammlerbriefmarken des afrikanischen Inselstaates Sao Tomé und Principe oder des weniger exotischen Litauens würden sich die Herausgeber gerne ohne zu fragen im Internet bedienen. Der Fotograf hat kaum Chancen, für die Verwendung seines Bildes ein Honorar einzufordern. So sei einem Klebes bekannten Fotografen von seinem Rechtsberater beschieden worden, dass er im Zweifel auf den Verfahrenskosten von mehreren Tausend Euro sitzen bleibe.

Der 67-jährige Erlanger sammelt „alles, was mit der Bahn zu tun hat — außer echte Lokomotiven“. Bei ihm zu Hause stehen Modelle und historische Uniformmützen — die so genannten „Rotkäppchen“ — neben zahllosen selbst geschossenen Fotos und Alben voll einschlägiger Telefonkarten und Briefmarken. Daneben arbeitete der Schulbusfahrer und dreifache Vater ehrenamtlich bei der Bahnhofsmission. Sein Hobby sei „Bahn fahren“, und selbst auf Hochzeitsreise ist er vor 33 Jahren mit dem Glacier-Express in der Schweiz gefahren. Nach der Wende war natürlich auch die Insel Rügen Ziel eines Familienurlaubs.



Rüdiger Lando

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