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Rügen Dank Spendenaktion: Jette ist endlich mobil!
Vorpommern Rügen Dank Spendenaktion: Jette ist endlich mobil!
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08:01 14.06.2018
Jette Ewert aus Mariendorf freut sich, mit dem Handbike mobil sein zu können, wie zum hier zum Auftritt der Akrobaten in Göhren. Quelle: Herold Gerit
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Göhren

Vor knapp einem Jahr war es für sie noch undenkbar, ein Traum – inzwischen gehört es zu ihrem Alltag. Jette Ewert aus Mariendorf (Gemeinde Mönchgut), die seit einer Erkrankung im Rollstuhl sitzt, kann mit ihrem neuen Handbike selbstständig die Region erkunden. Das hilfreiche Gefährt, das mit einem E-Bike zu vergleichen sei, konnte sich die 30-Jährige mit Geld aus einer Spendenaktion kaufen. 8000 Euro waren für die Anschaffung notwendig. Nun kann die Übungshelferin bei den Sportakrobaten des TSV Empor Göhren zwei Mal in der Woche allein zum Training fahren. Früher war die frühere Artistin dabei immer auf den Fahrdienst ihrer berufstätigen Eltern angewiesen. Der Versuch, dafür einen Behinderten- Fahrdienst zu bekommen, blieb ohne Erfolg. Die Krankenkasse hatte die Bezahlung abgelehnt, weil es kein Hilfsmittel sei.

Um endlich mobil sein zu können, hatte Jette schließlich im Internet eine Spendenaktion gestartet. Die OSTSEE-ZEITUNG hatte ihre Geschichte aufgeschrieben. Die Hilfsbereitschaft sei überwältigend gewesen, erinnert sich Jette. „Es war sehr beeindruckend, das mir völlig unbekannte Menschen geholfen haben“. Damit das notwendige Geld für das Handbike zusammenkam, hat auch der TSV Empor Göhren, das DRK und die Regionale Schule ein großes Sümmchen beigesteuert. Auch ihre Krankenkasse habe schließlich noch einen kleinen Teil mitfinanziert.

„Ich möchte mich bei allen bedanken. Das Handbike ist eine riesige Erleichterung für mich“, freut sich Jette. Das Bike fahre sich wie ein Fahrrad, nur mit Händen und Unterstützung durch einen Motor. Ein Spezialgriff sorgt dafür, dass ihre rechte Hand, die eine Kontraktur hat, nicht abrutscht. Auf geraden Strecken sei sie mit maximal 18 km/h unterwegs. Die junge Frau war mit dem Bike schon in Baabe. Aber meistens ist sie nach Göhren unterwegs zu den Sportakrobaten. Ihre Erfahrung als ausgebildete Artistin ist gefragt und geschätzt bei den Trainern. Die Kinder haben großen Respekt vor ihr. Wegen ihres hartes Pensums zum Muskelaufbau, das sie den Akrobaten zum Abschluss jedes Trainings auferlegt, wird sie augenzwinkernd „Schleiferin“ genannt.

Jette selbst hatte als Achtjährige bei den Sportakrobaten angefangen. Sie war ehrgeizig, diszipliniert und sehr erfolgreich. Mit 14 Jahren bestand sie auf Anhieb den Eignungstest bei der renommierten Artistenschule in Berlin. Vier Jahre später war sie „Staatlich geprüfte Artistin“ und trat als Künstlerin erfolgreich auf. Später ging sie als Animateurin in Hotels auf Kreta und in der Türkei. Mit 21 Jahren absolvierte sie eine dreijährige Ausbildung zur Fachkraft für Veranstaltungstechnik. Nach ihrer Zeit im Grips Theater Berlin heuerte sie auf dem Kreuzfahrtschiff „Aida“ an. Dort war sie mit für die Shows zuständig – und glücklich. Dann der Schicksalsschlag: Als sie eines morgens aufwachte. war ihre rechte Körperseite taub. Es begann ein Martyrium von einem Arzt zum anderen. Schließlich die Diagnose: Chorea minor. Bewegungsstörungen als Folgeerkrankung nach einem Infekt mit Bakterien oder Viren.

Der Sport habe ihr geholfen, die Zähne zusammenzubeißen, nie aufzugeben und zu kämpfen, sagt Jette.

Herold Gerit

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