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Rügen „Das Schicksal hat mich von Erlangen nach Lohme geweht“
Vorpommern Rügen „Das Schicksal hat mich von Erlangen nach Lohme geweht“
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00:00 15.04.2016
Marion Prager-Wiehn webt eine Decke aus norwegischer Schafwolle.
Lohme

„Wenn die Schwedenfähre bei uns vorbei fährt“, sagt Marion Prager-Wiehn und schaut aus dem Fenster ihres Hauses hoch über dem Meer, „dann ist sie in einer Stunde im Mukraner Hafen.“ Seit rund 15 Jahren lebt die gebürtige Fränkin in ihrem Lohmer Kapitänshaus, das sie 1997 nicht von einem Onkel aus Amerika, sondern von einem auf Rügen geerbt hat. Bis dahin kannte sie das 106 Jahre alte Gebäude nur von Fotos. „Das Schicksal hat mich hierher geweht“, stellte die Frau damals fest und machte sich an die Arbeit. Fünf Jahre pendelte sie zwischen Erlangen und Lohme, bis das Haus saniert war und sie mit ihrem Kater Kasimir einziehen konnte.

Zwei Webstühle stehen im Haus, denn Prager-Wiehn hat ihre Leidenschaft für dieses Handwerk zum Beruf gemacht. Sie webt Decken und Kissenbezüge aus norwegischer Schafwolle oder Schals aus Wolle und Seide. „Das Spiel mit Naturmaterialien und Farben fasziniert mich.“ Gelernt hat sie die Kunst des Webens in Niedersachsen, dort die Gesellenprüfung abgelegt. Im Haus hat sie einen kleinen Ausstellungsraum eingerichtet.

Die erste Zeit in Lohme war „schwer und einsam“, doch Prager-Wiehn ging auf die Menschen zu. „Ich war auf jedem Dorffest.“ Vor allem aber lernte sie viele Leute kennen, als sie begann, freitags die Filmvorführungen in Sassnitz zu besuchen. Heute ist sie im Verein Lichtspiele Sassnitz aktiv. Und hat dort auch ihren Lebensgefährten Christian Schmidt kennen gelernt. Gefunkt hat es an einem Abend im Jahr 2006, bei Woody Allens Film „Matchpoint“.

Die Filmabende sind für eine eingeschworene Cineasten-Gemeinde ein Jour fixe. „Bei uns gibt es kein Popcorn, dafür Essen und eine persönliche Begrüßung“, sagt Prager-Wiehn und sieht aus dem Fenster hinunter auf den mit Angelbooten besetzten Lohmer Hafen.

Von sg

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