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Das erste Klassenfoto nach 30 Jahren

Sassnitz Das erste Klassenfoto nach 30 Jahren

Da gab es viel zu erzählen: Ex-Zehntklässler der Sassnitzer Oberschule II trafen sich am Wochenende

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Jens Kattermann (l.) und Olaf Krebs waren früher ganz schön verliebt in Jana Hennig.

Sassnitz. Wie werden erwachsene Frauen und Männer wieder zu 16-jährigen Schülerinnen und Schülern, die gerade sitzen, sich melden und das Handy zur Seite legen, weil jemand redet? Wenn sie sich von ihrem ehemaligen Physiklehrer Horst Wutzke mit dem Zeigestock in der Hand Gesetze der Blind-, Schein- und Wirkleistung anhand einer frisch gezapften Biertulpe erklären lassen. Und das alles freiwillig, denn nach 30 Jahren trafen sich am Wochenende die ehemaligen Zehntklässler der Oberschule II in Sassnitz zu ihrem ersten gemeinsamen Klassentreffen wieder. Es war ein Abend voller Überraschungen.

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Da gab es viel zu erzählen: Ex-Zehntklässler der Sassnitzer Oberschule II trafen sich am Wochenende

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„Ist doch total spannend, was aus den anderen so geworden ist“, meint Jens Kattermann, mittlerweile 47. „Ich bin kurz nach Schulschluss mit 19 über die Warschauer Botschaft nach Westdeutschland geflohen, mir hatte es in der DDR gereicht.“ Kattermann ist einer der etwa 40 Teilnehmer an diesem Abend. „Ich habe die meisten wirklich drei Jahrzehnte lang nicht gesehen.“

Viele der ehemaligen Schülerinnen und Schüler mussten anreisen, um am Treffen teilzunehmen. „Ich wohne seit über 20 Jahren in Bremen“, erzählt Torsten Bartel. „Ich bin allerdings sehr oft in Sassnitz und besuche meine Eltern.“ An diesem Tag traf er sich mit seinen ehemaligen Mitschülern schon am Nachmittag an der Schule. Das Gebäude habe sich nicht viel verändert, sind sich die meisten einig. „Wir mussten damals vor Schulbeginn an den Stufen vorm Haus antreten, die Lehrer standen an den Türen und ließen uns dann erst rein“, erzählt Thomas Edelmann (47). „Im Winter war es natürlich besonders schlimm, eben kalt“, ergänzt er.

Ein altes Klassenbuch machte die Runde und ein kleines Poesie-Album wurde herumgereicht. Annett Brauns aus Sassnitz blättert darin und kommentiert: „Hier, schaut mal, Jana hat sich damals besonders Mühe gegeben und kleine Bildchen hineingeklebt.“ Die alten Erinnerungen wurden wach. So auch bei den eingeladenen Lehrern. Gunther Straube unterrichtete damals Chemie und Biologie und bringt an diesem Abend sein kleines Lehrerbüchlein mit. „Wir haben viel unternommen, waren in Kiew und in Polen. Im Lager für ,Arbeit und Erholung’ in Polen wurde bis zum Mittag gearbeitet und danach konnten die Jugendlichen ins Kino gehen oder Ausflüge machen.“

Die Polen sollen von den fleißigen Deutschen sehr begeistert gewesen sein. Robert Stefan aus Sassnitz kann sich erinnern. „Stimmt, in Polen bin ich den Mädchen besonders aufgefallen“, scherzt er.

Alte Liebesgeschichten werden hervorgekramt und ehemalige echte Banausen neu gekrönt. „Ich war immer total unauffällig“, erzählt Olaf Krebs. Chris Blankenburg weiß es besser: „Nein, Olaf Krebs war ein Wirbelwind und jeder kannte ihn.“ Die beiden können sich am Ende einigen. Jana und Maik lernten sich bereits in der neunten Klasse kennen und lieben. „Wir sind jetzt 31 Jahre ein Paar“, erzählt Jana Hamelow. „Damals habe ich im Kinderheim in Lohme gelebt und bin in Sassnitz ab Klasse neun zur Schule gegangen. Wir hatten als Heimkinder keinen leichten Stand, aber ich habe mich durchgeboxt“, erzählte Jana Hamelow, die damals Schmidtke hieß.

Das Klassentreffen wird ein voller Erfolg. Diana Brauns (47) aus Niebüll organisierte die Veranstaltung. „Es war nicht schwer, alle wiederzufinden. Mit Whatsapp und Facebook war das ein Selbstläufer.“ Bis in die frühen Morgenstunden feiert die Meute ausgelassen bei Musik, leckerem Essen und vielen alten Geschichten. Nach 30 Jahren gibt es eben viel auszuwerten.

Christine Zillmer

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