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Rügen Das lange Warten auf Svantevits Rückkehr
Vorpommern Rügen Das lange Warten auf Svantevits Rückkehr
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00:15 30.03.2016
Unter der Verpackung befindet sich der Baumstamm, aus dem einmal der Svantevit werden soll. Noch ist der Baumstamm aber erst konserviert. Quelle: Fotos: Anne Ziebarth (3), Holger Vonberg

Noch flattert rot-weißes Absperrband auf dem Platz vor dem Peilturm am Kap Arkona. Eigentlich sollte hier bereits eine rund drei Meter hohe Svantevit-Statue aus Holz die Gäste begrüßen. Doch dazu kommt es vorerst wohl nicht. Grund: Die Arbeiten des ukrainischen Bildhauers Dimitrij Rusakov sind ins Stocken geraten.

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Die Gemeinde Putgarten hat einen ukrainischer Künstler damit beauftragt, eine Skulptur des Slawengottes zu schaffen / Doch die Fertigstellung zieht sich hin

Die slawische Gottheit Svantevit ist thematisch eng mit dem Ort verbunden, befand sich doch auf dem Kap eine große Slawenbug. Eine Svantevit-Statue stand hier auch schon bis 2013. Dann knickte Sturm „Christian“ das marode Denkmal ab. Jetzt sollte ein Ersatz her. Geplant war die feierliche Enthüllung der slawischen Gottheit bereits für vergangenes Jahr, doch bis heute steht nur ein verpackter Holzstumpf an der ausgesuchten Stelle. Eine aufwändige Konservierung und Vorbereitung des Stammes durch den Künstler und wohl auch sein Warten auf den richtigen Zeitpunkt, den Gott aus dem Holz zu schälen, sind mitverantwortlich für die Verzögerungen. Auch droht neues Ungemach, was Svantevits Schultern angeht. Noch ist unklar, ob die ausgewählten Bäume, aus denen die Arme des Hünen entstehen sollen, überhaupt gefällt wurden — eine Telefonnummer war verloren gegangen.

Dabei verlief der Beginn der Zusammenarbeit vielversprechend. Dimitrij Rusakov hatte seine Idee für eine Skulptur den Gemeindevertretern bereits 2014 vorgestellt und sich mit seinem Entwurf gegen eine andere Künstlerin durchgesetzt. Nicht unerheblich war dabei auch der Kostenaspekt für die Gemeinde. Außer dem Material und den Fahrtkosten verlangte der Künstler aus Schwerin keine weiteren Zahlungen. Der vermeintlich günstige Weg kommt die Gemeinde jetzt aber teuer zu stehen. „In der ganzen Zeit sind durch die vielen Strecken nicht unerhebliche Summen zusammengekommen“, klagt Bürgermeisterin Iris Möbius. „Wir haben bereits jetzt unser Budget überschritten.“ Angaben über die Höhe der aufgelaufenen Kosten wurden nicht gemacht.

Seit Mai 2015 arbeitet der ukrainische Bildhauer am Kap an dem ausgesuchten Baum. Zunächst stand allerdings eine umfangreiche Konservierung des Stammes an. „Der Baum ist innerlich gerissen“, erklärte Rusakov. „Ich muss ihn behandeln wie ein Sanitäter.“ So vergingen Monate, in denen der Künstler immer wieder anreiste. Die Skulptur kam dabei nicht recht voran. Auf der vergangenen Sitzung riss den Gemeindevertretern dann der Geduldsfaden. Dimitrij Rusakov wurde eingeladen, um den weiteren Terminplan zu erläutern. „Wir müssen planen und dafür auch wissen, wann die Skulptur fertig wird“, erklärte Iris Möbius dem Künstler. Doch die Antwort war ausweichend. „Ab April geht es los“, versprach Rusakov. Aber garantieren, ob er dieses Jahr fertig wird, könne er nicht. Zum Arbeiten bräuchte er außerdem ein Gerüst, denn der Svantevitstamm ist mittlerweile aufgerichtet. Und ein Dach für die Skulptur wäre auch sinnvoll, schließlich würde das raue Klima am Kap dem Baum nicht gut tun. Vorschläge, die bei den Gemeindevertretern nicht gut ankamen. „Wir befinden uns hier auf einem Flächendenkmal. Da kann man nicht einfach so bauen“, war die Antwort. Die Gemeinde will in Kürze eine Grundsatzentscheidung über das weitere Vorgehen in punkto Svantevit treffen.

Hauptgott der Slawen

Svantevit war der Hauptgott der Slawen, die sich im 6./7. Jahrhundert auf der Insel Rügen niederließen.

Wichtigster Ort der Verehrung war die Tempelburg Arkona auf Rügen. Erste Hinweise auf diesen Tempelort gibt es im Bericht eines arabischen Handlungsreisenden aus dem Jahr 943.

Bereits damals gab es eine Beschreibung der Svantevit-Statur mit Trinkhorn und Schwert in den Händen.

Bei einem Feldzug der Dänen im Jahr 1168 wurde die Slawenburg und mit ihr die Statur zerstört.

Von Anne Ziebarth

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