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Den Schmerz mit Nadeln statt mit Pillen bekämpfen

Stralsund Den Schmerz mit Nadeln statt mit Pillen bekämpfen

Mitarbeiter des Stralsunder Hanseklinikums wurden in Akupunktur geschult

Stralsund. Das Ziel: weniger Medikamente. Das Mittel: Akupunktur. Bei einem Ausbildungsseminar für Akupunktur bei psychischen Störungen, das in Kooperation mit dem Stralsunder Konfuzius-Institut organisiert wurde, haben sich Mitarbeiter der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Helios Hanseklinikum schulen lassen. Dr. Rilong Huang von der Anhui Universität für traditionelle chinesische Medizin (TCM) führte die Ärzte, Pflegekräfte und Physio- und Ergotherapeuten in die Technik der Akupunktur ein.

„Los ging es mit umfangreicher Theorie“, erklärt Pflegedirektorin Carena Semmler. Immer dabei: Dolmetscherin Ma Nuo, die Fragen teilweise direkt beantworten konnte, da sie selbst Medizinerin ist. So lernten die Stralsunder Kursteilnehmer unter anderem, dass bei der Akupunktur die sogenannten Leitbahnen das Wichtigste sind, denn an ihnen orientiert man sich, um die richtigen Punkte für das Setzen der Nadeln zu finden. Rilong Huang fand für die Europäer zum besseren Verständnis ein schönes Bild: „Man muss es sich so vorstellen, als würden zwei Autobahnen, die wichtigsten Straßen, durch den Körper laufen und von dort zweigen viele Landstraßen ab. Und alle zusammen bilden ein Netz.“

Als es das erste Mal an den praktischen Teil ging, gab es schon ein paar Berührungsängste. „Wir haben zunächst an Servietten, dann am eigenen Körper geübt und uns dann gegenseitig Nadeln gesetzt“, sagt Carena Semmler. „Das war richtig gut“, ergänzt Krankenschwester Dana Seminewski, „Dadurch, dass man es selbst erlebt hat, weiß man, was man dem Patienten zumutet.“ Denn um den Patienten ging es schließlich hauptsächlich bei diesem Workshop. „Mit der Akupunktur haben wir ein weiteres Mittel an der Hand, um zu helfen“, sagt Dr. Elisabeth Buchholz.

Durch Akupunkturtechniken könne bei psychischen Störungen die Schmerzwahrnehmung günstig beeinflusst werden. Das bedeutet im Klartext: weniger Schmerzen, weniger Medikamente. Darüber hinaus wird Akupunktur erfolgreich bei der Behandlung von Angst- und Anspannungszuständen, Suchterkrankungen oder Depressionen angewendet. Und genau das soll künftig auch in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie passieren. „Wir haben untereinander beobachten können, dass es wirkt und das hoffen wir nun auch für unsere Patienten“, sagt Elisabeth Buchholz. „Wir wollen natürlich Multiplikatoren sein und das Gelernte an Kollegen weitergeben“, erklärt Marlen Hannemann, Leiterin der Therapie.

Miriam Weber

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