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Rügen „Den anderen akzeptieren, wie er ist“
Vorpommern Rügen „Den anderen akzeptieren, wie er ist“
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12:00 29.12.2018
Helga (83) und Kurt Knedel (84) feiern am 30. Dezember 2018 Eiserne Hochzeit in Wiek. Quelle: Mathias Otto
Wiek

Helga (83) und Kurt Knedel (84) aus Wiek feiern am Sonntag ihr großes Fest. Mit ihren Kindern und Enkelkindern begehen sie am 30. Dezember die Eiserne Hochzeit. „Es ist wie im Straßenverkehr: Ohne gegenseitige Rücksichtnahme funktioniert eine Ehe nicht“, sagt er. „Wir lieben und streiten uns. Wichtig beim Streiten ist aber, dass man auch durch Fehler lernt und den anderen akzeptiert, wie er ist. Wir ergänzen uns prima und sind deshalb schon 65 Jahre verheiratet“, ergänzt seine Frau.

Das Paar schwelgt in Erinnerungen. Von damals, wo ihre Liebe begonnen hat. „Meine Familie ist damals von Polen ausgesiedelt und auf der Insel Rügen gelandet“, sagt Kurt Knedel. Ein Stück Land haben sie bekommen, um es zu bewirtschaften. Der damals Achtklässler packte schon früh auf dem elterlichen Hof an.

Aber zuvor musste er noch die Schule beenden. Und hier lernte er die ein Jahr jüngere Helga Wendt aus dem Wieker Ortsteil Bischofsdorf kennen. „Ich hatte eine musikalische Begabung. Hinzu kam, dass mein damaliger Lehrer leidenschaftlich Geige spielte“, erinnert er sich. Sein Lehrer habe schnell mitbekommen, dass er gut Ziehharmonika spielen kann. „Also haben wir oft zusammen geübt. Das haben natürlich die Mädels mitbekommen und uns immer durchs Fenster beobachtet“, sagt Kurt Knedel.

Damals gab es noch keine Diskotheken oder Clubs. Helga Knedel weiß aber noch von früher, dass diejenigen, die Musikinstrumente spielen konnten, mit ihren Instrumenten an immer anderen Orten auf Rügen musiziert haben. „Wir sind dann immer hinterhergegangen und haben dann getanzt“, sagt sie. Durch die Musik wurden beide ein Paar. „Ein Augenzwinkern, und ich hatte ihr Herz gewonnen“, so Kurt Knedel.

Das Paar hatte aber nicht viel Zeit für sich. Er musste in der Landwirtschaft helfen, sie auf dem elterlichen Hof. Hinzu kam, dass Kurt in Thüringen als Polizist ausgebildet wurde. „Damals gab es nicht so viele Lehrstellen — da ging man entweder zur Polizei oder in die Landwirtschaft“, so der 84-Jährige. Beide waren zum ersten Mal getrennt und seine Freundin erwartete in diesem Jahr den ersten Sohn. „Wir haben dann beschlossen, zu heiraten“, sagt er.

Ein Jahr später erfolgte der Umzug vom elterlichen Haus in Bischofsdorf in das „Haus der Jugend“ nach Wiek. 1960 zog die Familie in ihr heutiges Haus. 1963 war die Wieker Familie komplett. Das Paar blickte fortan in die Kinderaugen von drei Söhnen und drei Töchtern. Kurt Knedel arbeitete jetzt auch auf Rügen, am Militärstandort der NVA auf dem Bug als Klarinettist bis zur Auflösung der Kaserne 1989 und gleichzeitig bis zum Beginn des Rentenalters. Seine Frau, die zwischenzeitlich in der Wieker Kinderkrippe gearbeitet hat, konnte mit 55 Jahren in Frührente gehen.

Mittlerweile genießen sie ihre freie Zeit in Zweisamkeit und bereisten Länder wie Türkei, Schweden, Österreich oder Dänemark.

Mathias Otto

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