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Rügen Der Bühnentänzer stellte Hausfrauenfreuden her
Vorpommern Rügen Der Bühnentänzer stellte Hausfrauenfreuden her
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00:05 20.10.2017
Peter Schumann kann sich an der wunderbaren Aussicht vorbei am Kirschbaum über den Greifswalder Bodden und die Insel Vilm nicht satt sehen.
Muglitz

Der 1943 im westpreußischen Strasburg geborene Peter Schumann hat eine wahrhaft wechselhafte Biographie. Nach seiner Ausbildung zum Bühnentänzer an der Staatlichen Ballettschule in Berlin arbeitete er in den 60-er und 70-er Jahren als Tänzer an der Dresdener Semper-Oper. „Vor allem in der Weihnachtszeit war das immer sehr anstrengend, weil wir eine Vorstellung nach der anderen zu absolvieren hatten“, erinnert er sich. Dann wurden Dornröschen, Schwanensee und Nussknacker gewissermaßen im Akkord geboten. 1973 gab sein Knie den Dienst auf und er musste sich einen anderen Beruf suchen. „Ich hatte als junger Eleve 1961 in Stralsund „Peter und der Wolf“ getanzt. In jener Zeit lernte ich den Handweber Urban in Altefähr kennen, dem ich über die Jahre freundschaftlich verbunden geblieben war. Der Beruf interessierte ihn und sein Freund stellte den Kontakt zu zum Betreiber der Weberei Koch in Muglitz her. Der hatte den Betrieb in den 50-er Jahren von Familie Rassow übernommen, die ihn bis dahin im Rosencafé von Putbus geführt habe und aufgeben musste, „weil wohl die russische Kommandantur dort einzog“. Familie Rassow habe sich daraufhin kurzentschlossen auf den Weg nach Sylt gemacht. So konnte Weber Koch auch das Haus in Muglitz kaufen und führte den Betrieb fort. Dort also begann Peter Schumann zu arbeiten, nachdem er seine Gesellenprüfung in Leipzig abgelegt hatte. Wohnen konnte er ebenfalls im selben Haus, das ihm sein Arbeitgeber später vererben sollte. „Wir stellten bis zur Wende Tischläufer, Kissen oder Wandbehänge her“, erzählt Schumann. „Hausfrauenfreuden“ hätten sie das damals genannt. Die Arbeit endete abrupt mit der Wende, als mit einem Schlag alle Kunstgewerbe-Läden schlossen. „Das war sehr bitter für uns“, sagt Schumann. Er kam auf die Idee, sich sich eine Sauna im Bergener Haus der Dienste zu kaufen und arbeitete nebenher als Lehrkraft für die Umschulung von 80 Näherinnen, die nach der Schließung der örtlichen Kleiderwerke arbeitslos geworden waren. Aber auch diese Aufgabe endete irgendwann und so bewarb sich Peter Schumann Ende der 90-er Jahre im SOS-Kinderdorf in Hohenwieden bei Grimmen. Das war in der Entstehung begriffen und es wurde eine erfahrene Kraft gesucht, die eine Weberei zur Beschäftigung der Bewohner aufbauen konnte. „Dort blieb ich dann bis zu meiner Rente 2008“, erzählt Schumann und blickt aus dem Fenster über Bambus und Kirschbaum auf die Insel Vilm. Das Licht dort sei zu jeder Tages- und Jahreszeit anders.

ud

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