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Rügen Der Fischotter soll sich weiterhin wohl fühlen
Vorpommern Rügen Der Fischotter soll sich weiterhin wohl fühlen
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08:26 27.07.2018
Die Beweidung der Magerrasenflächen in den Zickerschen Bergen soll unbedingt aufrechterhalten bleiben. Quelle: Stefan Woidig
Putbus

Für die Küstenlandschaft Südostrügens existiert nun ein Managementplan. Das Neue an dem im Auftrag des Amts für das Biosphärenreservat Südost-Rügen erstellten Planwerk seien vor allem die umfangreichen Erhebungen der Bestände von Biotopen wie Kalkrasen oder Salzwiesen, meint Ingmar Piroch. Der Mitarbeiter des Amts ist zugleich Ansprechpartner für Nutzer und Schützer der Naturlandschaften in jenem Bereich. Das Gebiet decke sich nahezu vollständig mit den in diesem Bereich liegenden Naturschutzgebieten, so Piroch. Daher stünden keine über die bisher bestehenden Bestimmungen hinausgehenden Pflichten oder Einschränkungen für Bewohner oder Nutzer ins Haus.

Managementpläne wie der nun vorliegende richten sich in erster Linie an die Naturschutzverwaltungen, für die sie die Leitlinie zur weiteren Pflege und Entwicklung der Schutzgebiete darstellen. Allerdings werde der Managementplan kontinuierlich fortgeschrieben. „Dafür sind wir auch auf Hinweise angewiesen und wünschen uns, dass sich die Menschen vor Ort damit befassen.“ Von der Mitteilung wilder Müll-Ablagerungen bis zum Nachweis einer bisher nicht erfassten Vogelart durch Hobby-Ornithologen könnten solche Hinweise und Anregungen reichen. „Das hilft uns auch dabei, die Pläne auf Stimmigkeit zu überprüfen“, so Piroch.

Kulturlandschaft mit Küstendynamik

Das 150-seitige Planwerk ist auf der Internetseite des Amtes einzusehen. Insgesamt befinden sich im Rügener Biosphärenreservat fünf sogenannte „Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung“, die früher dem Geltungsbereich der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie unterlagen. Für die Waldgebiete der Granitz und den Tilzower Forst sowie Teile des Greifswalder Boddens liegen solche Pläne bereits vor.

Das nun vom Stralsunder Büro UmweltPlan erstellte Regelwerk bezieht sich nun auf die Offenland- und Küstenlebensräume. Dabei handelt es sich um einen „repräsentativen Ausschnitt einer eiszeitlich geformten, durch eine enge Verzahnung von Land und Meer gekennzeichneten einmaligen Kulturlandschaft, die in Verbindung mit der natürlichen Küstendynamik einer Vielzahl von bedrohten Arten Lebensraum bietet“, so die Planer.

Schafe sollen Magerrasen beweiden

Diese Gebiete sind ihrerseits Teil des Netzes Natura 2000, einem europaweiten Schutzgebietsnetz zum Erhalt typischer und zum Teil auch bedrohter Lebensräume und Arten. Für diese Gebiete sind Managementpläne zu erstellen. In den Plänen wird zunächst „gebietsbezogen die aktuelle naturschutzfachliche Situation dargestellt“. Einfacher: eine Bestandsaufnahme durchgeführt. Auf dieser Grundlage werden in einem zweiten Teil die Erhaltungsmaßnahmen und wünschenswerten Maßnahmen zur weiteren Entwicklung der Gebiete ermittelt. So empfehlen die Biologen im konkreten Fall beispielsweise, die Beweidung des Magerrasens in den Zicker Bergen „auf jeden Fall aufrechtzuerhalten“, so Piroch.

Der Managementplan enthält auch Karten, in denen der aktuelle Zustand der Biotope sowie der vorkommenden Arten verzeichnet ist: Vom Neuensiener See und Groß und Klein Zicker über die Röhrichte am Selliner See, die Steilküsten der Having, der Baaber Bek und Heide, der Salzwiesen bei Middelhagen oder der Flachwasserzonen vor dem Göhrener Nordperd, der Hagenschen Wiek oder dem Lobber Ort.

Der Zustand der Gebiete sei überwiegend gut, weswegen sich die Biologen vor allem dessen Erhalt wünschen, damit sie weiterhin einen Lebensraum bieten für Fischotter & Co. Die possierlichen Tiere fühlen sich wohl auf Rügen. Damit das so bleibt, wollen die Biologen Wasserstände absichern, Leitzäune setzen, Durchlässe anlegen und Warnschilder aufstellen.

Driest Uwe

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