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Rügen Der Haselmaus im Reservat erfolgreich auf der Spur
Vorpommern Rügen Der Haselmaus im Reservat erfolgreich auf der Spur
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00:01 22.11.2016
Niedlich, niedlich – so eine Haselmaus. Sie ließ sich in diesem Falle in einem Brombeerstrauch entdecken. Die kleinen Nagetiere sind in erster Linie in der Nacht aktiv. FOTO: STEFAN WOIDIG

. Die jahrelange Arbeit scheint zu sich auszuzahlen. Das Ergebnis: „Die seltene Haselmaus konnte erneut im Biosphärenreservat Südost-Rügen nachgewiesen werden“, sagt Stefan Woidig, Sprecher des Amtes.

Seinen Worten zufolge engagiere sich das Biosphärenreservat seit vielen Jahren für den Schutz der seltenen Haselmaus. „So wurden gemeinsam mit Mädchen und Jungen der Rügener Schulen in der Vergangenheit beispielsweise Haselmauskästen angefertigt und in für die Tiere geeigneten Lebensräumen installiert“, sagt Woidig. Die kleinen Unterschlupfe würden den Haselmäusen im Biosphärenreservat als zusätzliches „Wohnungsangebot“ dienen – welches von den kleinen Nagern auch gerne genutzt werde.

Die Haselmaus erneut im Reservat nachzuweisen – dies sei, so Woidig, dem Biologen Sven Büchner gelungen. Gemeinsam mit Wolfgang Matzke aus der Verwaltung des Biosphärenreservates hatte der Experte dazu geeignete Lebensräume der kleinsten Schlafmaus Deutschlands untersucht. „Und da gelang vor wenigen Tagen bei der Kontrolle der Haselmauskästen sogar der direkte Nachweis von insgesamt vier Tieren“, sagt Woidig.

In Deutschland kommen die streng geschützten Haselmäuse vor allem in der Mittelgebirgs- und Gebirgsregion vor. Weite Teile des Norddeutschen Tieflandes sind dagegen nicht besiedelt. Umso bedeutender sei damit das Vorkommen auf Rügen. Haselmäuse bevorzugen reich strukturierte Laubwälder, die über einen dichten Unterwuchs in Form von Dickichten und Büschen – zum Beispiel Hasel, Brom- oder Himbeere – verfügen.

„Je nach Witterung sind die Haselmäuse vom zeitigen Frühjahr bis in den späten Herbst aktiv. Im Frühjahr, gleich nach dem Winterschlaf, stehen Knospen, Blüten und Pollen auf dem Speiseplan, später saftige Beeren“, weiß Woidig.

Auch kleine Insekten werden im Frühsommer nicht verschmäht. Mit Samen, Haselnüssen und Eicheln fressen sich Haselmäuse den nötigen Winterspeck an. Den Winter verbringen die Tiere dann in einem echten Winterschlaf in selbstgebauten Nestern am Boden im Laub, zwischen Wurzeln oder an Baumstümpfen.

Nachtaktives Nagetier

Die Haselmaus ist ein mausähnliches, nachtaktives Nagetier.

15 bis 40 Gramm schwer ist die Haselmaus und sie wird knapp 15 Zentimeter lang. Fast die Hälfte – 5,8 bis 6,8 Zentimeter – der Länge entfällt dabei auf den Schwanz.

Das Fell ist gelbbräunlich bis rotbräunlich mit einem weißen Fleck an Kehle und Brust, am Schwanz ist es meist dunkler. Sie wird in freier Wildbahn drei bis vier Jahre alt und ist mit einem Jahr geschlechtsreif.

Tagsüber schläft sie in ihrem faustgroßen, kugelförmigen Nest.

Chris-Marco Herold

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