Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 9 ° wolkig

Navigation:
Der „Honigmann von Hiddensee“

Hiddensee Der „Honigmann von Hiddensee“

Bienen sind seit mehr als 50 Jahren die Leidenschaft des ehemaligen Inselarztes Dr. Michael Kallius

Voriger Artikel
Ehemaliger Hiddenseer Arzt ist Hobby-Imker
Nächster Artikel
Zu lauter Fußball-Jubel: Hund ergreift die Flucht

Michael Kallius zeigt eine Bienenwabe, in der erst wenig Nektar von den Bienen zusammengetragen wurde.

Quelle: Peter Machule

Hiddensee. „Summ, summ, summ, Bienchen summ herum .“, heißt es in einem alten Kinderlied. Und so schaut Rentner Dr. Michael Kallius aus Kloster mehrmals in der Woche nach seinen kleinen fleißigen Lieblingen, die ihr Domizil in zwei transportablen Wagen inmitten der Dünenheide in Vitte haben.

Auf dem Festland ist der Ertrag höher als bei uns auf Hiddensee.“Dr. Michael Kallius, Ex-Inselarzt und Imker

„Von insgesamt 13 Bienenvölkern im vergangenen Jahr konnte ich nur fünf retten, die anderen sind durch Krankheiten eingegangen und ich werde mir nach und nach wieder neue Bienenvölker aufbauen.

Unterstützt werde ich dabei erhält er Unterstützung von der Landeszuchtstelle Mecklenburg- Vorpommerns in Benthin bei Wittenburg“, erzählt der ehemalige Inselarzt auf Hiddensee. Der genießt als solcher auch als Ruheständler noch immer Hochachtung bei den Insulanern.

Der gebürtige Sachse aus Zwickau ist in der Altmark bei Stendal aufgewachsen und kam 1962 mit Gattin Heidi, ebenfalls Ärztin, auf das söte Länneken, wo beide bis 2006 praktizierten. „Die Stelle als Inselarzt auf Hiddensee war von Anbeginn mein Wunschtraum und dementsprechend ließ ich mich zielgerichtet dafür ausbilden“, blickt der heute 82-Jährige zurück.

Bereits als Schuljunge interessierte sich Michael Kallius für die Bienenzucht. Und dann kam das Jahr 1965: „Ich hatte mich gerade als Inselarzt mit den Wehwehchen und Krankheiten meiner Patienten vertraut gemacht, da wollte der damalige Bienenzüchter des Eilandes aufhören“, weiß es Kallius noch genau. Er überlegte nicht lange, übernahm dessen Imkerutensilien und wurde der neue „Honigmann von Hiddensee“.

„Im Gegensatz zu anderen Regionen mit Rapsanbau, Obstbaum- und Holunder- oder anderen Blüten gibt es für meine Bienen auf der Insel nur eine vorherrschende Tracht und das sind die Heideblumen und Sträucher, deren Blüte etwa um den 25. Juli beginnt“, macht der Bienenexperte deutlich, der sich früher als Gemeindevertreter ehrenamtlich in der Kommunalpolitik engagiert hat.

Nachdem seine Immen sämtliche Waben mit Pollen und Blütennektar gefüllt haben, lässt sich daraus ein ganz vorzüglicher und wohlschmeckender Heideblütenhonig produzieren. Als Ersatzbienennahrung füttert Kallius nun Zuckerteig hinzu. „Wenn die Dünenheide im Monat September komplett ausgeblüht hat und die Bienenwaben gefüllt sind, schleudere ich meinen Honig“, blickt der leidenschaftliche Pfeifenraucher voraus, der die Immen beim Hantieren mit den Waben mittels seines Tabakrauchs beruhigt. „Das verursacht weniger Bienenstiche, gegen die ich im Laufe der Jahre aber ohnehin schon fast immun bin“, meint Kallius schmunzelnd. Problematisch werde es nur, wenn sie die Bienen in der Augengegend zu stechen: „Das kann zu unliebsamen und unangenehmen Schwellungen führen.“

Während zu einem Bienenvolk derzeit aus etwa 10000 Bienen gehören, erntet Kallius im Jahr auf Hiddensee ungefähr zehn bis zwölf Kilogramm Honig pro Bienenvolk. Auf dem Festland mit vielfältigerem Nahrungsangebot für die Immen soll der Ertrag weitaus höher sein.

Seinen Inselhonig nutzt Kallius für den Eigenbedarf. Gelegentlich ein Gläschen für gute Freunde. „Wir essen ihn auf Brötchen und Brot, im Tee ist er mir zu schade“, verrät Imker Kallius, der in all den Jahren bei seinem Hobby von Gattin Heidi – so beim Abfüllen des Honigs in kleine Gläser – unterstützt wird.

Michael Kallius verlässt heutzutage seine Insel nur noch selten. Aber: „Wir schätzen die Kulturveranstaltungen im Land, reisen gern zu Konzerten ins Schloss Ullrichhusen und zum Landesgestüt nach Redefin“, erzählt der „Honigmann von Hiddensee“.

Peter Machule

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Zittvitz
Die Ruderer im Vierer mit Steuermann sind startklar zur Tour auf dem Kleinen Jasmunder Bodden. Fotos (4): Susanna Gilbert

Seit 51 Jahren ist der Ruderstandort Zittvitz Wolfgang Kalks zweites Zuhause

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Rügen
Verlagshaus Rügen

Markt 25
18528 Bergen auf Rügen

Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag:
9.00 bis 12.30 Uhr und von 13.00 bis 18.00 Uhr

Leiter Lokalredaktion: Jens-Uwe Berndt
Telefon: 0 38 38 / 20 14 53
E-Mail: ruegen@ostsee-zeitung.de

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Termine, Events, Veranstaltungen Teaser der den User auf die Seite "Termine" führen soll image/svg+xml Image Teaser Termine 2015-09-23 de Veranstaltungen Aktuelle Termine Konzerte, Kino, Ausstellungen, Vorträge, Theater, Workshops, Tanz und noch vieles mehr. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier.
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.