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Der eiskalte Erfolg der Supkes

Trent Der eiskalte Erfolg der Supkes

Speiseeis aus dem Trenter „Fähreck“ ist seit über 50 Jahren auf der ganzen Insel beliebt

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Das Gasthaus der Supkes an der Trenter Ortsdurchfahrt wurde nach der Wende renoviert.

Quelle: Fotos: Susanna Gilbert

Trent. Wir sind jung, wir können es versuchen“, sagten sich Herbert und Maria Supke, als ihnen 1963 eine Trenter Gaststätte zur Pacht angeboten wurde.

OZ-Bild

Speiseeis aus dem Trenter „Fähreck“ ist seit über 50 Jahren auf der ganzen Insel beliebt

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Das Rezept fürs Eis gab es beim Rat es Kreises. Wir haben es ver- feinert und statt Wasser Milch genommen.“Herbert Supke

Eigentlich hatte der damals 25-jährige Tischler Arbeit in der Volkswerft, doch fand das Paar keine Wohnung. Die Beiden sprangen ins kalte Wasser und zogen in Herberts Geburtsdorf. 53 Jahre später schaut Herbert Supke zufrieden auf sein Leben als Gastwirt zurück.

Die zündende Idee für ihren Neustart in der Gastronomie war dem jungen Paar ziemlich schnell gekommen: Sie wollten Speiseeis herstellen und den Gästen anbieten. Der Erfolg stellte sich bald ein. Eis aus Trent ist seitdem bei Rüganern wie Feriengästen beliebt.

Die Geschäftsidee in die Tat umzusetzen war alles andere als einfach. „Erst einmal bin ich zum Café Meyer in Bergen gefahren“, erinnert sich Supke. Dort wurde ihm gezeigt, wie man Eis macht, „das Rezept wurde mir aber nicht verraten.“ Erst beim Rat des Kreises, bei der Abteilung Preisprüfung, wurde das Geheimnis von Speiseeis gelüftet. Supke erhielt einen Zettel mit dem Rezept und den Zutaten. Von der Bäckergenossenschaft kamen Eis- und Sahnemaschine, für die Kühlung sorgte der Bergener Jürgen Fromm vom Kühlanlagenbau Dresden. „Den ersten Eistisch habe ich selbst gebaut“, sagt der gelernte Tischler. Ein Problem waren die Waffeln. „Die wurden im Sommer immer knapp.“

Die Supkes veränderten die Mischung und ersetzten das Wasser durch Milch. Bald ging ihr Vanille-, Schokolade- und Erdbeereis weg wie warme Semmeln. „In einer Saison von Mitte April bis Ende September haben wir 25 Tonnen verkauft.“ Wer kein Süßschlecker war, bestellte im „Fähreck“ Kaffee, Bier oder Bockwurst. Nach einem Einbruch nach der Wende zog das Geschäft mit Eis wieder an Das Traditionsgasthaus der Supkes im Zentrum von Trent ist mindestens 150 Jahre alt. Als sie es 1963 pachteten, war es „ziemlich herunter gewirtschaftet“. Nach und nach setzten es die Wirtsleute wieder instand. Nebenbei zogen sie ihre Kinder Ralf, Sylvia und Tilo groß. Der frühe Tod von Frau Maria 1996 war ein „ganz schöner Schlag für uns“, sagt der Senior, der das Gasthaus vor vier Jahren an seinen Ältesten übergeben hat.

Nach der Wende hatten die Supkes die Wirtschaft gekauft und modernisiert. Heute bietet sie innen und im Garten Platz für knapp 100 Gäste. Eis ist noch immer das Aushängeschild der Gaststätte, mittlerweile gibt es zehn Sorten. Doch auch eine reichhaltige Speisekarte lockt zahlreiche Gäste in das Lokal am Schnittpunkt der Straßen zu den Fähren von Schaprode und nach Wittow.

Seine Rolle als Wirt hat Supke genossen: „Ich habe das so gemacht, wie ich es selbst haben will, wenn ich Gast bin.“ Der 77-Jährige erinnert sich gern der vielen Späße, die er mit Freunden gemacht hat. Auch ist ihm über die Theke hinweg vieles Private anvertraut worden. Wie ein Pfarrer ist er sich manchmal vorgekommen.

Heute hilft er seinem Sohn, wo er kann. Nach dem Frühstück „ruft es aus jeder Ecke nach mir“. Handwerksarbeiten sind sein Ding, dafür hat er noch seine Tischlerwerkstatt. „Außerdem schneide ich die über 200 Meter langen Hecken.“

Im Sommer zieht sich Supke gern auf sein Gartengrundstück in Vaschvitz zurück. Pünktlich um 7.30 Uhr springt er aus den Federn und informiert sich im Morgenmagazin über das Neueste vom Tage. Nach wie vor ist er „ein geselliger Mensch“, seine Tür steht meistens offen. Abends kommen oft alte Freunde auf ein Bier. Aber spätestens um Mitternacht wird das Licht ausgemacht. Um ausgeruht zu sein, wenn am nächsten Morgen nach ihm gerufen wird, weil eine Tür klemmt, ein Stuhlbein wackelt.

Gemeindeporträt

260 Einwohner leben derzeit in Trent. Ihre Brötchen verdienen sie in erster Linie mit dem Tourismus. Trent liegt in der Nähe der Wittower Fähre. Durch den Ort muss auch jeder, der die Hiddensee-Fähre in Schaprode erreichen will.

Zur Gemeinde gehören etliche Ortsteile. Neben Trent sind dies Fischersiedlung, Freesen, Ganschvitz, Grosow, Holstenhagen, Jabelitz, Libnitz, Tribkevitz, Vaschvitz, Venz und Zubzow.

Bürgermeisterin ist Kirsten Wiktor.

Susanna Gilbert

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