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Rügen Deutsch-Kurs für Khorsa und Roxa
Vorpommern Rügen Deutsch-Kurs für Khorsa und Roxa
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04:11 13.03.2013
Im Kurs Deutsch als Zweitsprache im Schulzentrum am Sund lernen Kinder nichtdeutscher Herkunft neben dem normalen Unterrichtsalltag intensiv die deutsche Sprache. Quelle: Miriam Weber

Teddy muss ran. „Wenn Langeweile aufkommt, dann muss Teddy herhalten“, sagt Elke Zöger. Roxa, Stella, Ling oder Anna erklären dann, was der Plüschbär gerade macht. „Das lockert auf“, so Elke Zöger, die Lehrerin am Schulzentrum am Sund ist.

Die Mädchen, vor denen sie steht, kichern und beobachten alles mit leuchtenden Augen. Sie kommen aus Brasilien, Griechenland, Vietnam, Afghanistan oder Kolumbien und lernen Deutsch als Zweitsprache (DaZ).

Um vollständig integriert zu werden — fast alle Schüler besuchen den gymnasialen Schulteil „Goethe“ — ist das Beherrschen der deutschen Sprache unabdingbar. 20 Stunden in der Woche lernen sie bei Elke Zöger und Heike Schuldt Grammatik, Rechtschreibung, Aussprache . . .

Während die 18-jährige Eliana aus Kolumbien ein Austauschjahr absolviert, sind die anderen neun Kursteilnehmer Kinder von Eltern, die hier ihre neue Heimat finden wollen. Nahezu alle kamen ohne Deutsch-Kenntnisse in der Hansestadt an, viele haben eine Odyssee hinter sich. So wie die Geschwister Khorsa und Roxa. Die aufgeweckten Mädchen aus Afghanistan kamen über den Iran, die Türkei und Griechenland nach Deutschland. Während sie mit ihrem Vater hier leben, sitzt die Mutter mit vier Geschwistern noch im Iran fest.

In den vergangenen acht Monaten haben die Schwestern viel gelernt, können sich gut auf Deutsch unterhalten und sind Dolmetscher für die Eltern — eine große Verantwortung und manchmal auch Bürde.

Dass fast jede der Schülerinnen ein Päckchen mit sich zu tragen hat, merkt man ihnen nicht an. Aufgeweckt erzählen sie von dem Unterricht der beiden Lehrerinnen.

„Es macht riesigen Spaß, Frau Zöger ist zwar streng, aber sehr nett“, sagt die quirlige Stella, die seit anderthalb Jahren mit der Familie am Sund lebt. Zwar vermisse sie ihre Heimat manchmal, aber ihren künftigen Weg will sie hier gehen: „Ich möchte Physiotherapeutin werden“, sagt die 13-Jährige, die sechs Sprachen spricht.

Auch die kleine Lika, sie wohnt seit einem halben Jahr in Deutschland, weiß schon, dass sie einmal Künstlerin werden will. Dass das kein abwegiger Wunsch ist, bestätigt Elke Zöger: „Beim Bilddiktat war Lika die Beste.“ Dabei zeichnen die Schüler die Worte.

Die Englisch- und Philosophielehrerin berichtet: „Nicht nur, dass einige Kinder ohne jegliche Sprachkenntnisse herkommen, es treffen natürlich auch viele Mentalitäten aufeinander.“ Nach einer Verwaltungsvorschrift des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur sind Kinder nichtdeutscher Herkunft, unabhängig von ihren Sprachkenntnissen, schulpflichtig. Um dem Unterricht zu folgen, können sie eine Intensivförderung erhalten.

„Es ist eine Herausforderung, man muss immer am Ball bleiben, bekommt aber auch viel zurück“, sagt Elke Zöger. „Wenn ich Werte vermitteln will, muss ich mich mit ihren auseinander setzen“, ist sie überzeugt. Am schönsten sei es zu sehen, was „für einen enormen Sprach- und dadurch Wissenszuwachs diese Kinder haben. Zu sehen, dass die Augen leuchten, wenn sie wieder etwas Neues verstanden haben, ist ein schönes Gefühl“, sagt die Lehrerin.

Miriam Weber

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OZ

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