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Die Aufräumer: Regionalschüler bekämpfen den Meeresmüll

Altenkirchen Die Aufräumer: Regionalschüler bekämpfen den Meeresmüll

An der Außenküste der Halbinsel Wittow wird besonders viel Unrat angespült, weil sie gegenüber einer vielbefahrenen Schifffahrtsstraße liegt.

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Lukas Steinbild (l.) und Tobias Kreim präsentieren einen neuen Koffer, mit dessem Inhalt künftig Wasserproben auf Wittow genommen und untersucht werden.

Quelle: Rico Nestmann

Altenkirchen. Müll über Müll — und kein Ende in Sicht. Deshalb ist in Altenkirchen das SEK 2 stationiert — das Sonder-Einsatzkommando-Küstenputz. Zum Einsatz kommt es an der Wittower Außenküste auf einem 100 Meter langen Strandabschnitt bei Varnkevitz. Der liegt entlang einer vielbefahrenen Schifffahrtsstraße. Deshalb wird dort besonders viel Meeresmüll angespült. Den beseitigt das SEK 2 regelmäßig. Und erfasst für ein so genanntes Müll-Monitoring Daten. Die werden auch an das Institut für Ostseeforschung in Warnemünde weitergeleitet.

Neun Schüler der Regionalen Schule „Windland“ gehören zum SEK 2. Geleitet wird es von Rolf Schernus. „Im ersten Schulhalbjahr haben wir unser Einsatzgebiet am Nordstrand von Varnkevitz weitergeführt und bis zum Kap Arkona ausgeweitet. Seither nehmen wir auch den geschützten Blockstrand bis zum Siebenschneiderstein nahe Gellort ins Visier“, gibt der Altenkirchener Lehrer Einblicke in die Arbeit der Projektgruppe. Auch dieser Abschnitt wird regelmäßig vom Meeresmüll befreit. Während der Projektwochen, die an der Regionalschule Altenkirchen regelmäßig im Zeichen des Natur- und Umweltschutzes stehen, waren in Spitzenzeiten bis zu 130 Kinder der Klassenstufen 5 bis 10 zum Müllsammeln an Wittows Stränden unterwegs. Der Nordstrand nahe Varnkevitz weist eine besondere geografische Lage auf, denn er liegt nur fünf bis zehn Kilometer von der stark frequentierten Ost-West-Schifffahrtsroute entfernt. Hoch ist das Müllaufkommen in diesem Bereich, denn viel Abfall kommt von den Schiffen selbst.

Dass die Bildungseinrichtung mit ihrer Aktion nicht nur beispielhaft vorangeht, sondern mit dem Müll-Monitoring voll im Trend liegt, machte Dennis Gräwe deutlich. Nach Angaben des Referenten des Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie (LUNG) in Güstrow gibt es gegenwärtig 23 Stationen in Mecklenburg-Vorpommern, die sich regelmäßig an Müllsammelaktionen an den Stränden beteiligen.

Dass die Müllvermeidung bereits bei den Badegästen beginnt — darüber herrscht im LUNG kein Zweifel. „Wir müssen mehr Aufklärungsarbeit leisten, mehr Papierkörbe aufstellen“, sagt Dennis Gräwe.

Um an den Küsten Wittows und Jasmunds mit Blick auf den Strandmüll weiter voranzukommen, hat man im Amt Nord-Rügen eine beispielhafte Maßnahme aufgelegt. „Derzeit befreien zwölf Menschen, die auf dem ersten Arbeitsmarkt keine Beschäftigung mehr erhalten, stark betroffene Strandabschnitte von Meeresmüll“, sagt Petra Harder, Amtsvorsteherin des Amtes Nord-Rügen. „Das ist eine Mammutaufgabe, denn wir sprechen mit Blick auf die Außenküste von Sassnitz bis Dranske sowie auf die Innenküste von Dranske bis Lietzow von 85 Kilometern Küstenlänge“, weiß Harder.

Müll mit verheerenden Folgen

400 Jahre dauert es, bis eine Plastikflasche verrottet. Der Plastikmüll hat auf das Ökosystem verheerende Auswirkungen. Fischen wachsen Plastikschnipsel in den Kiemen ein und behindern die Atmung. Seevögel verschlucken Teilchen und erkranken an den Folgen dieses Giftcocktails.80 Kubikmeter Meeresmüll wurden im vergangenen Jahr von Mitarbeitern des Amtes Nord-Rügen an den Außenküsten, Stränden und Boddenufern der Halbinseln Wittow und Jasmund gesammelt — und das auf einer Küstenlänge von 85 Kilometern.

 



Rico Nestmann

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