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Die Krügers gehören zu den jüngeren Familien im Dorf

Kapelle Die Krügers gehören zu den jüngeren Familien im Dorf

Auf ihrem Grundstück am Bodden stand einst das Holzhaus der Großeltern

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Sie haben einen aufreibenden Job: Sindy und Fred Krüger (hier mit Tochter Elaine) arbeiten in der Pflege.

Kapelle. „Hier war mal eine Sportwiese.“ Fred Krüger zeigt auf Hof und Garten seines Hauses am Boddenufer. Als er mit Frau Sindy und Tochter Elaine vor 16 Jahren einzog, „da war ich glücklich, etwas Eigenes zu haben“. Nach und nach hat Krüger, der mit 47 Jahren zu den Jüngsten im Dorf zählt, sein Haus auf dem Grundstück gebaut, auf dem einst das Holzhaus seiner Großeltern stand.

Der gelernte Dachdecker arbeitet seit 25 Jahren als Altenpfleger, erst in Kapelle, dann in Gingst. Seine 39 Jahre alte Frau ist als Krankenschwester in der ambulanten Pflege tätig. Sie haben Freude an dem, was sie tun. Doch der Job wird aufreibender: „Ich habe immer nur ein paar Minuten“, sagt Fred. Auch klagt er, dass es zu wenig Nachwuchs gibt. Man habe versäumt, jungen Menschen Anreize zu bieten, damit sie auf der Insel bleiben. Das Durchschnittsalter seiner Kollegen liege bei Mitte 50. Frau Sindy geht das, was sie bei der Arbeit sieht „manchmal an die Nieren“. Doch „mein Mann baut mich dann wieder auf“.

Der ist 1990 durch den Zivildienst zum Job gekommen. Man schickte ihn damals ins Altersheim seines Dorfes. Er ist geblieben, hat sich fortgebildet. Im Heim lernte er 1993 seine spätere Frau kennen, die dort als 16 Jahre alte Schülerin ein Praktikum machte. Geheiratet wurde erst zwölf Jahre später. Die 15 Jahre alte Tochter Elaine geht noch zur Schule. In die Fußstapfen der Eltern will sie nicht treten. Sie möchte zur Polizei oder zum Zoll.

Die Wende hat Krüger als „Befreiung“ erlebt. „Unser Lebensstandard hat sich bedeutend verbessert“, sagt er, auch wenn es am Anfang schwer gewesen sei, Arbeit zu finden. Durch die regelmäßigen Besuche seiner Verwandten aus dem Westen, habe er viel vom Leben jenseits der Mauer erfahren. „Wenn mein Onkel und meine Tante kamen, war der Ford immer vollgepackt“, erinnert er sich.

S. Gilbert

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