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Rügen Die Rüganer sind im Tanzfieber
Vorpommern Rügen Die Rüganer sind im Tanzfieber
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00:00 26.03.2014
Konzentriert: Rüganerin Flora Kühn (li.)und die Jungen und Mädchen des Perform(d)ance Vereins Stralsund bei den Proben zum zeitgenössischen Tanz. Quelle: Fotos: Yusuf Rieger (2), Stefanie Büssing (2)
Bergen

Der „Happy-Hype“, bei dem weltweit Menschen zum Gute-Laune Song von Pharrell Williams Tanzvideos aufgenommen haben, hat es gezeigt — Tanzen liegt wieder voll im Trend. Auch die Rüganer sind im Tanzfieber und schwingen die Glieder, egal ob beim Tanztheater, Gruppentänzen oder beim Standard-Latein.

„Tanzen ist generell sehr beliebt, aber seit einigen Jahren geht es in unserem Verein mehr in Richtung Gruppentanz“, hat Tanzlehrer Frank Stroth, der neben einer eigenen Tanzschule 1993 den Verein „Tanz Sport Club ,Am Rugard‘ Bergen“ (TSC) mitgegründet hat, beobachtet. Und das hat ganz simple Gründe. „Was uns einfach fehlt, sind die Jungs für den Paartanz. Ob sie sich nicht trauen oder keine Lust haben, weiß ich nicht“, sagt Stroth mit einem Lächeln. Maria Schneider hat Glück, sie hat noch eins der begehrten männlichen Exemplare abbekommen. Seit vier Jahren schwebt sie regelmäßig mit dem Putbusser Ivo Behnke übers Parkett. Egal ob Rumba, Jive, Samba oder Tango, „ich mag alle Tänze“, sagt die 14-jährige Sellinerin. „Das Schöne ist, dass man immer wieder neue Tänze und neue Schritte lernt.“ Auch Philipp Markow tanzt regelmäßig beim TSC. „Es gibt sicher das Vorurteil, dass Tanzen eher ein Mädchensport ist, daher machen das nicht so viele Jungs“, sagt der 12-Jährige aus Trent.

Auch Tanzlehrer Stroth ist mehr oder weniger zu seinem Glück gezwungen worden: „Mein Vater hat mich einfach beim Tanzen angemeldet, obwohl ich eigentlich ein Musikinstrument lernen wollte“, plaudert Stroth aus dem Nähkästchen. „Nach einer Probestunde hat es mir dann gefallen und nach einem Jahr habe ich meinen ersten Wettkampf getanzt.“ Tanzen, das ist auch die große Leidenschaft von Leonie und Flora. Die zwei Rüganerinnen betreiben den Sport schon seit mehreren Jahren. Zum Tanzen gekommen sind die beiden durch den Perform(d)ance Verein Stralsund. „Der Verein hat eine Zusammenarbeit mit unserer früheren Grundschule auf Rügen“, erklärt die 12-jährige Flora aus Rappin. „Das Tanzen in der Schule hat mir damals so einen Spaß gemacht, dass ich unbedingt dort weitertanzen wollte“, erklärt die Zwölfjährige. „Außerdem gibt es auf Rügen keine Tanzschule, die den zeitgenössischen Tanz anbietet“, ergänzt die 15-jährige Leonie. Und der hat es wirklich in sich. Zweimal die Woche absolvieren die Jugendlichen eineinhalb Stunden auf der Probebühne des Vereins das intensive Training, das Schwerkraft, Kraft, Schwung und Geschwindigkeit unter Einbeziehung von zeitgenössischen Tanztechniken fördert. „Man kommt dabei richtig aus sich heraus und muss bis an die körperliche Leistungsgrenze gehen“, schwärmt Leonie. „Das ist ein idealer Ausgleich zum Schulalltag.“ Dass dieser trotz aller Begeisterung für das Tanzen nicht zu kurz kommt, dafür sorgt Tanzpädagoge Stefan Hahn, der künstlerische Leiter des Perform(d)ance Studios. „Wir achten darauf, dass die Schüler, die Schule nicht vernachlässigen. Es kommt auch vor, dass sie nach der Schule herkommen und hier lernen und ihre Hausaufgaben machen. Anders ist es auch schwer zu bewältigen“, erklärt der Tanzpädagoge. Die 12-jährige Flora zum Beispiel wohnt auf Rügen, geht in Greifswald zur Schule und tanzt in Stralsund. „Es ist schon erstaunlich zu beobachten, wie die Mädchen das meistern. Denn das Training verlangt ihnen neben der Schule einiges ab.“ Die Tanzgruppe der Schülerinnen erhält zudem eine spezielle Förderung mit zwei Trainingseinheiten in der Woche. Während des Trainings wird es da auch mal etwas lauter, wenn die Konzentration beim Tanzen nachlässt. „Es geht hier um was. Wir fordern die Jugendlichen und möchten natürlich auch Ergebnisse sehen. Denn unser Ziel ist es, Menschen zu unterhalten, durch unseren Tanz“, sagt Hahn.

Neben regelmäßigen Auftritten vor Publikum, steht dieses Jahr auch ein besonderes Event auf dem Plan. Das Theatertreffen der Jugend in Berlin. Dafür wurde sogar ein eigenes Bewerbungsvideo gedreht, das eine Jury nun zu bewerten hat. Gehören sie danach zu den 20 ausgewählten Produktionen, folgt ein Bühnenauftritt vor Jury und Publikum. Bis dahin arbeiten Leonie, Flora und die anderen Jugendlichen weiter mit Spaß und Ehrgeiz an ihren Projekten und an ihrem „Traum“ — sie wollen aus dem Hobby irgendwann mal einen Beruf machen.

Happy-Hype
Seit ein paar Wochen tanzt die ganze Welt zur gleichnamigen Hymne von Sänger Pharrell Williams. Auch die Insulaner schwingen in einem Video das Tanzbein zu dem Ohrwurm auf dem Königsstuhl, dem Baumwipfelpfad in Prora, bei den Fischern am Baaber Strand oder auf den Dächern von Sellin. „Es war nicht schwer, die Menschen zu begeistern“, verrät Kai Gardeja, Geschäftsführer der Tourismuszentrale Rügen, die das Video gemeinsam mit einem lokalen Fernsehsender gedreht hat.
• www.ostsee-zeitung.de/Extra/Aktuelle-Serien/Happy



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