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„Die Tuba ist meine Freundin“

Wiek „Die Tuba ist meine Freundin“

Seit Jahrzehnten sind die Wieker Blasmusikanten Aushängeschild der Gemeinde. Dieter Ahldrinn erinnert sich.

Wiek. Dieter Ahldrinn ist nicht nur leidenschaftlicher Musiker, er hat auch einen besonderen Bezug zu seinem Blechblasinstrument. „Die Tuba ist meine Freundin, oben knutschen und unten grabbeln“, sagt der 78-Jährige mit einem Augenzwinkern. Seit mehr als 36 Jahren ist der Insulaner Mitglied bei den Wieker Blasmusikanten und das mit Leib und Seele. „Die Musik hält einen jung, man wird immer wieder gefordert und bei uns geht es immer lustig zu“, schwärmt Ahldrinn mit strahlenden Augen.

Ans Aufhören denkt er daher auch noch lange nicht: „Von mir aus geht‘s gar nicht doll genug. Bis 80 mache ich das noch, wenn ich es schaffe.“ Noch gut kann sich der Rentner an seine Anfänge bei den Wieker Blasmusikern erinnern: „Wir hatten nur sehr wenig Instrumente und waren damals 13 Mitglieder. Dann hat uns ein Gemeindemitglied mit Geld unterstützt und ein anderes hat die Instrumente besorgt.“

Seine ersten Fahrten seien damals nach Altefähr und Hiddensee gegangen. „Überall wo wir aufgetreten sind, haben wir ein bisschen Geld verdient und es auf die hohe Kante gelegt“, sagt Ahldrinn. „Mehr als vier bis fünf Lieder konnten wir nicht spielen. Und die auch noch nicht mal richtig“, verrät er mit einem Lächeln. Das ist heute anders — seit 1996 schwingt Orchesterleiter Helmut Linke das Zepter — oder besser — den Dirigentenstab bei den Wieker Blasmusikanten. „Dass wir dort stehen, wo wir heute stehen, ist Helmuts Verdienst“, ist Ahldrinn überzeugt. Heute musiziert er gemeinsam mit 74 weiteren Orchestermitgliedern — das älteste ist 79, das jüngste ist zehn Jahre alt. „Das harmoniert einwandfrei“, sagt Ahldrinn. „Streit hat es noch nie gegeben.“ Auch Ella Münster genießt das Zusammenspiel von Jung und Alt. „Das ist viel schöner, als wenn man getrennt spielt. Von den Älteren kann man noch was lernen“, sagt die 14-Jährige, die seit sechs Jahren bei den Wieker Blasmusikanten das Flügelhorn spielt.

Obwohl die Wieker Blasmusikanten rund 40 Auftritte im Jahr absolvieren, ist für sie die 700-Jahr-Feier etwas ganz Besonderes: „Der Höhepunkt für uns ist das historische Festkonzert mit dem Jugendblasorchester Grimmen“, sagt Linke. Damit nichts schiefgeht, soll es vorab eine Probewoche mit den Gästen geben. „So ein Jubiläum hat man nicht alle Tage, das ist auch für uns ein einmaliges Erlebnis“, pflichtet Ella Münster bei. Insgesamt wird das Orchester rund zehn Auftritte zur 700-Jahr-Feier absolvieren.

„Wir sind stolz, so ein tolles Aushängeschild für unsere Gemeinde und für die Insel zu haben“, sagt Bürgermeisterin Petra Harder. Das lässt sich die Gemeinde einiges Kosten, denn unterstützt werden die Wieker Blasmusikanten zwar vom Jugendamt des Landkreises, „aber nur bei speziellen Projekten“, gibt Harder zu bedenken. Die Kosten für den Orchesterleiter, der neben den zweimal wöchentlich stattfindenden Proben auch den Gruppen- und Einzelunterricht übernimmt, trägt die Gemeinde. Sie stellt auch die Räume zur Verfügung. „Ansonsten wäre gar nicht daran zu denken, dass die Musiker eine solch hochwertige Ausbildung erhalten, ähnlich wie in einer Musikschule“, sagt Harder. „Das was wir hier organisieren können, garantiert den jungen Leuten die Teilnahme an Aktivitäten, von denen sie sonst ausgeschlossen wären“, macht die Bürgermeisterin im Hinblick auf den weiten Weg bis zur nächsten Musikschule nach Bergen deutlich.

„Es macht einfach Spaß“, bringt Flötistin Elena Simon es auf den Punkt. Und Linke hat ein weiteres Argument für seinen bunt gemischten Chor parat: „Wenn wir irgendwo hinkommen, sind wir immer di

e Sieger der Herzen.“

 

 



Stefanie Büssing

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