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Die Zessiner haben ihren Kies nicht herausgerückt

Zessin Die Zessiner haben ihren Kies nicht herausgerückt

Rund 17 Jahre dauerte der Streit zwischen Umweltschützern und Abbaufirma

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Im Winter lassen sich Zwergsäger beobachten.

Quelle: Foto: R. Nestmann (archiv)

Zessin. 30 Jahre lang sollten in einem 24 Hektar großen Gebiet bei Zessin insgesamt 4,4 Millionen Tonnen Kiessand abgebaut werden. So hatte der Plan der Heidelberger Baustoffwerke Mitte der 90er Jahre ausgesehen. Die geplanten Einschnitte in eine schützenswerte, unberührte Landschaft und die Tatsache, dass dann täglich 120 Kieslaster ihre Ladung auf einer gerade einmal fünf Meter breiten Allee abtransportiert hätten, ließ Umweltschützer und Anwohner nicht ruhen.

Sie gründeten eine Bürgerinitiative gegen die Kiesgrube und fanden Unterstützung bei den Umweltverbänden, insbesondere beim BUND Mecklenburg-Vorpommern. Sie bangten um Fauna und Flora in dem idyllischen Gebiet an der Neuendorfer Wiek. Denn auf der vorgelagerten Insel Beuchel brüten mindestens 18 Seevogelarten und in der Boddenbucht rasten im Winter zehntausende Meeresvögel. Darüber hinaus ist das gesamte Gelände Nahrungsrevier für Seeadler, Schlafgebiet für Kraniche und Lebensraum für Fischotter. Auch seltene Insekten, fast ausgestorbene Kräuter und alte Bäume, so befürchteten sie, wären durch den Kiesabbau bedroht gewesen.

Geduld und Beharrlichkeit der Naturschützer zahlten sich aus. Auch der Faktor Zeit spielte eine Rolle, denn entgegen der einstigen Prognosen sank der Bedarf an Bauzuschlagstoffen ebenso wie der Kiespreis. 2011 kündigte das Kiesunternehmen an, die Abbauflächen zu verkaufen und sich von seinen Plänen zurückzuziehen. Mit Hilfe des Landes und der Stiftung Umwelt und Naturschutz Mecklenburg-Vorpommern kaufte der BUND zahlreiche Flurstücke auf. Während die Insel Beuchel schon 1940 als Naturschutzgebiet ausgewiesen worden war, wurde die geschützte Zone 1999 und schließlich 2004 auf die gesamte Neuendorfer Wiek ausgedehnt. Damit wurde anerkannt, dass es in diesem 550 Hektar umfassenden Gebiet zahlreiche bedrohte Biotope sowie Lebensraum für seltene Fische und Vögel gibt.Susanna Gilbert

OZ

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