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Rügen Die luciden Bildwelten Zwingers
Vorpommern Rügen Die luciden Bildwelten Zwingers
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00:05 06.08.2016

Nur noch wenige Tage, bis zum 14. August, kann man die weißen Bilder Thorsten Zwingers in der weißen Stadt Rügens, in Putbus sehen. Falls man das aufmerksame, auf Neugier eingestellte Sehen, mit dem wir in die Welt geschickt wurden und Welt visuell „erobern“ sollten, nicht später mit der Verblendung und Überblendung anderer Schau-Erlebnisse gründlich verlernt haben. Man möge im weißen Galeriekörper der Orangerie Putbus, in der von weißen Häusern einseitig begrenzten Alleestraße 35 einkehren und Andacht halten vor dem, was da so grandios und doch so still sich offenbart. „Am besten schaltet man seine Erkenntnisapparate aus, wenn man vor diese Bilder tritt. Sie zeigen nichts, sie stellen nichts dar, sie geben nichts wieder, sie bilden nichts ab. Auf ihnen bleibt alles unaufgerufen, was in unsere Gene eingedrungen ist, um Bilder zu verstehen. Wir finden nichts, wenn wir etwas suchen, weil wir es suchen. Nirgendwo Referenzen an Früheres, keine Statements zu den Stellungskriegen der Moderne, auch nicht zu deren Ausbleiben in der Gegenwartskunst. Keine Themen, keine Erzählung, keine Allegorien...“, so formuliert es Michael Freitag, der Direktor der Lyonel-Feinger-Galerie aus Quedlinburg in seiner in der Orangerie am 9. Juli (leider nicht von ihm) verlesenen Rede als Einstieg für uns Betrachter, so gesehen ziemlich apodiktisch. Ich setze da schon erste Fragezeichen, denn mir will nicht einleuchten, dass Zwingers Bilder „nichts zeigen“. Ich sehe sehr wohl, ja, ich entdecke da und dort, mit nachwachsender Freude, Spurenfragmente einer sich hoch emotional gebärdenden Formensprache, die sich aus imaginären Antrieben des Künstlers zu realisieren scheint. Und warum sollte mir das fremd vorkommen, ungewohnt? Beglückt stelle ich einen, nein, den kongenialen Ausstellungsort für Zwingers Arbeiten fest. Als wären diese Bilder für diese Räume gemalt, als krönten sie in ihrer Noblesse des Vortrags, des ungewöhnlich stimmigen Formats und miteinander Verwobenseins diese Wände; als fänden sie hier ihr Zuhause, ihr Refugium. Im Rondell der Orangerie fand ich einen schönen Fingerzeig Zwingers, der Runge-Worte vom 31. Mai 1805 wie folgt zitiert: „... eine gewisse unverschämte Freiheit in der Arbeit...“ Die mache ich tatsächlich in den Arbeiten Thorsten Zwingers aus! Glückwunsch! Wir brauchen mehr „unverschämte Freiheit“ in Arbeiten der Künstler. Zwinger halte nicht inne. Er widme sich weiter dem Luciden „einer Welt hinter der Welt“. Auch daraus erwächst Erkenntnis.

ARTus

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