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Die närrischen Bauern sind los

Sassnitz Die närrischen Bauern sind los

In Sassnitz feierten über 400 Gäste stimmungsvoll den karnevalistischen Höhepunkt der fünften Jahreszeit. 150 kamen zum Bauernfasching. Auch in Sagard stiegen Partys.

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Und hoch die Beine: Besonders beklatscht wurden die vielfältigen Tanzeinlagen.

Quelle: Fotos: Gerit Herold

Sassnitz. Wie up’n Dörp: Männer mit Strohhüten, karierten Hemden und in Latz- oder Lederhosen, Frauen mit Kittelschürzen, Kopftüchern und Gummistiefeln, große und kleine Gartenzwerge, Katzengesichter, lebendiges Gemüse und zweibeinige Kühe, Hunde und Schweine im Kuschelfell. Der Sassnitzer Karneval Club (SKC) wollte es in diesem Jahr gutbäuerlich. Das Motto der Session: „Die Kuh macht muh, der Hund macht wau, der SKC spielt wilde Sau.“

OZ-Bild

In Sassnitz feierten über 400 Gäste stimmungsvoll den karnevalistischen Höhepunkt der fünften Jahreszeit. 150 kamen zum Bauernfasching. Auch in Sagard stiegen Partys.

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Und so ging es beim Faschingshöhepunkt am Sonnabend im mit 150 Plätzen ausverkauften Restaurant „Neptun’s“ des Sassnitzer Rügen-Hotels auch zotig, deftig, schrullig, schlüpfrig und tierisch lustig durch das eineinhalbstündige Programm, in dem „Traktor Ralle“, „Turbo Torsten“ und auch „Inka Bause“ im reizenden Dirndl das pralle Landleben auf die Schippe nahmen. Vor allem aber die spritzigen Tanzeinlagen der Kindergruppe, Pep Steps, Funken und Sexy Dancers sorgten für Beifallsstürme, Pfiffe und Zugabe-Rufe. Nachdem das Prinzenpaar Conny II. und Jan die Tanzerei für das närrische Volk eröffnet hatte, hielt es auch fast keinen mehr auf den Stühlen. Die Partymeute stürmte die Tanzfläche.

Bestens gelaunt schunkelten Insa, Mirko, Sascha, Anjo und Jan an ihrem Tisch. Die Freunde aus Sassnitz waren nicht zum ersten Mal dem Narrenruf der Hafenstädter „Schiff ahoi!“ gefolgt. „Es ist immer wieder toll“, sagt Mirko. Warum? „Weil wir hier so sein dürfen, wie wir sind!“

Ein Hingucker mit Vollbart und Zipfelmütze war Thomas Rosenau. „Ich bin ein großer Gartenzwerg“, schmunzelte der Sassnitzer, der mit seinen Freunden zum Faschingsspektakel gekommen war. Das sei zwar eigentlich gar nicht so sein Ding, aber in der Gemeinschaft doch recht lustig. Auch Susann aus Dassow hatte sich einfach mitreißen lassen. „Mein Freund ist aus Sassnitz und hat mich mitgenommen“, sagte die hübsche 44-Jährige mit Strohhut und geflochtenen Zöpfen. Sie musste es nicht bereuen. „Es gefällt mir gut, auch das Programm.“

Zum Auftakt der fünften Jahreszeit am 11. November letzten Jahres hatten die Sassnitzer Narren in der Stadt die Macht übernommen, die Bürgermeister Frank Kracht sechs Wochen lang dulden musste. Beim Fasching am Sonnabend bekam er nun seinen Rathausschlüssel zurück. Das Stadtoberhaupt bewahrte zwar unkostümiert Haltung, ließ es sich aber nicht nehmen, zusammen mit seiner Frau dem närrischen Treiben amüsiert zu folgen.

Mittendrin lächelte SKC-Präsident Norbert Benedict zufrieden. Alle Mühen der letzten Monate waren vergessen. Seit dem Sommer rotierten die rund 50 Mitglieder des Karneval Clubs, um Sketche und Tänze einzustudieren, Kostüme und Bühnenbilder zu entwerfen. Am Ende hat alles gepasst. Auch der Kinderfasching am Freitag war mit 140 kleinen Narren ausverkauft, der Senioren-Karneval mit 130 Gästen fast.

„Für die Nachlese am 17. Februar haben wir bisher 120 Karten verkauft, es gibt noch 30 Plätze“, so Benedict, der seit acht Jahren Präsident des SKC ist.

Trotz ungebrochener Begeisterung für den Karneval gibt es in Sassnitz auch Nachwuchssorgen wie in vielen Vereinen. „Bei den kleinen Gruppen nicht, aber bei den Funken“, weiß Benedict, dass die jungen Mädchen und Frauen nach Schule und Abitur die Insel meist verlassen für eine berufliche Ausbildung oder ein Studium.

Auch in Sagard wurde am Wochenende zünftig Karneval gefeiert. Der Carneval-Club Sagard (CCS) mit seinen 52 Mitgliedern lud am Freitag zum Seniorenfasching und zur Kinderfaschingsparty ein und am Sonnabend zum großen Kostümball in der Turnhalle des Ortes. In ihrer 38. Session unternahmen die Sagarder Karnevalisten Ausflüge in die jüngere und die weiter zurückliegende Geschichte unter dem Motto „Der CCS, man glaubt es kaum, reist in Zelle 38 durch Zeit und Raum“ . Zum Abschluss gibt es am 17. Februar den Nachtwäscheball. Der ist allerdings seit langem ausverkauft.

Gerit Herold

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