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Diesel über Bord: Wehren legen Ölsperre

Seedorf Diesel über Bord: Wehren legen Ölsperre

Mehr als 40 Kameraden waren am späten Sonntagabend stundenlang im Hafen Seedorf im Einsatz / Polizei ermittelt

Seedorf. Großeinsatz gegen Umweltverschmutzung in Seedorf: Am Sonntagabend bis gegen Mitternacht waren mehr als 40 Rettungskräfte im Einsatz. Sie hatten zu verhindern, dass sich ins Hafenbecken gelangter Dieselkraftstoff weiter ausbreitet. „Das ist uns schließlich gelungen. Ein Rädchen hat ins andere gegriffen“, bilanziert Einsatzleiter Karsten Steinwedel, Chef der Feuerwehr Sellin.

Die und vier andere Wehren – Baabe, Lancken-Granitz, Breege und Schaprode – waren gegen 17.40 Uhr zum Einsatzort gerufen worden. Nach Angaben der Wasserschutzpolizei war von einem am Steg festgemachten Boot Diesel in die Lanckener Bek gelangt. „Die Verunreinigung erstreckte sich bunt-schillernd auf einer Fläche von etwa 400 mal 12 Metern“, heißt es dazu von der Wasserschutzpolizei.

Beamte der Station Sassnitz hatten den möglichen Verursacher dann auch relativ schnell ermittelt: ein Motorboot. In der Folge seien Gewässerproben und Vergleichsproben aus dem Boot gezogen. Auf deren Grundlage werde nun gegen den Bootsführer ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Gewässerverunreinigung eingeleitet. Nach bislang noch unbestätigten Informationen der OSTSEE-ZEITUNG soll der Bootseigner in Ribnitz-Damgarten wohnhaft sein.

Auf den werden neben den wohl fälligen Strafzahlungen an die Staatskasse auch die Kosten für den mehr als vier Stunden dauernden Feuerwehreinsatz zu kommen. „Das können schon einige Tausend Euro sein“, sagt Karsten Steinwedel. Seine Kameraden und die der anderen Wehren hatten jedenfalls jede Menge zu tun, um die Verunreinigung des Gewässers einzugrenzen und sie teilweise aufzunehmen. So haben sie hinter der Seedorfer Brücke in Richtung des Neuensiener Sees eine zwischen 70 und 80 Meter lange Ölbarriere gelegt, die sie auch noch mit Saugtüchern ergänzten. Die Ölsperren stellten wie auch schon bei der Havarie des Fahrgastschiffes „Lamara“ am 13. Mai am Baaber Bollwerk die Feuerwehren Schaprode und Breege zur Verfügung. „Wir haben so etwas nicht. Das bedeutet eine Wartezeit von einer bis eineinhalb Stunden“, sagt Steinwedel. Deshalb werde in seiner Wehr über das Thema „Anschaffung Ölsperre“ intensiv nachgedacht – sicherlich auch angesichts des Marina-Projektes, das die Selliner an ihrem Bollwerk verwirklichen wollen und für das in diesem Frühjahr der symbolische Spatenstich vollzogen wurde.

Nur zwei Feuerwehren auf Deutschlands größter Insel verfügen derzeit über Ölsperren – von einem „untragbaren Zustand“, spricht Olaf Manzke. „Das haben wir in der Kreisverwaltung erkannt und in den aktuellen Kreishaushalt auch Geld eingestellt, um diesen Zustand zu verbessern“, sagt der Sprecher der Kreisverwaltung.

Aus dem Fachgebiet Rettungsdienst, Brand- und Katastrophenschutz der Kreisverwaltung heißt es dazu konkret: Auf Rügen sollen möglichst noch zwei Feuerwehren in allernächster Zeit mit Ölsperren ausgestattet werden.

Chris-Marco Herold

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