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Diskussion um geplante Fußgängerzone

Stralsund Diskussion um geplante Fußgängerzone

Ladenbetreiber in der Stralsunder Mühlenstraße sind geteilter Meinung / SPD kämpft in der Bürgerschaft dafür

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In der Mühlenstraße gilt bisher Tempo 30. Nach dem Willen der SPD soll sie zur Fußgängerzone werden.

Quelle: Foto: Manuela Wilk

Stralsund. Die Debatte geht weiter: Soll ein Teil der Mühlenstraße zur Fußgängerzone werden? Geht es nach dem Willen der SPD-Bürgerschaftsfraktion, haben die Stralsunder zwischen Altem Markt und Mönchstraße bald Vorfahrt.

OZ-Bild

Ladenbetreiber in der Stralsunder Mühlenstraße sind geteilter Meinung / SPD kämpft in der Bürgerschaft dafür

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Fraktionsvorsitzender Peter van Slooten hat vor einiger Zeit diese Idee zur Verkehrsberuhigung aufgeworfen. „In dem Straßenabschnitt stehen einige bedeutende Fachwerkhäuser, die das Stadtbild prägen“, sagt Peter van Slooten. Gerade im Sommer würde das viele Gäste anziehen – und die sollten sich gefahrlos in der Altstadt bewegen können. „Wenn Autos, Radfahrer und Menschen aufeinandertreffen, kann es zu Konflikten kommen“, meint der Politiker. Eine Umwidmung würde die Straße aufwerten, ist er überzeugt. Ihre Autos könnten Anwohner und Gäste im naheliegenden Parkhaus des Meeresmuseums abstellen.

Für van Slooten gibt es noch einen Vorteil. „Die Geschäfte können davon profitieren.“ Wenn die Mühlenstraße zur Fußgängerzone wird, könnten Ladenbesitzer den Bereich vor ihren Geschäften intensiver nutzen. „Sie können Tische und Stühle dorthin stellen.“

Die Idee kommt nicht bei allen gut an. „Wir sehen keinen Nutzen darin, Tische oder Stühle auf den Bürgersteig zu stellen“, entgegnet Steffen Lässig von der Kaffeerösterei Monopol. Die Kapazität des Ladens und der Maschinen reichten ihm aus. „Außerdem kommen auch einige der Gäste mit dem Auto, um sich schnell einen Kaffee zu holen.“ In einer Fußgängerzone ist das nicht mehr möglich.

Peter Cramer von der Rats-Apotheke ist ebenfalls nicht von der Idee überzeugt: „So wie es jetzt ist, funktioniert es sehr gut.“ Probleme im Straßenverkehr gebe es kaum. Auch an eine Belebung der Straße glaube er nicht. Die Fußgängerzone könnte vor allem für die Kunden der Apotheke und des Ärztehauses zum Problem werden. Neben einigen Anwohnerparkplätzen gibt es die Möglichkeit, zum Be- und Entladen in der Mühlenstraße zu halten. „Die Kunden sind darauf angewiesen, bis vor die Häuser fahren zu können“, sagt der Apotheker. Einige Patienten seien über jeden Meter dankbar, den sie nicht laufen müssten.

Der Apotheker hat einen Brief an die Stadt geschrieben. „Ich habe meine Meinung gesagt und einen Alternativvorschlag gemacht.“ Verkehrsberuhigung ist etwas Gutes. Aber vielleicht sollte das eher in der Knieperstraße umgesetzt werden, meint er.

Ragna Schwiedeps und Kerstin Schrewe würden sich über die Fußgängerzone freuen. Die sanierten Häuser würden dadurch aufgewertet werden. „Viele Urlauber fahren hier rein, weil sie glauben, es sei eine Durchgangsstraße“, sagt Ragna Schwiedeps vom Schuh-Anzieher Krabutt. Das Sackgassenschild würden sie einfach übersehen. „Da wäre es gut, wenn der Poller schon auf Höhe der Mönchstraße steht“, erklärt die 53-Jährige. Als Teil der Fußgängerzone könnte die Straße auch stärker in den Weihnachtsmarkt oder bei den Wallensteintagen eingebunden werden.

Wird die Mühlenstraße zur Fußgängerzone, fielen nicht nur Parkmöglichkeiten weg. Auch der Poller vom Alten Markt müsste versetzt werden. Das kostet Geld. Wie viel, soll die Stadtverwaltung herausfinden. Zudem müsste der Lieferverkehr anders geregelt werden. „Das könnte sich zwischen 6 und 10 Uhr abspielen“, schlägt Sozialdemokrat van Slooten vor. „Aber die Post und andere Dienste kommen erst viel später“, betont Apotheker Cramer. So einfach sei das nicht umzusetzen. Goldschmied Thomas Schulz steht dem Vorhaben positiv gegenüber. „Im Grunde ist das eine gute Idee. Aber auf die Details kommt es an.“ Das Geschäft liegt an der Ecke zur Mönchstraße, also genau an der Grenze der geplanten Zone. „Ich möchte nicht, dass die Lieferwagen dann alle vor dem Laden halten“, sagt er.

Ob die Mühlenstraße bald nur noch für Fußgänger zugänglich ist, muss am Ende die Stralsunder Bürgerschaft entscheiden. Zunächst berät ein Ausschuss heute Abend über den Vorschlag der SPD.

Sitzung: Ausschuss für Bau,

Umwelt und Stadtentwicklung,

17 Uhr im Rathaus (Konferenzsaal)

Manuela Wilk

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