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Rügen Zum Sonnenuntergang nach Hause
Vorpommern Rügen Zum Sonnenuntergang nach Hause
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13:16 15.02.2019
Das Gutshaus hat Udo Vetter vor vier Jahren übernommen. Quelle: Wenke Büssow-Krämer
Moisselbritz

Gerda Leschner kann nicht nur aufgrund ihrer 82 Jahre auf ihren Erfahrungsschatz als Dorfälteste verweisen. Sie ist mit ihrem Zwillingsbruder Gerd Petit am 8. Mai 1936 auch tatsächlich noch direkt hier geboren worden. Es war dann der Tag des 16. Geburtstages der Geschwister, der den Ort zusammenrücken ließ. „Wir hatten mit unseren Freunden schon gut gefeiert und wollten eigentlich im Gutshaus tanzen, wo eine Stube frei war. Wir waren noch kurz dort, aber ein Bewohner hatte etwas dagegen und wir gingen wieder“, erinnert sich Gerda Leschner. Als dann längst alles schlief wurden die Dorfbewohner durch die Nachricht geweckt, dass das Gutshaus in Flammen steht.

Um die 40 Flüchtlinge, die das Gebäude 1952 bewohnten, entkamen alle unbeschadet und konnten danach fast alle im Ort aufgeteilt werden. Zu diesen Bewohnern zählte auch der junge Walter Leschner. Seine Eltern hatten in Moisselbritz bereits den Bau eines Hauses begonnen und fanden bis zur Fertigstellung in der Schule im Nachbarort Lüßmitz ein Obdach. Eine glückliche Fügung für die junge Gerda, die den Walter zwei Jahre später heiratete. Ein Verlassen des Dorfes kam ihr somit nie in den Sinn. „Moisselbritz ist für mich Heimat“, sagt die 82-Jährige.

Über 100 Dorfbewohner zählte Moisselbritz zu diesem Zeitpunkt. Von dem Gutshaus konnte nach dem Brand nur noch eine Hälfte erhalten werden. Nur alte Fotos und ein noch sichtbares Fundament zeugen von der alten Pracht.

Heute leben 47 Menschen in dem Ort, der auch viele Ferienwohnung anbietet. In einem anderen Punkt wirkt Moisselbritz jedoch sehr verschlafen und verträumt. „Wir haben nach wie vor keine Straßenlaternen. Nach Sonnenuntergang bleibt es dunkel“, erklärt die Schwägerin Helene Petit. Doch sind die Dorfbewohner daran gewöhnt und haben dann Taschenlampen dabei.

Auch wenn viele den Ort verlassen haben, finden sich anderswo drei Generationen auf einem Hof. „Man sieht Kinder auf dem Weg spielen und lachen. Wir hoffen, dass hier Leben bleibt und dass auch ich bleiben kann“, so Gerda Leschner, die einen Sohn zu ihren Nachbarn zählt. Auch der Sohn von Helene Petit wohnt mit seiner Mutter und Familie auf einem Grundstück. Noch möchte auch der 14-jährige Enkel Tom hier bleiben.

Wenke Büssow-Krämer

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