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Rügen Drei Hiddensee-Maler an einem Ort
Vorpommern Rügen Drei Hiddensee-Maler an einem Ort
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00:00 21.10.2017
Galeristin Christine Beyer zeigt Werke von drei prominenten Hiddenseemalern: Elisabeth Büchsel (1867 - 1957), Willi Berger und Reinhard Muschik. Quelle: Foto: Marlies Walther
Stralsund

Die Stralsunder Galeristin Christine Beyer vereint jetzt drei prominente Hiddensee-Maler in einer gemeinsamen Ausstellung: Elisabeth Büchsel (1867 - 1957), Willi Berger, der am 6. Oktober seinen 95. Geburtstag feierte, und Reinhard Muschik (Jahrgang 1953). „Die Werke passen einfach wunderbar zusammen und jedes einzelne besitzt eine große Ausstrahlungskraft“, sagt die Stralsunderin und freut sich über das künstlerische Dreiergespann. Insgesamt präsentiert die Hanse-Galerie 30 Arbeiten, die zum Verkauf stehen. „Aber natürlich kann man bei uns auch nur schauen“, lädt Christine Beyer die Besucher ein.

Im großen Format kommt Reinhard Muschik daher, der seit 20 Jahren „zu den wichtigsten Künstlern“ der Galerie zählt“, wie Christine Beyer sagt. Strand, Wasser, Dünen und immer wieder der „hohe Himmel über Hiddensee“, das sind seine Motive. Der Maler und Grafiker wurde in Thüringen geboren, studierte Bauwesen und Architektur und ließ sich 1991 in Vitte nieder. Seit dem Jahr 2000 betreibt er dort eine eigene Ateliergalerie. Bekannt ist er für seinen dominant-breiten Pinselstrich.

Eine „echte Büchsel“ anzubieten sei immer ein erhebendes Gefühl, beschreibt Christine Beyer. In diesem Fall sind es gleich vier Bilder der berühmten Malerin, die in Stralsund geboren wurde und hier auch ihr Grab auf dem St. Jürgen Friedhof hat. Das Besondere: Neben einem Porträt „Mutter und Kind“ gibt es auch zwei Gemälde aus Paris. Dorthin, zur Académie Colarossi, hatten sie ihre Studien Anfang des 20. Jahrhundert geführt. Die Bilder sind 1903 entstanden. Ab 1904 lebte und arbeitete Elisabeth Büchsel vom Frühjahr bis zum Herbst auf Hiddensee und wohnte als Sommergast im Haus der Familie Gau in Neuendorf.

Schließlich sei die Ausstellung vor allem auch eine Hommage an den hochbetagten Künstler Willi Berger. „Ich durfte diesen feinen Menschen im letzten Sommer zum ersten Mal persönlich kennenlernen. Das war sehr beeindruckend“, erzählt Christine Beyer über ihre Besuche in seinem Atelier „Schwalbennest“ in Kloster.

Auf einen Krückstock gestützt, sei ihr eine „aristokratische Erscheinung“ begegnet, „ein sehr gebildeter, offener, herzlicher Mann“, so Christine Beyer. Willi Berger hat Otto Niemeyer-Holstein porträtiert und mit Günter Grass geplaudert. Und er sei wirklich ein klassischer Pleinairmaler, betont Christine Beyer. Der immer unter freiem Himmel seine Staffelei aufgebaut hat. Er male teilweise naiv, frei, locker und immer intensiv farbig, so die Galeristin. Hinter ihm liege ein hoch interessantes Leben, das von einer großen Naturverbundenheit zeugt. Denn er war auch Förster und Ornithologe.

Über all das hat Christine Beyer auf dem Rückweg auf der Fähre in einem Buch gelesen: „Wald – Wasser - Wind“, in dem Willi Berger Rückschau hält. Das Buch sei allerdings vergriffen gewesen. Deshalb hat sich die Hansestädterin beim Berliner Rohnstock Verlag für eine Wiederauflage eingesetzt. Jetzt gibt es die Biografie wieder – auch in der Hanse-Galerie im Rathaus. Neben solchen Kostbarkeiten wie Bergers „Dornbusch“, dem großen und kleinen „Inselblick“ oder der leuchtenden Heide.

Marlies Walther

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