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Edis startet mit E-Tankstelle Elektro-Offensive

Bergen Edis startet mit E-Tankstelle Elektro-Offensive

Rolf Hoffmann von Kabel-Sat und Mitbegründer des E-Mobilitätsprojektes für Rügen kritisiert das Vorhaben am Bergener Markt als „konzeptlosen Schnellschuss“ / Zweite Ladestation folgt in Sassnitz

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Direkt auf dem Markt in Bergen soll eine Elektro-Tankstelle entstehen. Betreiber wird der Energieversorger Edis sein.

Quelle: Jens-Uwe Berndt

Bergen. Ist das der Start zur „elektrifizierten Insel“? – Auf dem Bergener Marktplatz wird derzeit eine Fläche für den Bau einer Elektro-Tankstelle hergerichtet.

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Rolf Hoffmann von Kabel-Sat und Mitbegründer des E-Mobilitätsprojektes für Rügen kritisiert das Vorhaben am Bergener Markt als „konzeptlosen Schnellschuss“ / Zweite Ladestation folgt in Sassnitz

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Eigentümer und Betreiber wird der Energieversorger Edis sein, der damit seine erste Ladestation in Mecklenburg-Vorpommern in Betrieb nimmt. Passieren soll das am 28. September.

„Den Standort haben wir uns in Kooperation mit der Stadt Bergen ausgesucht“, sagt Edis-Sprecher Michael Elsholtz, der die Lage optimal findet. Bergens Bauamtsleiter Rainer Starke sieht das ähnlich.

„Die Edis wollte einen publikumswirksamen Platz, und wir wollten die Ladestation auch nicht soweit außerhalb haben“, sagt er. Mögliche Staus wegen anstehender Elektro-Fahrzeuge direkt am Markt befürchtet er nicht. Denn noch seien diese Autos im Straßenverkehr äußerst selten. Allerdings könne der Ladevorgang pro Pkw bis zu vier Stunden dauern. Ob dann für dieses Auto Parkgebühren erhoben werden müssten, ist noch nicht abschließend geklärt.

Eine Besonderheit an der Elektro-Tanksäule wird ein Werbebildschirm sein, auf dem neben kommerzieller Reklame auch städtische Informationen zu sehen sein werden. „Ein Fünftel der Werbezeit wird der Stadt gehören“, sagt Rainer Starke.

Michael Elsholtz kündigt an, dass nach der Eröffnung der Ladestation in Bergen der Bau einer zweiten E-Tankstelle in Sassnitz beginnen wird. Start ist vermutlich Anfang Oktober.

Rolf Hoffmann, CDU-Wirtschaftsrat und Geschäftsführer von Kabel-Sat in Bergen, geht mit dem Edis-Vorhaben hart ins Gericht. „Das ist ein Schnellschuss und als reiner Marketing-Gag zu bewerten“, sagt Hoffmann. Dabei ist für den Unternehmer die Versorgung der Insel mit Elektro-Tankstellen von maßgeblicher Bedeutung, hat er doch gemeinsam mit dem Zweckverband Wasserversorgung und Abwasserbehandlung Rügen (Zwar) und der Tourismuszentrale (TZR) ein E-Mobilitätsprojekt entwickelt, das auf lange Sicht sogar darauf abzielt, die Insel im Wesentlichen vom herkömmlichen Autoverkehr zu befreien und Urlauber fast nur noch mit E-Autos das Eiland durchstreifen zu lassen (die OZ berichtete). „So wird das aber nichts“, meint Hoffmann. „Die Edis hat für die Insel kein flächendeckendes Konzept. Ich fürchte, dass die Ladestation in Bergen genauso ungenutzt herumstehen wird, wie die Säule der EWE in Sassnitz.“ Bestenfalls der Renault Twizy vom Stadtbauhof werde sich hier dann ab und zu seinen Strom abholen.

Rolf Hoffmann verweist bei seiner Kritik unter anderem auf das heillose Durcheinander bei den Steckertypen. „Um überhaupt auf die Insel zu kommen, muss man einen BMW i8 oder einen amerikanischen Tesla fahren. Und ich bin mir sicher, dass die Station in Bergen für einen Tesla keinen Anschluss haben wird.“

Auch moniert Hoffmann, dass es offenbar keine Schnellladestation geben wird und die Insassen des „aufzutankenden“ Pkw vier, fünf Stunden warten müssten. „Was machen die dann?“, fragt der Geschäftsführer. „Sollen die zu Fuß zum Strand gehen?“ Das mache seiner Ansicht nach mehr als deutlich, dass es nicht damit getan ist, mal eben irgendwo eine Elektro-Tankstelle hinzustellen: „Was da entsteht, ist reine Lobbyarbeit. Mehr nicht.“

E-Tankstelle & E-Autos

Das Aufladen an einer Stromtankstelle ist abhängig vom Anschluss. Einen universellen Standard gibt es noch nicht, wenn man vom Schuko-Stecker mal absieht. Damit dauert das Aufladen aber am längsten. Ansonsten herrscht diesbezüglich ein heilloses Durcheinander.

Die Bundesregierung strebte im Zuge des Ausbaus der Elektromobilität an, bis 2020 eine Million E-Autos auf die deutschen Straßen zu bringen. Bis jetzt sind es allerdings erst rund 50000. Eine Umweltprämie von bis zu 5000 Euro beim Kauf eines Elektro-Autos sollte den Absatz ankurbeln, ging bisher aber fast ins Leere: Der Zuschuss wurde bisher kaum beantragt. Ein Grund für die Zurückhaltung sind auch die zumeist hohen Preise, die für E-Autos aufgerufen werden.

Jens-Uwe Berndt

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