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Rügen Ehrung für langjährige Lebensretter
Vorpommern Rügen Ehrung für langjährige Lebensretter
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00:25 25.08.2014
Gestern wurden Roland Hartleb (r.) und Werner Ziese für 50 Jahre Wachdienst vom Vizepräsidenten der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) in M-V, Ulf Schwarzer (li.), sowie der Leiterin der Kurverwaltung Middelhagen, Petra Blank, geehrt. Quelle: Dieter Lindemann
Lobbe

Ein halbes Jahrhundert wachen sie über das Leben der Badegäste an den Stränden. Nicht durchgehend natürlich, aber Jahr für Jahr wieder. Für ihren Einsatz wurden die Rettungsschwimmer Roland Hartleb und Werner Ziese gestern durch den Vizepräsidenten der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft in Mecklenburg-Vorpommern, Ulf Schwarzer, ausgezeichnet. Bei einem Sonntagsfrühstück im Lobber Gasthof „Zum Walfisch“ erhielten sie die Gedenkmedaille „100 Jahre Deutsche-Rettungs-Gesellschaft, 1923 - 2013“ sowie eine Urkunde und ein Dankschreiben. Die Leiterin der Kurverwaltung Middelhagen, Petra Blank, nutzte die Gelegenheit und überreichte den Wachleitern Hartleb und Ziese ein Sachgeschenk. Im Namen aller Badegäste dankte sie ihnen für ihren ehrenamtlichen Einsatz.

Beide Rettungsschwimmer sind seit Jahren vor allem auf Rügen tätig. Für den 77-jährigen Werner Ziese war die Ausbildung zum Rettungsschwimmer während seines Sportstudiums Pflicht. Von 1975 bis 1990 war er Rettungsschwimmer im Ferienlager „Edgar André“ in Göhren. Danach war er fünf Jahre in Prerow und an vielen Orten an der Ostseeküste als Rettungsschwimmer eingesetzt, bis er sich in den kleinen Ort Lobbe verliebte und dort bereits 19 Sommer in ununterbrochene Folge seinen Dienst versieht. Hier ist er vom 30. Juni bis 31. August Wachleiter. Etwa 100 ernste Einsätze hat er in den zurückliegenden 50 Jahren gezählt. In diesem Sommer beispielsweise rettete er mit einem Kollegen zwei Männer, die wegen der starken Strömung nicht wieder zurück zum Ufer schwimmen konnten.

Roland Hartleb, der im sächsischen Pommritz wohnt, hat über seine Einsätze an der Ostsee genau Buch geführt. Er, der anfangs in Göhren „stationiert“ war, kommt ebenfalls auf etwa 100 Einsätze. „Ich konnte bisher vier Menschen vor dem Ertrinken retten“, sagt er nicht ohne Stolz und fügt nachdenklich hinzu: „Aber ich kam auch in einigen Fälle zu spät.“ Zu DDR-Zeiten, sagt Hartleb, seien die Leute mehr geschwommen und hätten sich an die Baderegeln gehalten. „Heute gehen viele auch bei gelber oder roter Flagge ins Wasser.“ Spreche man sie auf die Gefahren an, zeigten sich nur wenige einsichtig.

Dabei riskieren die Retter selbst ihr Leben. Hartleb kann sich an eine brenzlige Situation im Jahre 1960 in Thiessow erinnern, als zwei Einheimische nach einem Zechgelage badeten und hinaustrieben.

„Nur weil ich die Strömung dort kannte, konnte ich die Männer retten.“ Man müsse fit sein in diesem Ehrenamt, ergänzt sein Kollege Werner Ziese, der im Winterhalbjahr drei bis vier Stunden pro Woche im Fitnessstudio verbringt. Ob er angesichts des Alters und der Gesundheit noch eine Saison auf dem Rettungsturm verbringen kann, will Ziese Anfang nächsten Jahres entscheiden. Bei Roland Hartleb steht die nächste Generation schon in den Startlöchern: Seine Enkelkinder, die Zwillinge Oliver und Anna (17) sowie Martin (20) sind Rettungsschwimmer im Ostseebad Dierhagen. Außerdem bildet der 71-Jährige in seiner Heimat Rettungsschwimmer aus und setzt in Torgau Rettungsboote instand.

Mit Dr. Jürgen Weigel (74) war ein weiteres „Urgestein“ der Lebensretter gestern nach Lobbe geladen. Er ist seit 57 Jahren als Rettungsschwimmer tätig, begann diese Laufbahn am Barleber See bei Magdeburg und ist seit 2003 Rettungsschwimmer im Ostseebad Göhren. Gegenwärtig ist Dr. Weigel als Wachleiter in Garz eingesetzt. Er teilt die Erfahrungen seiner Mitstreiter. „Mich ärgert immer die Unvernunft einzelner Urlauber, aber auch Einheimischer. Ich musste einen 14-Jährigen in letzter Minute aus dem Wasser holen, weil er bei gelber Flagge und Windstärke 5 sowie einen Meter hohen Wellen noch baden ging.“

Münze aus Sterling-Silber
34 Millimeter groß ist die Gedenkmedaille im Durchmesser, die die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) anlässlich ihres 100-jährigen Bestehens herausgegeben hat. Sie besteht aus Sterling-Silber und wurde in einer limitierten Auflage von 1913 Stück aufgelegt. Auf der Vorderseite ist der DLRG-Adler mit der jeweiligen Editionsnummer zu sehen, auf der Rückseite ein Rettungsmotiv. Die DLRG wurde 1913 nach dem Einsturz des Binzer Seestegs gegründet, durch den 16 Menschen ihr Leben verloren.



Dieter Lindemann

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