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Ein Drittel der Studenten verlässt Fachhochschule ohne Abschluss

Stralsund Ein Drittel der Studenten verlässt Fachhochschule ohne Abschluss

Abbrecherquote in den Fachbereichen Elektrotechnik und Informatik besonders hoch / FH reagiert mit weniger Prüfungsstress und Zusatzangeboten in Mint-Fächern

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Wir kön- nen als Hoch- schule nicht den Standard wissenschaft- licher Ausbil- dung herabsetzen.“Prof. Wolfgang Petersen, Prorektor

Stralsund. Zwischen 2011 und 2014 beendeten 2639 junge Frauen und Männer an der Fachhochschule Stralsund ihr angefangenes Studium ohne Abschluss. Die Zahlen der Exmatrikulierten schwanken pro Jahr zwischen 663 (2011) und 680 (2014). Bei Studierendenzahlen zwischen 2200 und 2500 bewegen sich die Abbrecherquoten damit zwischen 32 und 36 Prozent. Zum Vergleich: Der deutsche Durchschnitt bei Studienabbrechern liegt bei 31 Prozent.

Im betrachteten Vier-Jahres-Zeitraum beendeten 1751 Studenten ihr Studium mit bestandener Prüfung erfolgreich. Wobei als Erfolg auch zählt, wenn die Fachrichtung zwischendurch gewechselt wird, um das Studium mit neuer Anstrengung doch noch zu bewältigen.

Die Statistik ist über alle Studiengänge gerechnet. Prof. Wilhelm Petersen, Prorektor für Studium und Lehre an der Fachhochschule, weiß aber: „Besonders hoch sind die Abbrecherquoten in solchen Fachbereichen wie Elektrotechnik und Informatik, aber auch im Maschinenbau.“ Die Ursachen dafür sind vielfältig, reichen von schlechten schulischen Voraussetzungen in den so genannten Mint-Fächern über Spätstudierende, die nach dem Abitur erst eine Facharbeiterausbildung absolviert und gearbeitet haben, bis hin zu denen, die in der Studienzeit eine Art frohes Jugendleben sehen.

„Wir können und wollen als Hochschule aber nicht den Standard wissenschaftlicher Ausbildung herabsetzen“, so Petersen. Schließlich soll der Abschluss auch zu guten Chancen bei der Jobsuche verhelfen.

Deshalb wird an der Fachhochschule versucht, die Zahl der Studienabbrecher auf verschiedenen Wegen zu reduzieren.

„Das beginnt bereits am Anfang des Studiums“, sagt der Professor. Um den Übergang von der Schule ins Studium zu verbessern, wurde das Modul „Konsolidierung der Mint-Grundlagen“ ins Studienangebot mit aufgenommen. Studienanfänger können dort je nach Vorkenntnissen ihr Wissen in Mathematik, Elektrotechnik oder Informatik festigen. Dem Prüfungsstress wird in den ersten beiden Semestern vorgebeugt.

Dort wurde die Zahl der Klausuren und mündlichen Prüfungen auf vier begrenzt.

„Zudem reagieren wir auf Studierende, die mehr als zwei Prüfungen vor sich herschieben“, sagt Prof. Wolfgang Schikorr, Dekan im Fachbereich Maschinenbau. Betroffene können sich einen individuellen Prüfungsplan erstellen lassen. Damit wird das Studium unter Umständen ein bis zwei Semester länger, aber erfolgreich beendet. Schikorr: „Ziel dieses Maßnahmepakets ist es, die Abbrecherquote an unserer Hochschule auf zehn Prozent zu drücken.“

Mehr Tutoren und Mentoren sollen helfen

MINT steht als Abkürzung für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften

und Technik. Um dieses Wissen

aus Schulzeiten zu konsolidieren,

wird an der FH zu Studienbeginn ein spezielles Studienmodul angeboten.

Im Kampf um die Senkung der Abbrecherquote wurde die Zahl der Tutoren erhöht und ein Mentoringprogramm aufgelegt. Das Zusatzangebot kann zusätzlich zum Studium genutzt werden.

Finanziert werden die Angebote aus Hochschulpakt-Mitteln und Geldern des Centrums für Übergang ins Studium.

Überlegungen gibt es für ein

Abbrecher-Auffang-Programm,

gemeinsam mit Arbeitsagentur,

Handwerkskammer und Nordmetall.



Jörg Mattern

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