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Rügen Ein Gemälde hat Geburtstag
Vorpommern Rügen Ein Gemälde hat Geburtstag
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02:16 11.09.2018

Warum zieht das Gemälde „Kreidefelsen auf Rügen“ die Menschen so stark an?

„Kreidefelsen“: Glück und Abgrund liegen eng beieinander.
Gesine Häfner und Peter Lehmann aus dem Marketing des Nationalpark-Zentrums.
Gesine Häfner und Peter Lehmann aus dem Marketing des Nationalpark-Zentrums.

Tour und Lesung

Exkursion am 16. September zu Orten auf Rügen, an denen sich das Paar 1818 aufhielt.

Romantik-Lesung am 16. November

Gesine Häfner: Das Bild ist weltberühmt, jeder kennt es und da entsteht natürlich der Wunsch, den Originalschauplatz kennenzulernen. Der Nationalpark Jasmund ist der einzige Ort in Deutschland, wo man diese faszinierende Kreideküste sehen kann. Auch die bizarren Felsformationen, die Caspar David Friedrich gemalt hat, kann man betrachten, wenn man den Hochuferweg entlang läuft.

Die Menschen, die zu uns kommen, sind von dieser Schönheit und den je nach Licht und Wetter vielfältigen Naturschauspielen genauso fasziniert wie damals der Maler.

Kommen die meisten Besucher tatsächlich wegen des Kreidefelsen-Blicks?

Peter Lehmann: Der Hauptgrund für einen Ausflug nach Jasmund ist die Kreideküste, im internationalen Gästesegment sind es vor allem die Asiaten, für die der Königsstuhl, dieser spektakuläre Kultur- und Natur-Ort, der Inbegriff des Schaffens des berühmten Malers Friedrich ist. Viele Besucher denken allerdings, das Bildmotiv sei real, also abgemalt. Diesen Ausblick auf die Ostsee hat es so aber nie gegeben, es handelt sich auch nicht um die Wissower Klinken. Caspar David Friedrich komponierte das Gemälde vielmehr anhand eines von ihm angefertigten Katalogs voller Skizzen von Naturdetails, die er später zusammensetzte. Die Zeichnungen fertigte er übrigens in Schwarz-Weiß, die Farben der Szenen hat er sich gemerkt und später hinzugefügt.

Häfner: Das Bild ist also ein Puzzle vieler Eindrücke Friedrichs, genauso wie die aktuelle Arbeit des japanischen Künstlers Masuyama, der anlässlich des 200-jährigen Jubiläums ein verblüffend ähnliches Bild aus hunderten einzelnen Aufnahmen mittels digitaler Fotomontage herstellte. Der einzige und wichtige Unterschied: Die drei Personen im Vordergrund sind Familienmitglieder des Japaners.

Sie haben beide das Originalbild besichtigen können, das heute in der Stiftung Oskar Reinhart in Winterthur hängt. Welche Stimmung haben Sie darin ausgemacht?

Man spürt die Zuneigung der abgebildeten Menschen untereinander, also eine sehr liebevolle Stimmung, die sich auch im Licht widerspiegelt – hell, strahlend, leichtes Rot im Hintergrund, die Farbe der Liebe. Die Personen scheinen die Atmosphäre und Schönheit der Szenerie zu genießen, ein Naturgenuss. Aber: Man spürt auch eine gewisse Angst, einen großen Respekt vor der Tiefe, eine Person nähert sich dem Abgrund sehr vorsichtig, auf dem Boden kauernd, eine andere hält sich an Grasbüscheln fest.

Friedrich hat die Gefahr am Königsstuhl also schon vor 200 Jahren eingefangen. Welche Rolle spielt die aktuelle Diskussion um Kreideabbrüche, Sperrung der Treppe, Lebensgefahr und tödliche Unfälle?

Lehmann: Das Problem ist nach wie vor, dass sich die Leute wenig damit auseinandersetzen, in welchem Raum sie sich bewegen. Der Gefahren sind sich viele nicht bewusst, insofern führt diese Diskussion langfristig hoffentlich dazu, dass sich die Besucher besser informieren und mehr Respekt haben vor der Natur.

Häfner: Ja, ich sehe das genauso – die Leute müssen wachgerüttelt werden, die Sicherheitshinweise ernst zu nehmen und auf den ausgeschilderten Wegen zu bleiben. Die große Mehrheit der Besucher ist auch nach der Sperrung der Treppe damit zufrieden, was sie sehen kann. Es gibt ja außerdem noch zwei offene Wege nach unten, an der Piratenschlucht und am Kieler Bach, wir raten aber die Begehung dort nicht, weil beide Abgänge keine öffentlichen Wege sind.

Lena Roosen

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