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Rügen Ein Hiddenseeer fährt auf der „Titanic des Rheins“
Vorpommern Rügen Ein Hiddenseeer fährt auf der „Titanic des Rheins“
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00:20 25.08.2014
Matrose Kai Lilienberg bereitet in der kleinen Kombüse der Herkules II das Essen vor. Seine Kollegen mögen das, was er kocht. Fotos (2): Peer Schmidt-Walther
Duisburg

Zwölf Stunden hin, 36 Stunden zurück, und das 365 Tage im Jahr bei Wind und Wetter. Täglich befahren die Schiffe der Reederei Imperial den Rhein zwischen Rotterdam und Duisburg. Eine echte Herkules-Aufgabe. Kai Lilienberg, echter Hiddenseeer Jung aus Neuendorf, blauäugig und blond, gehört zur Crew der „Titanic des Rheins“.

So jedenfalls nennen die sieben Männer unter Kapitän Hans Riesch, gebürtig aus dem brandenburgischen Pritzwalk, nicht ohne Stolz „ihren Dampfer“. Auch Kai kann das nicht verhehlen. Neben seinem Decksdienst bekocht er auch gern die Kollegen, die von seinen Künsten am Herd in der engen Kombüse voll überzeugt sind: „Was der Kai da zaubert — Hut ab!“ Am vergangenen Sonntag gab‘s zum Beispiel Rouladen mit Klößen „nach Art von Oma“, davor gefüllte Paprika.

Gelernt hat er sein Binnenschiffer-Handwerk heimatnah auf den Mecklenburgischen Seen bei der Weißen Flotte in Mirow. „Aber ich wollte dann doch mal raus und was anderes sehen“, bekennt er, „denn ich möchte ja auch noch weiterkommen“. Nächstes Ziel des ehrgeizigen Mannes: Kapitän. Denn die Arbeitsbedingungen der Matrosen sind kein Zuckerschlecken: 14 Tage an Bord, wobei Schlaf ein Fremdwort ist.

„Allenfalls mal vier Stunden am Stück“, sagt Kai, „aber das ist dann auch schon viel“. Im Winter, wenn die schweren Drähte vereisen oder auch brechen können und es überall glatt ist, wird‘s richtig hart und gefährlich. „Da brauchst du keine Mucki-Bude“, grinst Kai, „das hier ist Training pur und gratis.“

Nach 14 Tagen ist Freischicht. Dann fährt Kai erst zu seiner Mutter nach Neustrelitz und schließlich über Bergen oder Stralsund zu seiner Freundin auf die Insel. „Sich an den Landrhythmus zu gewöhnen“, meint er, „das dauert immer ein paar Tage, aber dann muss man auch schon wieder los.“ Irgendwie sind er und seine Kollegen, die sich schon über Jahre kennen und ein eingespieltes Team bilden, schon so eine Art „Arbeits-Familie“ und fühlen sich an Bord der bärenstarken „Herkules II“ wie zu Hause.

Über 6000 PS leisten ihre drei Maschinen. Damit ist sie das stärkste Schubboot auf dem Rhein. Sechs vollbeladene Leichter bewegt so ein Schiff, was einer Gesamtlänge von 270 Metern, einer Breite von 22 Metern und einem Gewicht von maximal 17 500 Tonnen entspricht — Abmessungen wie bei einem respektablen Seeschiff.

Schiff und Besatzung sind nur ein Steinchen im Mosaik der Imperial Schiffahrt GmbH, die zur südafrikanischen Imperial-Gruppe gehört, einem weltweit tätigen Logistik-Konzern mit über 44 000 Angestellten. Allein auf europäischen Binnengewässern bewegen die Imperial-Schiffe jährlich über 53 Millionen Tonnen Fracht. In Duisburg beliefert die Reederei unter anderem die Hüttenwerke Krupp-Mannesmann mit Erzen und Koks vom Seehafen in Rotterdam.

In Holland gebaut
Die MS Herkules II wurde 1982 in den Niederlanden gebaut und hat einen Tiefgang von 1,90 Meter. Heimathafen ist Duisburg. Sie transportiert vor allem Erz und Kohle. Die Besatzung besteht aus sieben Leuten. Jeweils zwei Mann arbeiten sechs Stunden im Schichtbetrieb.



Peer Schmidt-Walther

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