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Rügen Ein junger Ort im Schatten des Kleinen Königsstuhls
Vorpommern Rügen Ein junger Ort im Schatten des Kleinen Königsstuhls
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00:00 28.10.2016

Das im kuppigen Moränengebiet Jasmunds gelegene Gumannz mit seinen 39 Einwohnern ist wohl ein relativ junger Ort. Auch wenn der Name auf eine mittelalterliche Siedlung der Slawen deutet, finden sich keine Belege dafür, dass es dort vor dem 18. Jahrhundert menschliches Leben gegeben hat. Erst 1782 wurde erstmals eine Einliegerkate erwähnt, die zur Herrschaft Spyker gezählt wurde. 1836 lebten dort Arbeiter des zu Spyker gehörenden Hofes Polkvitz in vier Katen. Erst im Zuge der Ausbeutung der benachbarten Kreidebrüche erlebte das abgeschiedene Gummanz in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis ins 20. Jahrhundert einen Aufschwung.

Damals war der Kreideabbau noch eine mühselige Arbeit: Mit der Hacke wurde das feuersteinhaltige Kreidegestein abgebaut, die Kreide dann durch Aufschlämmen vom Feuerstein getrennt, nachgereinigt, getrocknet, verpackt und verschickt. Nahm dieser Arbeitsprozess 1832 noch acht Wochen in Anspruch, dann waren vom Abbau bis zum Verpacken der Kreide ab den 1960-er Jahren nur noch 80 Minuten notwendig. Heute vergehen gerade einmal acht Minuten.

Die Gummanzer Kreidefabriken wurden in den 60er Jahren stillgelegt. Einer der letzten Fabrikanten, Fritz Gierke, wurde 1953 im Zuge der „Aktion Rose“ festgenommen, der Besitz wurde beschlagnahmt.

Gierke wurde zwar freigelassen, sein Kreidewerk ging aber wenig später an den VEB Kreidewerke Rügen über. Der Kreidefabrikant Hermann Buckert floh in den Westen.

OZ

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