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Rügen Eine Kirche sucht man hier vergebens
Vorpommern Rügen Eine Kirche sucht man hier vergebens
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00:00 02.09.2016

Wer eine Kirche in Kapelle mit seinen 41 Einwohnern sucht, hat Pech gehabt. Vermutlich stand dort einmal ein kleines Gotteshaus, sonst hätte die kleine Ortschaft am Rande von Gingst einen anderen Namen. Ältere Kapeller glauben, dass früher einmal Fundamentreste am Ufer des nahe gelegenen Boddens sichtbar gewesen sind. Doch genau weiß das keiner mehr.

Kapelle war einst ein slawisches Runddorf, später ein Rittergut. 1816 wurde das Gut von Carl Ludwig Lorenz von Platen auf Gurtitz gekauft. Später ging es an die Familie von Esbeck, die es bis 1935 hielt. Für das Ende der adligen Gutsherrschaft zeichnet der letzte Spross der von Esbeck-Platen, ein gewisser Constantin, verantwortlich: Er soll das Vermögen im Spielcasino von Monte Carlo verprasst haben. 1934/35 war er pleite.

Zu dieser Zeit kaufte die von der SS dominierte Ansiedlungsgesellschaft etliche Güter auf Rügen auf, unter anderem Kapelle, um der Landflucht entgegen zu wirken. Die „Neubildung deutschen Bauerntums“

war ein Teil der Blut-und Boden-Ideologie der Nazis. Kleinere Höfe wurden 1935 in Kapelle gebaut, und kinderreiche Bauern wurden aus anderen Gegenden Deutschlands aufgesiedelt.

Im Schloss wurde später ein Lazarett für TBC-Kranke, dann ein Altersheim untergebracht, das später in einen Neubau in Gingst wechselte. Das Gutshaus wurde danach privat erworben und saniert.

sg

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