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Eine Schule läuft für Amandas Rückkehr

Binz Eine Schule läuft für Amandas Rückkehr

Schüler der Regionalen Schule Binz drehten beim Sponsorenlauf auch Stadionrunden für Amanda Zienkiewicz

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Hobbymaler Helmut Stützer (r.) spendet den Erlös des Verkaufs einiger Bilder, die ab nächster Woche beim Bürgermeister hängen.

Binz. „Ich habe wirklich nicht damit gerechnet, dass ich solch große Hilfe erhalte“, sagte Anetta Zienkiewicz gestern am Stadion der Einheit in Binz. „Vor allem dachte ich, dass die Menschen hier etwas zurückhaltender sind. Gerade weil wir aus Polen sind. Doch ich erfahre so viel Unterstützung, dass es mich jeden Tag erneut sprachlos macht.“ So wie gestern beim 6. Sponsorenlauf der Regionalen Schule.

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Schüler der Regionalen Schule Binz drehten beim Sponsorenlauf auch Stadionrunden für Amanda Zienkiewicz

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Eigentlich wollte die 44-Jährige hier ihre jüngste Tochter, die auch Amanda heißt, anfeuern. Doch die konnte nicht starten. „Ich hatte mich schon so gefreut und wollte heute für meine Schwester laufen und damit auch meinen Beitrag leisten“, sagte die 15-Jährige. Doch sie hat derzeit selbst mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Der Hausarzt überwies sie mit schlechten Blutwerten ins Inselkrankenhaus. Diagnostiziert wurde eine Anämie, also eine Blutarmut sowie Eisenmangel. „Heute durfte ich dennoch für drei Stunden die Klinik verlassen. Aber Laufen wurde mit untersagt. Mein Freund Matthes springt daher für mich ein und wird sein Bestes geben, um möglichst viel Geld zu erlaufen“, erzählte Amanda, die die neunte Klasse der Binzer Schule besucht. Das tat der sportliche Liebste auch sogleich und verzeichnete mit insgesamt 43 Runden sogar das beste Ergebnis.

Das wundert nicht, schließlich starteten die Teilnehmer des Sponsorenlaufs dieses Mal nicht nur um finanzielle Hilfe für diverse Schulprojekte wie Exkursionen und Schülerehrungen zu erlaufen. Mit einem Teil des erlaufenen Sponsorengeldes möchte die Schule die Mission von Familie Zienkiewicz unterstützen. Und die verfolgt das Ziel, die gleichnamige große Schwester, die derzeit im Londoner Royal Hospital für Neuro-Behinderung für Menschen mit komplexen neurologischen Schäden liegt, wieder nach Deutschland zurückzuholen. Die 21-Jährige war zuvor seit einem schweren Autounfall Ende Dezember 2015 Komapatientin in einer Klinik einige Kilometer vor Londons Toren (die OZ berichtete). Da die Familie keine Unfallversicherung abschloss, müssten die Kosten für einen Rücktransport selbst getragen werden. Dafür bat Mutter Anetta in der OSTSEE-ZEITUNG und auf Facebook um die Unterstützung der Rüganer. Und tatsächlich rührt das Schicksal viele Menschen auf der Insel. Das DRK hat spontan Hilfe bei einem Transport angeboten. Der Stand des eigens für Amanda eingerichteten Spendenkontos belief sich gestern früh 10 Uhr auf 5859 Euro. Und auch liebe und tröstende Zeilen, gespickt mit Bargeld, wurden Zuhause bei Anetta abgegeben.

„Wenn die Schüler mit den Verträgen und den Überweisungsträgern der Schule dann ihre jeweiligen Sponsoren wieder aufsuchen, werden wir sehen, wie viel Geld insgesamt zusammengekommen ist. Der Vorstand des Schul- und Sportvereins sowie der Schülerrat werden dann die Summe festlegen, die wir auf das Spendenkonto für Amandas große Schwester überweisen“, so Schuldirektor Peter Werner, der sich gestern auch unter die 200 Schüler und zehn Lehrer mischte und die vorgegebenen 90 Minuten mitlief.

Auch der Sponsor von zwei syrischen Mitschülern, Helmut Stützer, war vor Ort, um zu motivieren. Ging aber spontan noch etwas weiter: „Ich bin Hobbymaler und habe schon Ausstellungen mit meinen Landschaftsbildern bestückt. Momentan hängen meine Bilder im Museum Kulturkunststatt“, so der gebürtige Thüringer, der seit 50 Jahren auf Rügen lebt. „Ich würde gern einige von ihnen an Interessenten verkaufen, natürlich zu deutlich niedrigeren Preisen als üblich und den Erlös der Familie für ihr Vorhaben spenden.“ Eine Idee, die auch Bürgermeister Karsten Schneider gut findet und Maler Stützer für die Präsentation Wände in der Gemeindeverwaltung zur Verfügung stellt. Hier kann die Kunst dann gekauft und damit einem Kind der Insel geholfen werden.

Jeder Cent zählt

Die erlaufene Summe des 6. Sponsorenlaufs, der gestern im Binzer Stadion stattfand, wird dieses Mal nicht nur für diverse Schulprojekte verwendet und deckt Fahrtkosten für Exkursionen und finanziert Sportmaterialien, sondern einen Teil spendet die Regionale Schule Binz für die geplante Überführung der 21-jährigen Amanda von England nach Deutschland. Ein reiner Spendenlauf zu diesem Zweck ist am 18. Mai von 17 bis 18 Uhr im Stadion der Einheit Binz geplant.

Spendenkonto:

Spende für Amanda

Sparkasse Vorpommern

IBAN: DE40150505001102496991

BIC: NOLADE21GRW

Von Steffi Besch

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