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Eltern fordern günstiges Universal-Ticket für Schüler

Stralsund Eltern fordern günstiges Universal-Ticket für Schüler

Karte soll zu beliebig vielen Fahrten im gesamten Kreis Vorpommern-Rügen berechtigen / Hintergrund ist Debatte um Kosten für den Bus zur örtlich nicht zuständigen Schule

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Wir wollen nicht die Hand aufhalten, sondern einen Beitrag leisten.“ Jörg Hendrich, Kreiselternrat

Stralsund. Eltern fordern ein vergünstigtes Schülerticket, das für beliebig viele Fahrten im ganzen Landkreis Vorpommern-Rügen berechtigen soll. Eine Karte also, mit der Kinder morgens zur Schule und nachmittags etwa zum Training fahren können. Den Wunsch nach einem solchen Angebot äußerten Vertreter der „Initiative Schülerbeförderung MV“ und des Kreiselternrats jetzt beim Bildungsausschuss des Landkreises in Stralsund. „Es gibt spezielle Angebote für Senioren und Touristen. Warum nicht auch für Schüler?“, fragte Andrea Meyer, Sprecherin der Initiative.

OZ-Bild

Karte soll zu beliebig vielen Fahrten im gesamten Kreis Vorpommern-Rügen berechtigen / Hintergrund ist Debatte um Kosten für den Bus zur örtlich nicht zuständigen Schule

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Der Vorstoß ist ein Versuch, frischen Wind in die Debatte über die Übernahme von Schulbuskosten zu bringen. Hintergrund der Diskussion ist, dass der Kreis Vorpommern-Rügen ab dem nächsten Schuljahr nur noch für die Kinder die Kosten übernehmen will, die auch die örtlich zuständige Schule besuchen. Wer auf eine andere Einrichtung geht, soll sein Ticket komplett selbst bezahlen. Das betrifft insbesondere private Schulen. Aber auch Kinder, die beispielsweise auf Rügen leben und in Stralsund auf eine staatliche Schule gehen, müssten künftig zahlen. Bisher hat der Landkreis diese Familien mit 50 Euro im Monat unterstützt. Nach Angaben der Initiative Schülerbeförderung sind rund 1700 Schüler von der Einsparung betroffen.

Die Haushalte dieser Kinder haben jetzt Post von der Kreisverwaltung bekommen. In den Schreiben werden die Familien daran erinnert, dass die Förderung ab September wegfällt. Andrea Meyer rechnete vor, dass sie für jedes ihrer drei Kinder rund 60 Euro im Monat zahlen müsste. „Das ist eine Summe, die mich nicht kalt lässt“, sagte sie.

Ein günstiges Universal-Schülerticket ist aus Sicht der Elternvertreter hingegen eine Lösung, für die sie gern zu zahlen bereit wären. Zwar kostet auch damit der Bus zur nicht örtlich zuständigen Schule Geld. Weil die Karte aber auch für die Fahrt zu Freizeitaktivitäten gelten soll, entstünde ein lohnender Mehrwert. „Wir wollen nicht nur die Hand aufhalten, sondern auch einen Beitrag leisten“, sagte Jörg Hendrich vom Kreiselternrat. Das Ticket könnte auch für Schüler auf der örtlich zuständigen Schule sinnvoll sein. Nämlich dann, wenn sie regelmäßig in der Freizeit auf den Bus angewiesen sind.

Die Verkehrsgesellschaft Vorpommern-Rügen betonte auf OZ-Anfrage, dass nur der Kreistag derartige Tarifänderungen beschließen kann. Außerdem wies das Unternehmen daraufhin, dass es bereits ermäßigte Monatskarten für Schüler gibt. Für die existieren aber je nach Gebiet unterschiedliche Regelungen. In Nordvorpommern beispielsweise gelten sie nur für die Fahrt zur Schule. Die Kreisverwaltung hat jetzt vom Bildungsausschuss den Auftrag bekommen zu prüfen, was ein Universal-Schülerticket den Kreis kosten würde.

Diskussion mit Minister

Hochkarätige Gäste bei einer Podiumsdiskussion zur Schülerbeförderung: Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD), der Bürgerbeauftragte des Landes Matthias Crone, die bildungspolitischen Sprecher der demokratischen Parteien, der Landesschülerrat und die „Initiative Schülerbeförderung MV“ wollen sich an einen Tisch setzen. Die Veranstaltung des Landeselternrats Mecklenburg-Vorpommern findet am 15. April in Rostock statt. Sie

beginnt um 16.30 Uhr im Hotel

Sportforum, Kopernikusstraße 17a.

Von Alexander Müller

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