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Endspurt der Aufräumarbeiten nach Flut

Binz Endspurt der Aufräumarbeiten nach Flut

Viele Schäden konnten bereits behoben werden / Bisher 13,6 Millionen Euro Hilfe bewilligt

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Binz. Rund vier Monate, nachdem das Sturmtief „Axel“ Vorpommern die schlimmste Sturmflut seit zehn Jahren bescherte, sind die Reparaturarbeiten in den Küstengemeinden noch in vollem Gange. In Lubmin zum Beispiel werden derzeit auf 1,5 Kilometern Länge rund 12000 Kubikmeter Dünensand aufgeschoben. „Die Mitarbeiter des Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt (Stalu) sind noch bei der Arbeit“, bestätigt Wencke Kufs von der Kurverwaltung. „Wir hoffen, dass die Maßnahmen in Kürze abgeschlossen werden.“

OZ-Bild

Viele Schäden konnten bereits behoben werden / Bisher 13,6 Millionen Euro Hilfe bewilligt

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Während das Stalu sich unter anderem auch auf Usedom und Rügen im Rahmen des Küstenschutzes um beschädigte Dünen und verwehten Sand kümmert, sind viele Gemeinden mit dem Wiederaufbau der touristischen Infrastruktur bereits gut vorangekommen. Dabei können die Gemeinden mit Geld Land rechnen. Als Sofortmaßnahme hatte die Landesregierung einen ressortübergreifenden Hilfsfonds in Höhe von 25 Millionen Euro gegründet. 52 Anträge auf 13,6 Millionen Euro sind bislang eingegangen.

„Wir sind glücklich, dass uns so schnell finanzielle Hilfen zugesichert wurde“, sagt der Binzer Kurdirektor Kai Gardeja. „Wir haben die Zusage für 600000 Euro für den Wiederaufbau unter anderem der Strandzugänge und der Neu-Pflasterung des Kurplatzes erhalten.“ Die schnelle Zusage allein mache das Tempo aber nicht. „Für Bauprojekte dieser Größenordnung – dazu noch mit öffentlichen Mitteln – müssen wir die Leistungen für die Gewerke ausschreiben“, macht Gardeja deutlich. „Das dauert. Aber wir sind zuversichtlich, dass wir im Juni alles fertig haben. Die Strandzugänge sind provisorisch repariert, der Strand ist voll nutzbar.“

Nicht überall verläuft das Prozedere so reibungslos wie in Binz. Auf Usedom gab es Proteste der vier Bürgermeister der Usedomer Bernsteinbäder Zempin, Koserow, Loddin und Ückeritz, die einen hohen Eigenanteil der Gemeinden an den Beräumungs- und Reperaturkosten beklagen. Nach Informationen des Landwirtschaftsministeriums, das federführend für den Hilfefonds ist, werden die Eigenanteile der Gemeinden nach der Finanzkraft einer Kommune berechnet.

Was den Küstenschutz angeht, laufen die Arbeiten des Stalu auch in den kommenden Wochen weiter. „Im Bereich Neuhaus-Vordarß und zwischen Zempin und Ückeritz auf Usedom haben wir insgesamt 7,8 Kilometer Dünenkliff abgeböscht“, sagt Matthias Wolters vom Stalu Vorpommern. „Dazu kommen Arbeiten an den Dünenprofilen in Peenemünde, Kölpinsee, Ückeritz und Glowe sowie in den Abschnitten Bansin-Heringsdorf und Göhren-Lobbe-Thiessow.“

Matthias Wolters zeigt sich zufrieden mit der Qualität des Küstenschutzes. „Zusammenfassend lässt sich sagen, dass alle Küstenschutzanlagen in Vorpommern der Sturmflut wirkungsvoll getrotzt haben.“

Insel Rügen

Im Bereich des Fischerstrandes in Binz entstanden durch die Sturmflut zwar Schäden an der Düne, aber der für den Küstenschutz wichtige Dünenkörper ist intakt. Die Gemeinde hat unmittelbar nach der Sturmflut 2800 Tonnen AlgenHolz-Gemisch (Treibsel) abgetragen und den Strand aufbereitet. Mitarbeiter der Kurverwaltung haben bereits die Strandzugänge ausgebessert, so dass der Strand ohne Einschränkungen nutzbar ist. An der Küste von Göhren, Lobbe, Thiessow und Glowe waren die Schäden an den Dünen größer. Hier führt das Stalu derzeit Arbeiten aus. Für den Herbst sind in Lobbe und Glowe Aufspülungen an der Küstenschutzdüne vorgesehen. az

Stralsund-Devin

Am Strand des Stralsunder Ortsteils Devin zeugt unter anderem diese umgestürzte Buche noch von Sturm, Hochwasser und Frost Anfang Januar. Sie liegt in einem mehrere hundert Meter langen Abschnitt in der Nähe des Kurhauses, der wegen der Absturzgefahr für Spaziergänger gesperrt ist. Viele Besucher ignorieren die „Betreten verboten“-Schilder jedoch. Die Stadtverwaltung warnt allerdings ausdrücklich davor, die Steiluferbereiche zu betreten. Auf den ersten Blick sei oft nicht zu sehen, welche Gefahren sich im Boden verbergen, die durch den ständigen Wechsel von Frost- und Tauwetter und viel Nässe in den vergangenen Monaten entstanden sind.

Lubmin

In Seebad Lubmin am Greifswalder Bodden sind die Arbeiten seit gestern so gut wie abgeschlossen. Das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt hat in den zurückliegenden drei Wochen auf dem 3,5 Kilometer langen Strand die zerstörte Düne wieder aufschieben lassen. Ein Bagger hat dazu Sand aus dem Flachwasserbereich auf die Düne geschoben. Nachdem die Gemeinde die Qualität der Arbeiten bemängelt hatte, wurde nachgebessert. Nach Aussage von Lubmins Bürgermeister Axel Vogt (CDU) ist der Strand jetzt akzeptabel. Westlich der Seebrücke muss er noch verbreitert werden. Am Wochenende können die ersten Strandkörbe aufgestellt werden.

Insel Usedom

Auf der Insel Usedom ist die Beseitigung der Sturmflutschäden noch nicht abgeschlossen. „In Stubbenfelde und Koserow sollen noch neue Treppen entstehen. In Koserow ist sogar ein Sessellift in einer Stahlkonstruktion geplant, der die Besucher an den Strand bringt“, erklärt René Bergmann, Leitender Verwaltungsbeamter des Südamtes. Außerdem wurde dort bisher nur ein Strandabgang notdürftig repariert. Die größten Schäden gab es nach der Sturmflut im kleinen Örtchen Zempin zu verzeichnen. „Der Hochuferweg ist immer noch kaputt. Dazu gibt es noch einen Termin mit Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD), um darüber zu beraten“, sagt er. he

Fischland-Darß-Zingst

Die Strände der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst sind fit für die Saison – manche sind durch Abtragung aber schmaler geworden. Nach dem Hochwasser wurde eine gefährdete Düne bei Wustrow repariert.

Dafür wurden rund 4000 Kubikmeter Sand vom Strand verwendet. Massivere Abbrüche hat es im Bereich Dierhagen-Neuhaus gegeben. Dort hat die Kurverwaltung die Strandzugänge erneuert. Die Kosten dafür hat der gemeindeeigene Betrieb erst einmal vorgestreckt, wie Kurdirektor Stephan Fellmann sagt. Die Dünen selbst bleiben wie sie sind. Das gilt beispielsweise auch für den Prerower Nordstrand. Die Abbrüche dort waren aber nur relativ harmlos.tri

Stahlbrode

Auch in Stahlbrode in der Gemeinde Sundhagen hatte die Sturmflut Schäden an der Küste verursacht. Vor allem waren dort die Treppenaufgänge zum und vom Wasser arg in Mitleidenschaft gezogen worden.

Das zuständige Amt Miltzow musste deshalb Wanderwege an der Strelasund-Küste kurzfristig sperren. Gegenwärtig sind alle drei Treppen nicht nutzbar, so Bürgermeister Helmut Krüger am Donnerstag während einer Einwohnerfragestunde. Er macht die Möglichkeit, wenigstens eine Treppe zu öffnen, von einem Gutachten abhängig, das noch erstellt werden soll. Inzwischen sind vom Land 160000 Euro für die Instandsetzung der Treppen eingegangen.aj

Anne Ziebarth

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