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Rügen „Entrückte Gesichter“ im Stadtmuseum Bergen
Vorpommern Rügen „Entrückte Gesichter“ im Stadtmuseum Bergen
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10:08 16.04.2019
Walter G. Goes vor seinem Porträt des Schriftstellers Erich Mühsam. Bis zum 1. September ist die Ausstellung im Stadtmuseum Bergen zu sehen. Quelle: Pauline Rabe
Bergen

Ob Sophie Taeuber-Arp, Erich Mühsam oder Herta Müller: Kaum ein bedeutender Künstler der Vergangenheit und Gegenwart wurde noch nicht von Walter G. Goes alias ARTus porträtiert. Bereits seit 18 Jahren schreibt er Kolumnen unter dem Titel „So gesehen“ für die OSTSEE-ZEITUNG – immer mit einer Zeichnung des thematisierten Literaten versehen. 774 Bilder sind dabei bisher zusammengekommen. Eine Auswahl dessen wird bis zum 1. September in der Sonderausstellung „Entrückte Gesichter. Köpfe“ im Stadtmuseum Bergen gezeigt. Zur Eröffnung kamen mehr als 50 Gäste.

Das große Interesse hat vor allem Museumsleiterin Marika Emonds gefreut. Aufgeregt holte sie einen Stuhl nach dem anderen aus dem Nebenzimmer: „Es macht mich sehr glücklich, dass Sie alle erschienen sind. Ich konnte vorher nur schwer einschätzen, wie viele kommen würden“, sagte sie in ihrem Grußwort. Lange hätte Emonds überlegt, Goes nach einer Zusammenarbeit zu fragen. Lange hätte sie sich nicht getraut. „Anfang des Jahres aber traf ich ihn zufällig nach Feierabend auf der Straße.“ Dort habe sie all ihren Mut zusammengenommen und ihn endlich gefragt.

Das Ergebnis der Unterhaltung ist eine Ausstellung mit 70 Werken von Goes, die seit vergangenem Freitag im Dachstuhl des ehemaligen Stiftsgebäudes zu sehen sind. Gezeigt werden vorrangig Porträts und Köpfe aus den Zeitungskolumnen, die auch im neu erschienenen dritten ARTus-Band abgedruckt sind. Neben ihnen haben aber auch einige andere Bilder Platz in der Schau gefunden. „Die Großen, die an der Wand hängen, sind Kopien“, erklärte Goes bei der Eröffnung. Die kleinen in den Vitrinen hingegen seien Originalzeichnungen.

70 Werke werden in der Ausstellung präsentiert. In den Vitrinen befinden sich die Originalzeichnungen. Quelle: Pauline Rabe

Inspiration durch Hamburger Abendblatt

Doch wie wurde Goes überhaupt zum Kolumnenschreiber und -zeichner? „Die Idee kam mir 2001 auf einer Zugfahrt nach Hamburg“, erinnert sich der Künstler zurück. Beim Durchblättern des Hamburger Abendblattes hätte er etwas ähnliches entdeckt. „Da dachte ich mir, ob man das nicht auch der OZ anbieten könnte.“ Ein Gespräch mit dem damaligen Lokalchef hätte schließlich bestätigt: Das Interesse ist da. Zuerst seien die Texte und Bilder von ARTus wöchentlich erschienen. „Heute bin ich froh, dass nur noch alle vierzehn Tage etwas abgedruckt wird. So eine Kolumne verlangt doch einiges an Arbeit“, verrät der Maler.

Zur Eröffnung seiner Sonderausstellung kam auch Freund und Galerist Knut Hartwich aus Sellin nach Bergen. „Ich lerne bis heute von den Kolumnen meines Freundes“, sagte dieser beim Sektempfang. Er selbst sei auch einmal porträtiert worden. Wann das war, wusste Goes genau: am 13. April 2002. Denn neben seiner aktuellsten Kolumne „Hinsehen! Hinhören! Hinschreiben!“ über Herta Müllers Buchlesung in Heringsdorf las er auch diese noch einmal laut vor. Danach ging es gemeinsam mit den Gästen durch die Ausstellung. Interessiert schauten sie sich im Dachstuhl um.

Einblicke in die Sonderausstellung im Stadtmuseum Bergen. Quelle: Pauline Rabe

Rundgang durch die Schau

„Ich lese die Kolumne von ARTus regelmäßig“, sagte Gerda Mathis, während sie durch die Gänge des Museums schlenderte. Die Bilder dazu hätten ihr schon immer sehr gefallen. Deshalb sei es toll, diese noch einmal in größer zu sehen. Von der Veranstaltung habe die 75-Jährige durch Zufall über Facebook erfahren. Willi Dreyer hingegen bekam durch Goes die Einladung. „Mir gefällt die Ausstellung sehr gut“, urteilte der Putbusser nach seinem Rundgang. Die Bilder seien toll arrangiert worden. „Die Texte in der Zeitung lese ich aber tatsächlich nicht immer.“

Pauline Rabe

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