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Rügen Entwarnung: Öltanks an Sassnitzer Steilküste sicher
Vorpommern Rügen Entwarnung: Öltanks an Sassnitzer Steilküste sicher
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12:57 03.05.2018
Der freigelegte Tank an der Küste Dwasiedens. Quelle: Martin Rakelmann
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Sassnitz

Die Frühlingsstürme der vergangenen Wochen und die späte Schneeschmelze haben Rügens Steilküste vor dem Sommer noch einmal kräftig gebeutelt. An der Steilküste Dwasiedens kam durch Hangrutsche ein historisches Erbe zum Vorschein, welches bei Besuchern und Einheimischen für Aufregung sorgte. Auf dem ehemals mililtärisch genutzten Gelände direkt an der Kliffkante befinden sich Treibstofftanks der Volkspolizei See, die freigelegt sind und jetzt bedrohlich über dem Abgrund hängen.

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Die Treibstofftanks am Ufer sind leer und stellen keine Umweltgefahr dar

Landkreis bestätigt: Keine Umweltgefahr

Doch sowohl die Stadt Sassnitz als auch der Landkreis geben Entwarnung: Eine Gefahr geht von den Treibstofftanks nicht aus. „Wir wurden vom Ordnungsamt der Stadt Sassnitz benachrichtigt. Mitarbeiter des Umweltamtes haben dann die Stelle inspiziert“, informiert Olaf Manzke, Sprecher des Kreises Vorpommern-Rügen. Eine Öffnung und Untersuchung der fünf Tanks habe ergeben, dass die Behälter leer sind. „Nach in Augenscheinnahme und Geruchsproben hat sich herausgestellt, dass keine Umweltgefahr besteht“, so Manzke. Entdeckt hatte die vermeintliche Gefahr der Rügener Fotograf Oliver Wagner. Er war bei einem Rundflug mit seiner Drohne auf die Situation aufmerksam geworden und hatte die städtischen Behörden informiert.

Fundamente halten Tanks sicher fest

Eine Absturzgefahr der Tanks bestehe nach Angaben der Stadt nicht. „Der Eigentümer des Grundstücks hat das überprüft“, so der Sassnitzer Bürgermeister Frank Kracht. Die Fundamente auf denen die Tanks liegen, seien sehr tief gegründet, so dass ein Abbruch ausgeschlossen werden könne. „Trotzdem haben wir aktuell auch noch zwei Schilder im Uferbereich aufgestellt, die vor der Abbruchgefahr an der Küste warnen“, so Kracht.

Schächte wurden wieder aufgebrochen

Die Geschichte der Tanks reicht in die 1950er Jahre zurück. Gebaut wurden die Behälter nach Angaben des Stadtarchivs Sassnitz zwischen 1955 und 1957. Hier wurde Treibstoff für die Schiffe der Volksmarine und Volkspolizei See gelagert. Leitungen beförderten das Öl dann in den Westhafen, in dem die Marineschiffe lagen. „Bei Bauarbeiten an der Straße zum Fischwerk hat man auch einige dieser Leitungen gefunden“, weiß Ralf Lindemann, Experte für die Geschichte des Ortes Dwasieden und Mitautor des Buches „Die Geschichte von Sassnitz als Marine-Stützpunkt“. „Man kann auch noch neben den Tanks den ehemaligen Eingang in den Wartungsschacht erkennen. Dort unten befanden sich die Motorpumpen für den Transport des Treibstoffes.“ Die Eigentümer des Grundstücks haben die Schächte erst kürzlich mit neuen Sicherungen versehen um leichtsinnige Klettertouren und Unfälle zu verhindern. Doch innerhalb weniger Tage haben Rüpel die verschraubten Baumstämme entfernt. „Wir haben den Grundstückseigentümer bereits informiert“, heißt es aus dem Ordnungsamt der Stadt. „Die Verantwortung für die Sicherung des Grundstücks liegt nunmal beim Eigentümer.“

Gebiet soll gesundheitstouristisch entwickelt werden

Auf dem historischen Grund und Boden ist seit Jahrzehnten eine Nutzung im gesundheitstouristischen Bereich geplant. „In den 1990ern gehörte das Gebiet der Stadtentwicklungsgesellschaft (SEG) Sassnitz“, erzählt Bürgermeister Frank Kracht. „Damals wurden dort Thermalquellen erschlossen die sich auch für Kuranwendungen eignen.“ Nach der Abwicklung der SEG 1999/2000 wurde das Grundstück vom Insolvenzverwalter veräußert und hat seitdem häufig den Besitzer gewechselt. „Das Problem ist, dass wir mit den privaten Investoren nur sehr schleppend vorankommen, daher können wir noch keine zeitliche Prognose für die Verwirklichung der Pläne abgeben.“ Auf dem rund 85 Hektar großen Grundstück, ist neben einer Nutzung im gesundheitstouristischen Bereich auch die Einrichtung eines Kur- und Heilwaldes geplant. Langfristig wird damit die Anerkennung der Stadt Sassnitz als Kurort angestrebt.

Ziebarth Anne Friederike

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