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Rügen Entwarnung: Öltanks an Sassnitzer Steilküste sicher
Vorpommern Rügen Entwarnung: Öltanks an Sassnitzer Steilküste sicher
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00:08 03.05.2018
Der Tank, der bedrohlich weit aus der Steilküste herausragt, ist sicher. Im Inneren befindet sich kein Treibstoff mehr, das hat eine Untersuchung des Landkreises ergeben. Quelle: Foto: Martin Rakelmann
Sassnitz

Die Frühlingsstürme und die späte Schneeschmelze haben Rügens Steilküste vor dem Sommer noch einmal kräftig gebeutelt. An der Steilküste Dwasiedens kam durch Hangrutsche ein historisches Erbe zum Vorschein, welches bei Besuchern und Einheimischen für Aufregung sorgte. Auf dem ehemals militärisch genutzten Gelände direkt an der Kliffkante befinden sich Treibstofftanks der Volkspolizei See, die freigelegt sind und jetzt bedrohlich über dem Abgrund hängen. Doch sowohl die Stadt Sassnitz als auch der Landkreis geben Entwarnung: Eine Gefahr geht von den Treibstofftanks nicht aus.

Die Treibstofftanks am Ufer sind leer und stellen keine Umweltgefahr dar

„Wir wurden vom Ordnungsamt der Stadt Sassnitz benachrichtigt. Mitarbeiter des Umweltamtes haben dann die Stelle inspiziert“, informiert Olaf Manzke, Sprecher des Kreises Vorpommern-Rügen. Eine Öffnung und Untersuchung der fünf Tanks habe ergeben, dass die Behälter leer sind. „Nach in Augenscheinnahme und Geruchsproben hat sich herausgestellt, dass keine Umweltgefahr besteht“, so Manzke.

Entdeckt hatte die vermeintliche Gefahr der Rügener Fotograf Oliver Wagner. Er war bei einem Rundflug mit seiner Drohne auf die Situation aufmerksam geworden und hatte die städtischen Behörden informiert.

Eine Absturzgefahr der Tanks bestehe nach Angaben der Stadt nicht. „Der Eigentümer des Grundstücks hat das überprüft“, so der Sassnitzer Bürgermeister Frank Kracht. Die Fundamente, auf denen die Tanks liegen, seien sehr tief gegründet, sodass ein Abbruch ausgeschlossen werden könne. „Trotzdem haben wir aktuell auch noch zwei Schilder im Uferbereich aufgestellt, die vor der Abbruchgefahr an der Küste warnen“, so Kracht.

Die Geschichte der Tanks reicht in die 1950er Jahre zurück. Gebaut wurden die Behälter nach Angaben des Stadtarchivs Sassnitz zwischen 1955 und 1957. Hier wurde Treibstoff für die Schiffe der Volksmarine und Volkspolizei See gelagert. Leitungen beförderten das Öl dann in den Westhafen, in dem die Marineschiffe lagen. „Bei Bauarbeiten an der Straße zum Fischwerk hat man auch einige dieser Leitungen gefunden“, weiß Ralf Lindemann, Experte für die Geschichte des Ortes Dwasieden und Mitautor des Buches „Die Geschichte von Sassnitz als Marine-Stützpunkt“. „Man kann auch noch neben den Tanks den ehemaligen Eingang in den Wartungsschacht erkennen. Dort unten befanden sich die Motorpumpen für den Transport des Treibstoffes.“

Die Eigentümer des Grundstücks haben die Schächte erst kürzlich mit neuen Sicherungen versehen, um leichtsinnige Klettertouren und Unfälle zu verhindern. Doch innerhalb weniger Tage haben Rüpel die verschraubten Baumstämme entfernt. „Wir haben den Grundstückseigentümer bereits informiert“, heißt es aus dem Ordnungsamt der Stadt. „Die Verantwortung für die Sicherung des Grundstücks liegt nun mal beim Eigentümer.

Auf dem historischen Grund und Boden ist seit Jahrzehnten eine Nutzung im gesundheitstouristischen Bereich geplant. „In den 1990ern gehörte das Gebiet der Stadtentwicklungsgesellschaft (SEG) Sassnitz“, erzählt Bürgermeister Frank Kracht. „Damals wurden dort Thermalquellen erschlossen, die sich auch für Kuranwendungen eignen.“ Nach der Abwicklung der SEG 1999/2000 wurde das Grundstück vom Insolvenzverwalter veräußert und hat seitdem häufig den Besitzer gewechselt. „Das Problem ist, dass wir mit den privaten Investoren nur sehr schleppend vorankommen, daher können wir noch keine zeitliche Prognose für die Verwirklichung der Pläne abgeben.“ Auf dem rund 85 Hektar großen Grundstück ist neben einer Nutzung im gesundheitstouristischen Bereich auch die Einrichtung eines Kur- und Heilwaldes geplant. Langfristig wird damit die Anerkennung der Stadt Sassnitz als Kurort angestrebt.

Dwasieden: Marinestützpunkt und Schloss

1873 wurde das Schloss Dwasieden mit Pavillon und Marstall von dem Industriellen Adolph von Hansemann errichtet. Bereits zwischen 1889 und 1919 nutzte die Kaiserliche Marine den Standort Sassnitz.1933 verkauften die Nachfahren Hansemanns das Gebäude an die Stadt. Zunächst sollte hier ein Kreideheilbad entstehen, doch dann zog die Kriegsmarine in das Schloss und richtete hier ein Offizierskasino ein.

1945 diente das Gelände als Flüchtlings- und Quarantänelager.

1948 wurde das Schloss von der sowjetischen Besatzungsmacht gesprengt. Ab 1950 wurde Dwasieden von der Seepolizei genutzt, später der Volkspolizei See. Von 1956 bis 1990 war hier die Volksmarine ansässig.

Seit den 1990er Jahren gibt es erneute Pläne, das Gebiet zu einem touristischen Kurgebiet umzuwandeln, in der Vergangenheit war von bis zu 3000 Betten die Rede.

Anne Ziebarth

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